{"id":29760,"date":"2018-08-12T09:02:59","date_gmt":"2018-08-12T08:02:59","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=29760"},"modified":"2018-08-15T08:18:35","modified_gmt":"2018-08-15T07:18:35","slug":"tagebuch-freitag-samstag-10-11-august-2018-drinnen-und-drausen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=29760","title":{"rendered":"Tagebuch Freitag\/Samstag, 10.\/11. August 2018 \u2013 Drinnen und drau\u00dfen"},"content":{"rendered":"<p>Freitag hockte ich in einem tiefen Motivationsloch, das mich sehr \u00fcberraschte, aber Menschen mit Doktortitel in meiner Umgebung so gar nicht. Nach der doofen Nachricht, dass ich keinen Einblick in den Grossberg-Nachlass bekomme, hatte ich das Mittwoch total motiviert umschifft, indem ich meine bisherige Forschung neu strukturierte (immerhin im Kopf). Auch Donnerstag war ich noch der Meinung, alles kein Thema, sehr schade, ja, aber nichts zu machen, dann eben ein anderes Ziel. Aber Freitag sa\u00df ich nur noch mutlos vor meinen Dokumenten und war sehr traurig dar\u00fcber, dass ich mich zwar hobbym\u00e4\u00dfig weiter mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Carl_Grossberg\">Grossberg<\/a> besch\u00e4ftigen k\u00f6nne, die Wissenschaft aber gerade von den Erben ausgesperrt wird. Das hat der Herr nicht verdient, ganz im Gegenteil. Von mir aus k\u00f6nnte jedes Jahr \u00fcber ihn eine Diss erscheinen, so toll ist sein Zeug. Leider nicht von mir, und daran knabberte ich jetzt doch.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>(Feuchtgebiete-Triggerwarnung f\u00fcr den n\u00e4chsten Absatz:)<\/p>\n<p>Abends ging ich zu F. und merkte beim Fu\u00dfweg, dass er mir sehr schwer fiel. Die Hitze, die Ozonbelastung, wei\u00df ich alles, aber trotzdem bin ich immer sofort sehr besorgt, wenn ich das Gef\u00fchl habe, dass meine brav erworbene Alltagskondition wieder nachl\u00e4sst. Beim letzten Badaufenthalt vor der Nachtruhe wurde mir immerhin klar, warum ich den ganzen Tag so traurig und k\u00f6rperlich so matschig gewesen war: Die Tage kamen mal wieder. Die letzte Periode war herrliche 67 Tage her gewesen, und ich war daher auf diese \u00fcberhaupt nicht vorbereitet, die kam aus dem Nichts, wo sie sich jahrelang immer brav drei Tage vorher angek\u00fcndigt hatte. Mein Zyklus ist in den letzten zwei Jahren unregelm\u00e4\u00dfiger geworden, es vergehen durchaus zwei, drei Mal im Jahr zwei Monate, bis ich mal wieder rumblute. Ich ahne langsam, dass sich hier eine k\u00f6rperliche Ver\u00e4nderung abspielt, gegen die ich so gar nichts einzuwenden habe.<\/p>\n<p>Die innerliche Reaktion ist allerdings nach \u00fcber 35 Jahren Menstruation und sexueller Aktivit\u00e4t bei  nicht-vorhandenem Kinderwunsch immer noch die gleiche: \u201eYay, meine Tage sind da! &#8230; Nerv, meine Tage sind da.\u201c<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Endlich mal wieder gemeinsam eingeschlafen, weil es endlich mal wieder Temperaturen gab, bei denen man einen warmen Menschen neben sich dulden will.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Samstagmorgen gemeinsam gefr\u00fchst\u00fcckt, was wir sehr selten machen, weil unsere morgendlichen Vorlieben etwas auseinandergehen und auch die jeweilige K\u00fcchenausstattung sehr auf unsere individuellen Neigungen zugeschnitten ist. F. besorgte vom <a href=\"https:\/\/www.dompierre.de\/\">Lieblingsfranzosen<\/a> Milchkaffee f\u00fcr mich und Brioche f\u00fcr uns beide, dazu noch herrliche Bl\u00e4tterteigkleinigkeiten, die Frau Mama hatte Sohnemann frische Brombeermarmelade mitgegeben, und so spachtelten wir uns in ein ausgiebiges Vormittagskoma.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/Bildschirmfoto-2018-08-12-um-10.17.10.png\" alt=\"\" width=\"307\" height=\"274\" class=\"alignnone size-full wp-image-29768\" \/><\/p>\n<p>(Alleine f\u00fcr diese Zwischen\u00fcberschrift auf der Website \u2013 und die <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/Bd7Tshfn1iK\/\">T\u00fcten<\/a> \u2013 ist Dompierre eben der Lieblingsfranzose.)