{"id":30610,"date":"2018-12-21T10:04:15","date_gmt":"2018-12-21T09:04:15","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=30610"},"modified":"2018-12-21T10:09:14","modified_gmt":"2018-12-21T09:09:14","slug":"tagebuch-donnerstag-20-dezember-2018-uberraschungspost","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=30610","title":{"rendered":"Tagebuch Donnerstag, 20. Dezember 2018 \u2013\u00a0\u00dcberraschungspost"},"content":{"rendered":"<p>Den Vormittag \u00fcber das Internet leergelesen, zum Beispiel den folgenden Text aus <em>The Nation<\/em>, via der <a href=\"https:\/\/www.perlentaucher.de\/efeu\/2018-12-20.html?nle_id=8186\">gestrigen Kulturrundschau \u201eEfeu\u201c<\/a> des Perlentaucher.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.thenation.com\/article\/the-triumph-of-the-brooklyn-museums-soul-of-a-nation\/\">The Struggle to Resolve<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Das Brooklyn Museum zeigt die Ausstellung \u201e<a href=\"https:\/\/www.brooklynmuseum.org\/exhibitions\/soul_of_a_nation\">Soul of a Nation: Art in the Age of Black Power<\/a>\u201c mit Werken von fast ausschlie\u00dflich schwarzen K\u00fcnstler*innen. Der Essay in <em>The Nation<\/em> beginnt mit einem Klassiker der Kunstgeschichte, dem Aufsatz von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Linda_Nochlin\">Linda Nochlin<\/a> von 1971, in dem sie fragte: Why have there been no great woman artists? Sie beschreibt die diskriminierenden Umst\u00e4nde, die Frauen daran gehindert haben, \u00e4hnlich viel und gut zu produzieren wie M\u00e4nner, denen zum Beispiel der Zugang zu Akademien offenstand oder die M\u00f6glichkeit, vor nackten Modellen zu zeichnen, was f\u00fcr Weibsbilder nat\u00fcrlich mal gar nicht ging.<\/p>\n<p>Der Essay leitet \u00fcber auf einen offenen Brief des afro-amerikanischen K\u00fcnstlers <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Benny_Andrews\">Benny Andrews<\/a>, der diesen Umstand auf schwarze K\u00fcnstler*innen bezogen wenige Monate sp\u00e4ter \u00e4hnlich klar und wissend formulierte, Hervorhebung von mir:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWhat I think most of us know and are hesitant to admit is the fact that in the graphic arts, painting and sculpture, <em>the discrimination against Black people has proven to have pretty much guaranteed<\/em> that we have not really created anything in a way that makes any of us truly creative. I do not know of anyone Black that as a painter or sculptor is truly creative like say Andy Warhol, Stella, Eakins, [de] Kooning or anyone that we can identify.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Genau dieser Umstand wird gerne ignoriert: dass Diskriminierung, wenn sie so fl\u00e4chendeckend betrieben wird wie die gegen Frauen, andere Hautfarben als wei\u00df, Behinderungen etc., <em>garantiert<\/em>, dass diesen Menschen keine gleiche Teilhabe zukommen <em>kann<\/em>, so sehr sie sich auch anstrengen. Ausnahmen gibt es immer, klar, aber bis wirkliche Gleichberechtigung herrscht \u2013 falls das \u00fcberhaupt jemals zugelassen werden wird \u2013, wird die Kunstwelt weiter wei\u00dfe M\u00e4nner bevorzugen, weil sie sichtbarer sind und mehr produieren konnten (sehr vereinfacht formuliert). Ich finde es wichtig, darauf immer wieder hinzuweisen. Auch weil die Vorbildfunktion so wichtig ist \u2013 wir brauchen weibliche, queere, nicht-wei\u00dfe, behinderte K\u00fcnstler*innen, damit andere in der gleichen Position Vorbilder haben. Hervorhebung von mir:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eAndrews was painfully aware that there were structural impediments not only to the proper recognition of his achievement but to that achievement as such. [&#8230;] But he also understood that such creativity has never simply been the product of what Nochlin mocked as \u201can atemporal and mysterious power somehow embedded in the person of the Great Artist.\u201d It is sometimes nurtured, sometimes stymied, always channeled by history and social conditions. And it cannot exist without the unrelenting efforts of a multitude of practitioners producing what Andrews calls \u201cjust good and everyday art work.\u201d <em>Artists are made by other artists<\/em> \u2014 by the effects they have on each other, whether through emulation, rivalry, or antagonism\u2014so that the collective mass of respectable efforts enables a few to reach the stars.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich so das Internet leerlas, klingelte es an der T\u00fcr, mehrfach, wie die Post das gerne macht, um darauf hinzuweisen, ja, ich will wirklich zu dir und nicht nur Prospekte ins Treppenhaus werfen. Ich \u00f6ffnete, bekam ein Paket, das ich nicht bestellt hatte, und durfte mich dann sehr freuen:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_4054.