{"id":309,"date":"2004-07-20T15:47:36","date_gmt":"2004-07-20T14:47:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=309"},"modified":"2004-11-08T17:53:36","modified_gmt":"2004-11-08T16:53:36","slug":"traumschiff-surprise-periode","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=309","title":{"rendered":"(T)Raumschiff Surprise \u2013 Periode !"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"http:\/\/imdb.com\/title\/tt0349047\/\">(T)Raumschiff Surprise \u2013 Periode 1<\/a><br \/>\n(D, 2004)<\/p>\n<p>Darsteller: Michael Herbig, Rick Kavanian, Christian Tramitz, Til Schweiger, Anja Kling, Sky Dumont, Christoph Maria Herbst<br \/>\nKamera: Stephan Schuh<br \/>\nDrehbuch: Michael Herbig, Rick Kavanian, Alfons Biedermann<br \/>\nRegie: Michael Herbig<\/em><\/p>\n<p>Dass <em>(T)Raumschiff Surprise<\/em> \u00fcberhaupt gedreht wurde, verdanken wir den vielen Fans der <em>bullyparade<\/em>, die dar\u00fcber abstimmen durften, ob wir einen zweiten Teil vom <em>Schuh des Manitu<\/em> bekommen, einen <em>Sissi<\/em>-Film, einen Film, wo keiner mit rechnet oder eben einen Film mit der rosafarbensten Crew des Weltalls. Ich pers\u00f6nlich wollte ja gerne <em>Sissi<\/em> sehen, aber nachdem ich aus dem Kino gekommen bin, war ich ganz froh, dass es doch die Weltraumtucken geworden sind.<\/p>\n<p>Wer sich bei <em>Manitu<\/em> am\u00fcsiert hat, wird das auch garantiert bei <em>(T)Raumschiff Surprise<\/em> tun, denn das Grundrezept, nach dem die Witze funktionieren, ist das gleiche: Pubert\u00e4rer Brachialhumor wechselt sich ab mit wunderbar intelligenten Wortspielen, die man erst kapiert, wenn sie vorbei sind, die einem dann aber nachtr\u00e4glich Bewunderung abringen. Das Tempo im Weltraum ist noch eine Ecke h\u00f6her als im Wilden Westen, und das tut dem Film sehr gut. Bei <em>Manitu<\/em> hatte ich einige Male den Wunsch, es m\u00f6ge doch jetzt bitte weitergehen; bei <em>(T)Raumschiff Surprise<\/em> war ich fast erstaunt, als der Abspann mit den obligatorischen Outtakes anfing.<\/p>\n<p>Die Geschichte der drei schwulen Raumfahrer, die als letzte Retter der Erde eine Zeitreise unternehmen und dabei ins Mittelalter und in den, war ja klar, macht aber Spa\u00df, Wilden Westen gelangen, bevor sie im Jahr 2004 ankommen, nimmt sich selbst nie ernst und persifliert ein Filmklischee nach dem anderen. <em>Star Wars<\/em>-Fanatiker sollten sich das <em>Traumschiff<\/em> nicht antun, denn was Bully aus dem guten, alten Laserschwert macht oder aus dem \u201eDarth Vader ist mein Papi\u201c-Trauma, ist pure Blasphemie. Das allerdings verdammt unterhaltsam. Aber eigentlich ist die Story kaum von Belang, dient sie doch nur als Korsett f\u00fcr viele kleine Einzelszenen, die alle auch in der <em>bullyparade<\/em> h\u00e4tten stattfinden k\u00f6nnen. Beziehungsweise fast alle, denn in das M\u00fcnchner Studio h\u00e4tten wahrscheinlich weder ein phallusf\u00f6rmiges Raumschiff, ein fliegendes Taxi, ein Scheiterhaufen, auf dem ein Sofa steht, und ein Moped, das als Zeitmaschine fungiert, gepasst. So d\u00fcrfen sich die drei Recken zusammen mit Til Schweiger und Anja Kling auf der gro\u00dfen Leinwand austoben. Und das tun sie dann auch. <\/p>\n<p>Das Sch\u00f6ne an <em>(T)Raumschiff Surprise<\/em> ist, dass man dem Film den Respekt vor seinen gro\u00dfen Vorbildern anmerkt; vieles wird liebevoll zitiert, ohne es albern wirken