{"id":29025,"date":"2018-04-20T07:23:48","date_gmt":"2018-04-20T06:23:48","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=29025"},"modified":"2018-04-20T07:24:36","modified_gmt":"2018-04-20T06:24:36","slug":"tagebuch-donnerstag-19-april-2018-irgendwie-okay-so-aber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=29025","title":{"rendered":"Tagebuch, Donnerstag, 19. April 2018 \u2013 Irgendwie okay so, aber"},"content":{"rendered":"<p>Morgens v\u00f6llig verschlafen. Mein Wecker klingelte brav um 7, ich stellte ihn brav aus und drehte mich nur noch einmal um, nur kurz &#8230; und dann war es pl\u00f6tzlich zehn vor 9 und mein halber Tag schon rum. Eigentlich h\u00e4tte ich um diese Zeit auf dem Fahrrad sitzen wollen in Richtung Stabi, aber das verschob ich im Kopf flugs auf die Zeit nach der Vorlesung, die von 12 bis 14 stattfand. Entspannt geduscht und den \u00fcblichen Morgencappuccino gemacht.<\/p>\n<p>Mit dem ich seit letzter Woche sehr hadere. Und mit diesem Fakt hadere ich auch. Seit dem <a href=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=28945\">Tasting<\/a> beim Profi ist mir sehr deutlich klar geworden, wie gro\u00df der Unterschied zwischen dem Wunschergebnis ist und dem Zeug, das ich jeden Morgen produziere. Ich wei\u00df noch, dass ich beim ersten Schluck purem Espresso beim Dallmayr (wir sagen hier \u201ebeim\u201c Dallmayr und nicht \u201ebei\u201c. Glaube ich wenigstens) dachte: \u201eOh wow.\u201c Und direkt danach, fast gleichzeitig: \u201eOh fuck.\u201c Weil ich in diesem Moment wusste, wo ich hin will und wie weit ich noch davon entfernt bin. Das war nicht nur der Geschmack, sondern schon das pure Mundgef\u00fchl, das mich umgehauen hat, die Vollmundigkeit, die Kraft, das war alles eine komplett andere Liga.<\/p>\n<p>Ja, mir ist schon klar, dass ich meine lausige 180-Euro-Maschine nicht mit einer professionellen Gastro-Maschine vergleichen kann. Ja, der Mann, der mir da Espresso am laufenden Band gereicht hat, macht das den ganzen Tag und ich h\u00f6chstens zweimal. (Na gut, dreimal.) Meine M\u00fchle ist nicht die allerbeste und meine Aufsch\u00e4umf\u00e4higkeiten sind ausbauf\u00e4hig, aber ich habe sehr gutes Ausgangsmaterial und gebe mir M\u00fche, wiege ab und achte auf Temperaturen, aber das, was ich beim Kaffee schon prima hinkriege, klappt beim Espresso halt nicht, denn an der Maschine kann ich nicht rumdengeln. Deswegen denke ich seit einer Woche in neuen <a href=\"https:\/\/www.coffeecircle.com\/de\/g\/espressomaschinen\">Preiskategorien<\/a> und bin latent schlecht gelaunt. Vielleicht traue ich mich mal in eines dieser sagenumwobenen <a href=\"https:\/\/www.mobacoffee.de\/\">Fachgesch\u00e4fte<\/a> und lasse mir ein paar Espresso vorsetzen. Und dann verschiebe ich meinen geplanten Urlaub aufs n\u00e4chste Jahr, denn der wird dann zu teuer. Auch deswegen bin ich latent schlecht gelaunt. Ich h\u00e4tte mit diesem Essen und Trinken nie anfangen sollen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Die Vorlesung zu Landschaftsdarstellungen war sch\u00f6n. Bisschen z\u00e4h, aber sch\u00f6n. Von mir aus h\u00e4tten wir nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Giotto_di_Bondone\">Giotto<\/a> Schluss machen k\u00f6nnen, denn bei Giotto geht mein Blutdruck immer so sch\u00f6n nach unten. Es gibt kaum Malerei, die das \u00e4hnlich hinkriegt. (Anselm Kiefer kann das auch.)<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Nach Hause geradelt, Stabi auf heute verschoben. Gearbeitet, Zeitung gelesen, zwei Bagels mit Putenbrust \u00fcber den Tag und Abend verteilt verspeist. Tee getrunken statt Kaffee. (*wimmer*) Abends <em>Fantasyland<\/em> ins Regal gestellt. Mir f\u00fcrs Wochenende das n\u00e4chste <em>Ulysses<\/em>-Kapitel vorgenommen. Das Buch kann man anscheinend auch gut mit Pausen lesen. Man wei\u00df ja, dass man da die n\u00e4chsten Jahre immer wieder reingucken werden wird.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/projekte.sueddeutsche.de\/artikel\/kultur\/artikel-e608226\/\">Chronologie eines Desasters<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Die SZ fasst die Ereignisse um die Berliner Volksb\u00fchne und Chris Dercon zusammen. Mir ist das Thema eigentlich wurst, weil mir Berlin wurst ist, aber das ist sehr lesenswert. Vor allem die von Anfang an sehr unterschiedlichen Positionen, was mit dem Haus und seinen Menschen anzufangen sei, fand ich sehr spannend. Zwei Zitate zeigen das recht gut:<\/p>\n<blockquote><p>\u201e\u201cIch habe mich schon zu meinen M\u00fcnchner und Londoner Museumszeiten f\u00fcr die Arbeiten von Ren\u00e9 Pollesch interessiert. 2011 war ich Mitglied einer Jury in M\u00fcnchen, die Ren\u00e9 Pollesch f\u00fcr eine \u2018artist residence\u2019 diskutiert hat. In diesem Zusammenhang habe ich die DVD-Komplettmitschnitte seiner Inszenierungen \u2018Ich schau dir in die Augen\u2026\u2019, \u2018Ein Chor irrt sich gewaltig\u2019 und \u2018Kill your Darlings\u2019 von der Volksb\u00fchne mit Zustimmung von Ren\u00e9 Pollesch bekommen und mir angesehen. Ich habe die Pollesch-Ausstellung \u2018Der Dialog ist ein unverst\u00e4ndlicher Klassiker\u2019 in der Galerie Buchholz besucht. An der Volksb\u00fchne habe ich \u2018Kill your Darlings\u2019, \u2018House for sale\u2019 und \u2018Von einem, der auszog\u2019 gesehen. An der Tate Modern habe ich mit Catherine Wood eine Pollesch-Ausstellung diskutiert. Leider hat das Tate-Kuratorium dieser Idee aber nicht zugestimmt.\u201d<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chris_Dercon\">Chris Dercon<\/a><\/p>\n<p>\u201cDercon sagte, dass er meine Arbeit liebe, aber es war schnell klar, dass er sie nicht kannte. Seine Freundin kannte einige St\u00fccktitel, aber sie brachte alles durcheinander. Ich hatte den Eindruck, dass Dercon nicht einmal meinen Wikipedia-Eintrag gelesen hatte.\u201d<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ren%C3%A9_Pollesch\">Ren\u00e9 Pollesch<\/a>\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>(via <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hotelmama\">@hotelmama<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Morgens v\u00f6llig verschlafen. Mein Wecker klingelte brav um 7, ich stellte ihn brav aus und drehte mich nur noch einmal um, nur kurz &#8230; und dann war es pl\u00f6tzlich zehn vor 9 und mein halber Tag schon rum. 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