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"606\" class=\"alignnone size-full wp-image-30612\" \/><\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ankegroener\/status\/1075721616833867776\">vertwitterte<\/a> ich auch sofort: dass ich erst vorgestern dar\u00fcber <a href=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=30590\">gebloggt<\/a> hatte, dass <em><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3551721157\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3551721157&#038;linkCode=as2&#038;tag=httpwwwankegr-21&#038;linkId=1268f550ec0621bd1db74992e2538e52\">Spirou in Berlin<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=httpwwwankegr-21&#038;l=am2&#038;o=3&#038;a=3551721157\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/><\/em> von Flix in M\u00fcnchen fast \u00fcberall ausgeliehen war (da, wo es vorhanden gewesen w\u00e4re, war mir der Weg zu weit) und dass ich deshalb andere Comics ausgeliehen hatte. Anscheinend hat das jemand gelesen und sofort auf den Bestellbutton bei Amazon geklickt. Das Paket war leider anonym, deswegen kann ich mich hier nur bei Unbekannt bedanken, aber das mit immer noch vor Freude leuchtenden \u00d6hrchen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich begann ich sofort zu lesen \u2013 und vertwitterte auch das (der Tweet oben ist der Anfang eines Threads).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_4055.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"485\" class=\"alignnone size-full wp-image-30613\" \/><\/p>\n<p>Mit dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Unser_Sandm%C3%A4nnchen\">Sandm\u00e4nnchen<\/a> kriegt man mich ja immer. Ich erkannte au\u00dferdem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lolek_und_Bolek\">Lolek und Bolek<\/a>, den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_kleine_Maulwurf\">kleinen Maulwurf<\/a> nat\u00fcrlich und dann dachte ich nicht richtig nach und twitterte was von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pittiplatsch_und_Schnatterinchen\">Schnatterinchen<\/a>. Das ist aber gar nicht zu sehen, sondern Herr Fuchs und Frau Elster.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_4059.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"596\" class=\"alignnone size-full wp-image-30615\" \/><\/p>\n<p>Aber Schnatterinchen taucht dann doch noch auf \u2013 zusammen mit dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Leipziger_Messem%C3%A4nnchen\">Leipziger Messem\u00e4nnchen<\/a>, wie ich <a href=\"https:\/\/twitter.com\/el_loko74\/status\/1075734248982761472\">erfuhr<\/a>. Den Herren kannte ich vorher noch nicht. Im Panel links daneben sehen wir den kleinen Mirco Watzke aus Mawils <em><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kinderland_(Comic)\">Kinderland<\/a><\/em> \u2013 das Bild hat, glaube ich, jeder vertwittert, der <em>Spirou<\/em> schon gelesen hatte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_4060.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"431\" class=\"alignnone size-full wp-image-30616\" \/><\/p>\n<p>\u00dcber dieses Bild musste ich eher auf der Meta-Ebene lachen. (\u201e<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=QTGMnPS-nxg&#038;t=9s\">Und Fritze Hitler hie\u00df er ja wohl nich.<\/a>\u201c)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_4061.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"300\" class=\"alignnone size-full wp-image-30614\" \/><\/p>\n<p>Eine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Legende_von_Paul_und_Paula\">Plenzdorf-Referenz<\/a>?<\/p>\n<p>Nach einer guten Stunde war ich mit dem Band durch. Ich vertwitterte nicht alle Anspielungen oder S\u00e4tze\/Bilder, die mir besonders gefielen, dann w\u00e4re ich aus dem Posten gar nicht mehr rausgekommen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, und beim zweiten Durchlesen werde ich noch mehr Kleinkram dechiffrieren, da bin ich mir sicher. Nochmal vielen Dank f\u00fcr das Geschenk, von wem auch immer es kam. Ich habe mich sehr gefreut.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Abends in charmanter Gesellschaft im <a href=\"https:\/\/irmi-muenchen.de\/\">Irmi<\/a> Tatar gegessen und, wie ich heute morgen merke, das gewisse eine Helle zuviel getrunken. Einziger Kritikpunkt am sonst guten Essen: Warum das Eigelb \u201ehalbgegart\u201c sein sollte (bei mir war&#8217;s fast durch) und nicht fl\u00fcssig, damit man es sch\u00f6n unters Fleisch ziehen kann, habe ich nicht verstanden. Auf jeden Fall ein sehr netter Laden, den ich vorher noch nicht kannte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_4062.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"490\" class=\"alignnone size-full wp-image-30618\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den Vormittag \u00fcber das Internet leergelesen, zum Beispiel den folgenden Text aus The Nation, via der gestrigen Kulturrundschau \u201eEfeu\u201c des Perlentaucher. 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