{"id":30279,"date":"2018-11-06T08:39:27","date_gmt":"2018-11-06T07:39:27","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=30279"},"modified":"2018-11-06T08:39:27","modified_gmt":"2018-11-06T07:39:27","slug":"tagebuch-montag-5-november-2018-kleinkramtag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=30279","title":{"rendered":"Tagebuch Montag, 5. November 2018 \u2013 Kleinkramtag"},"content":{"rendered":"<p>Gearbeitet, Steuer gemacht, staubgesaugt, an ausgew\u00e4hlten Stellen der Wohnung Staub gewischt, keine Lust auf weitere Putzarbeit gehabt, auf Feedback gewartet, gelesen. Eigentlich wollte ich auch mal wieder in meine Diss-Dokumente gucken, aber das verschiebe ich aus Gr\u00fcnden auf n\u00e4chste Woche. Wein f\u00fcr die n\u00e4chste Fehlfarben-Ausgabe bestellt. <\/p>\n<p>Einen <a href=\"http:\/\/www.vulture.com\/2018\/11\/adam-driver-in-conversation.html\">Artikel<\/a> \u00fcber Adam Driver in der Timeline gehabt, nur \u00fcberflogen, aber daf\u00fcr ewig das Foto angestarrt. <\/p>\n<p>Die neue Folge <em>Outlander<\/em> gesehen (Start der vierten Staffel) und schon genervt gewesen: K\u00f6nnen die beiden nicht mal eine Staffel lang einfach nur gl\u00fccklich sein, uns h\u00fcbsch anzusehende Sexszenen spendieren, ein H\u00e4uschen bauen und sich meinetwegen einen Hund anschaffen? Dieser st\u00e4ndige seelische Ausnahmezustand ist mir gerade zu anstrengend. Gilt auch f\u00fcr dich, <em>This is Us<\/em>: <a href=\"https:\/\/ew.com\/tv\/2018\/10\/30\/this-is-us-season-3-review\/\">Stop trying so hard to make us cry<\/a>.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/jcs.biologists.org\/content\/121\/11\/1771\">The importance of stupidity in scientific research<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Die Pointe dieses Essays von 2008 hatte mir F. im Laufe meines Studiums mehrfach eingebleut, weil ich sie immer wieder gerne vergessen habe \u2013 und sie auch immer wieder vergesse, wenn ich in Archiven verzweifle: \u201eIf you know what you\u2019re doing more than half of the time, it\u2019s not research.\u201c Der Meteorologe <a href=\"http:\/\/www.met.reading.ac.uk\/~williams\/\">Paul Williams<\/a> <a href=\"https:\/\/twitter.com\/DrPaulDWilliams\/status\/1058436581084876800\">twitterte<\/a> den Link gestern mit dem Satz: \u201eI show this brilliant essay to all my new PhD students.  It contains some excellent advice on how to handle \u2013 and even learn to love \u2013 the feeling of being constantly immersed in the unknown.\u201c<\/p>\n<p>Der Essay erw\u00e4hnt, dass man sich als Studi w\u00e4hrend des BA oder MA meist halbwegs sicher f\u00fchlt \u2013 man lernt ja brav f\u00fcr die Tests und Klausuren, also wei\u00df man Zeug. Erst bei den l\u00e4ngeren Arbeiten f\u00e4llt einem manchmal auf, welche L\u00fccken man noch hat \u2013 und wie irrwitzig und un\u00fcberwindlich gro\u00df diese L\u00fccken sind. Der Essay sagt aber auch: Genau so ist das richtig.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eMy Ph.D. project was somewhat interdisciplinary and, for a while, whenever I ran into a problem, I pestered the faculty in my department who were experts in the various disciplines that I needed. I remember the day when Henry Taube (who won the Nobel Prize two years later) told me he didn&#8217;t know how to solve the problem I was having in his area. I was a third-year graduate student and I figured that Taube knew about 1000 times more than I did (conservative estimate). If he didn&#8217;t have the answer, nobody did.