zu lassen. Wenn man mal so tut, als sei der komische Rat mit Samuel L. Jackson in den unbequemen Sesseln aus <em>Episode 1<\/em> nicht schon albern genug. Aber nicht nur vor den verschiedenen Genres hat <em>(T)Raumschiff Surprise<\/em> Respekt \u2013 er l\u00e4sst auch seine Charaktere nicht im Stich. Bei all den Kalauern und Schenkelklopfern haben die Jungs komischerweise wirklich eine Pers\u00f6nlichkeit; sie sind nicht nur Mittel zum Zweck, in diesem Falle ein billiger Lacher. Als einer von ihnen zur\u00fcckgelassen werden muss, habe ich wirklich um ihn getrauert, anstatt wie mein Hintermann dar\u00fcber zu gr\u00f6len. Aber das war eh einer von Sorte, die schon das Lichterl\u00f6schen im Saal todkomisch fand.<\/p>\n<p><em>(T)Raumschiff Surprise<\/em> lebt von seiner straffen Story, vielen kleinen Ideen, die jede Szene abrunden, guten Akteuren, die nicht typisch-deutsch-pseudokomisch sind, sondern die wirklich das Talent f\u00fcr eine Pointe besitzen. War <em>Manitu<\/em> schon gut gecastet, ist es das <em>Traumschiff<\/em> erst recht. Bully kann es sich zwar auch hier nicht verkneifen, die Menschen singen zu lassen, aber diesmal sind die musikalischen Einlagen deutlich k\u00fcrzer. Und als Christoph Maria Herbst als mittelalterlicher Barde seine Bontempi anwarf, war ich eh verloren.<\/p>\n<p>Der Film ist sicherlich keine Neuerfindung des Rads. Manche Jokes sind ein bisschen angestrengt, andere wiederum haben diese v\u00f6llig irrwitzige Qualit\u00e4t, die schon die <em>bullyparade<\/em> vom Rest der Pausenclowns unterschied. Mich pers\u00f6nlich hat es gefreut zu sehen, dass man aus einem kleinen Einspieler wirklich einen ganzen Film hinkriegt, der nicht langweilt und nicht nervt; ich hatte bef\u00fcrchtet, dass das konstante Dauergeschwuchtel einem doch irgendwann auf den Keks geht. Aber immer wenn&#8217;s zuviel wurde, durfte Til Schweiger sexy in die Kamera gucken oder Rick Kavanian als Lord Maul durch die Gegend s\u00e4chseln. Und wenn gar kein Dialog mehr half, waren die Special Effects da, die sehr, sehr ordentlich geworden sind.<\/p>\n<p>Simples Fazit: Mir hat&#8217;s gefallen. Ich wollte mich am\u00fcsieren \u2013 ich hab mich am\u00fcsiert. Keine schwere Kost, sondern ein sehr liebevoll gemachter Film, der einen gut unterh\u00e4lt und mit einem fluffigen, warmen (der musste sein) Gef\u00fchl aus dem Kino entl\u00e4sst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(T)Raumschiff Surprise \u2013 Periode 1 (D, 2004) Darsteller: Michael Herbig, Rick Kavanian, Christian Tramitz, Til Schweiger, Anja Kling, Sky Dumont, Christoph Maria Herbst Kamera: Stephan Schuh Drehbuch: Michael Herbig, Rick Kavanian, Alfons Biedermann Regie: Michael Herbig Dass (T)Raumschiff Surprise \u00fcberhaupt gedreht wurde, verdanken wir den vielen Fans der bullyparade, die dar\u00fcber abstimmen durften, ob wir [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-309","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weblog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/309","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=309"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/309\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=309"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=309"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=309"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}