<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Gegen 13 Uhr sahen wir uns schon wieder, als wir uns in den Bus setzten, um Espressobohnen zu kaufen. F. hatte mir vor einiger Zeit zwei Kaffeesorten aus einer \u00f6rtlichen R\u00f6sterei geschenkt, von denen eine meine absolute <a href=\"https:\/\/www.caffe-fausto.de\/espresso_paradiso_mit_hawaii_kona_250g.html\">Lieblingssorte<\/a> geworden ist. Von der war nur noch ein guter Essl\u00f6ffel in der T\u00fcte, und bevor ich den Sonntagmorgen weinend in der K\u00fcche stehen m\u00fcsste, wollten wir Nachschub besorgen.<\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.caffe-fausto.de\/\">Caff\u00e9 Fausto<\/a> liegt in meiner Auffassung am Arsch der Heide, und es hat quasi keine Laufkundschaft. Trotzdem war recht gut besucht, obwohl jetzt am Wochenende nicht die \u00fcblichen B\u00fcromenschen der <a href=\"http:\/\/www.kraemermuehle.com\/\">Kr\u00e4merm\u00fchle<\/a>, in der sich das Caf\u00e9 befindet, da waren. Wir sa\u00dfen drau\u00dfen und guckten eine Stunde lang einem stetigen Strom von Menschen zu, der zu Fu\u00df, per Rad oder Auto kam, um Kaffeebohnen zu kaufen. Die meisten hatten die Kilot\u00fcten im Arm, als sie wieder gingen. Das fand ich schon spannend, dass hier anscheinend ein Produkt hergestellt wird, f\u00fcr das Leute Umwege in Kauf nehmen, denn hier ist nichts nebenan, wo man noch die \u00fcblichen Erledigungen abfiedeln k\u00f6nnte, Supermarkt, Post, Apotheke, Zeug halt, zu dem man \u00f6fter muss. Hierher f\u00e4hrt oder geht man nur f\u00fcr den Kaffee. If you build it, they will come.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Und abends sahen wir uns dann zum dritten Mal, denn wir wollten ins <a href=\"http:\/\/takumi-noodle.com\/\">Takumi<\/a>, um Ramen zu essen. Drau\u00dfen herrschten 23 Grad, die selbst ich W\u00e4rme-Meckerliese als angenehm empfand nach den zwei Wochen 30 Grad. Im kleinen Lokal selbst waren es dann gef\u00fchlt aber wieder 30, die Luft stand, und die Belegschaft gab F\u00e4cher aus, die auch fl\u00e4chendeckend genutzt wurden. Mir lief der Schwei\u00df schon ohne Mahlzeit den Nacken herunter, aber als dann die hei\u00dfe Nudelsuppe vor mir stand, war alles vorbei. Es schmeckte gro\u00dfartig, aber ich sah nach dem Essen wie nach einem Saunabesuch aus. Aber das war&#8217;s nat\u00fcrlich wert.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Auf dem Nachhauseweg kamen mir wieder die Luftschl\u00f6sser ins Gehege, \u00fcber die ich seit letztem Montag nachdenke und belasteten mich kurz, aber das l\u00f6ste sich im Laufe der Nacht wieder auf. Mal sehen, wie es auf dieser Baustelle weitergeht, \u00fcber die ich hier weiterhin nur kryptische \u2013 und damit f\u00fcr die geneigte Leserin total nervige \u2013 Andeutungen machen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Gestern war der Todestag von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hans_Memling\">Hans Memling<\/a>, und der sch\u00f6ne Rubens-Twitter-Account w\u00fcrdigte das nat\u00fcrlich. Wir sprachen gerade im <a href=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=29674\">Podcast<\/a> \u00fcber den Herrn, \u00fcber den ich meine erste Hausarbeit im Studium geschrieben habe, unter anderem \u00fcber dieses Bild.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-lang=\"de\">\n<p lang=\"en\" dir=\"ltr\">Virgin &amp; child miraculously appear to Maerten van Nieuwenhove in spectacular diptych from 1487. Are they in the same reality as he is? Painter Hans Memling, whose day is today, asks us to consider it. <a href=\"https:\/\/t.co\/V4ZKuOmgAC\">pic.twitter.com\/V4ZKuOmgAC<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Peter Paul Rubens (@PP_Rubens) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/PP_Rubens\/status\/1028391931741523968?ref_src=twsrc%5Etfw\">11. August 2018<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freitag hockte ich in einem tiefen Motivationsloch, das mich sehr \u00fcberraschte, aber Menschen mit Doktortitel in meiner Umgebung so gar nicht. Nach der doofen Nachricht, dass ich keinen Einblick in den Grossberg-Nachlass bekomme, hatte ich das Mittwoch total motiviert umschifft, indem ich meine bisherige Forschung neu strukturierte (immerhin im Kopf). 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