<\/p>\n<p>That&#8217;s when it hit me: nobody did. That&#8217;s why it was a research problem. And being my research problem, it was up to me to solve. Once I faced that fact, I solved the problem in a couple of days. (It wasn&#8217;t really very hard; I just had to try a few things.) The crucial lesson was that the scope of things I didn&#8217;t know wasn&#8217;t merely vast; it was, for all practical purposes, infinite. That realization, instead of being discouraging, was liberating. If our ignorance is infinite, the only possible course of action is to muddle through as best we can. [&#8230;]<\/p>\n<p>One of the beautiful things about science is that it allows us to bumble along, getting it wrong time after time, and feel perfectly fine as long as we learn something each time. No doubt, this can be difficult for students who are accustomed to getting the answers right. No doubt, reasonable levels of confidence and emotional resilience help, but I think scientific education might do more to ease what is a very big transition: from learning what other people once discovered to making your own discoveries. The more comfortable we become with being stupid, the deeper we will wade into the unknown and the more likely we are to make big discoveries.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/edition.faz.net\/faz-edition\/wirtschaft\/2018-11-05\/ae5723cd5c82abce948f304b7bccbe4e\/?GEPC=s3\">Das sicherste Kernkraftwerk der Welt<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Die FAZ schrieb gestern \u00fcber das einzige Atomkraftwerk \u00d6sterreichs, das nie ans Netz ging und das heute Strom durch Solarpanels erzeugt. Fand ich \u00e4u\u00dferst interessant zu lesen. Ich <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ankegroener\/status\/1059528767977218048\">vertwitterte<\/a> gestern die abfotografierte Zeitungsseite, <a href=\"https:\/\/twitter.com\/berlinscochise\/status\/1059541924783239169\">@berlinschochise<\/a> machte mich auf die Online-Version aufmerksam, die ich nicht gefunden hatte.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIn der Schaltzentrale, die mit ihren Kontrollpulten, W\u00e4hlscheibentelefonen und R\u00f6hrenmonitoren aussieht wie ein Technikmuseum, liegen bis heute die handschriftlichen Protokollb\u00fccher aus dieser Zeit aus. \u201eWerkzeug und Schl\u00fcsselkasten \u00fcbernommen\u201c, steht in diesen Zeugnissen der Monotonie, oder: \u201eRundgang durchgef\u00fchrt\u201c. Die gut bezahlte Langeweile hatte ihren Preis. Insgesamt sind in \u00d6sterreichs gr\u00f6\u00dfte Industrieruine 14 Milliarden Schilling geflossen, etwa eine Milliarde Euro.<\/p>\n<p>Nach dem endg\u00fcltigen Aus diente \u201eZwentendorf\u201c zun\u00e4chst als Ersatzteillager f\u00fcr Siedewasserreaktoren im Ausland. Ein Investor wollte sp\u00e4ter in dem fensterlosen Gem\u00e4uer mit seinen 1000 R\u00e4umen ein Abenteuerland einrichten, ein anderer einen \u201eFriedhof f\u00fcr Senkrechtbestattungen\u201c. Am treffsichersten zeigte sich der K\u00fcnstler Friedensreich Hundertwasser. Er schlug ein \u201eMuseum der fehlgeleiteten Technologien\u201c vor. Doch alle Vorst\u00f6\u00dfe scheiterten.<\/p>\n<p>Die EVN macht heute das Beste aus dem Fiasko und vermietet die Anlage. Im Kraftwerksinneren finden Betriebsfeiern, Konzerte, Modenschauen oder Messen statt. Die Turbinenhalle ist so gro\u00df, dass Autohersteller ihre neuesten Modelle umherfahren lassen. Auch als Filmkulisse haben der kirchenhohe Reaktor und das Gewirr aus G\u00e4ngen, Hallen, Stiegen und Rohrleitungen schon gedient, etwa f\u00fcr den Katastrophenfilm \u201eRestrisiko\u201c oder f\u00fcr die Kinoromanze \u201eGrand Central\u201c.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gearbeitet, Steuer gemacht, staubgesaugt, an ausgew\u00e4hlten Stellen der Wohnung Staub gewischt, keine Lust auf weitere Putzarbeit gehabt, auf Feedback gewartet, gelesen. Eigentlich wollte ich auch mal wieder in meine Diss-Dokumente gucken, aber das verschiebe ich aus Gr\u00fcnden auf n\u00e4chste Woche. Wein f\u00fcr die n\u00e4chste Fehlfarben-Ausgabe bestellt. 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