{"id":28834,"date":"2018-04-02T08:54:17","date_gmt":"2018-04-02T07:54:17","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=28834"},"modified":"2018-04-02T11:41:23","modified_gmt":"2018-04-02T10:41:23","slug":"was-schon-war-sonntag-1-april-2018-ach-das-ist-von-dem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=28834","title":{"rendered":"Was sch\u00f6n war, Sonntag, 1. April 2018 \u2013 \u201eAch, das ist von dem?\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Erstmal das Unsch\u00f6ne aus dem Weg r\u00e4umen: Ich bin ernsthaft auf einen Aprilscherz reingefallen. Im Internet. Wie so ne Anf\u00e4ngerin. <\/p>\n<p>Als ich begann, zum FC Augsburg mitzufahren, freute ich mich \u00fcber die schnuffige Tram, die extra bis zum Stadion verl\u00e4ngert wurde, sowie eben das Stadion, das funktional ist, aber auch angenehm zum Fu\u00dfballgucken inklusive ordentlicher Toiletten und schneller Fressb\u00fcdchen. F. und weitere Augsburger erz\u00e4hlten mir ewig, dass es ein Wunder sei, dass die Tram funktioniert und das Stadion steht. Anscheinend klappt in Augsburg nur alle zehn Jahre mal ein Gro\u00dfprojekt, wenn \u00fcberhaupt. Ich kann das nicht beurteilen, ich wohne da ja nicht, aber das habe ich mir gemerkt. Und so war ich auch nicht \u00fcberrascht, sondern f\u00fchlte die ganzen Berichte best\u00e4tigt, als der FCA gestern auf seiner Website <a href=\"https:\/\/fcaugsburg.de\/wns\/2018\/04\/01\/baumaengel-fca-verwaltungsgebaeude-aktuell-nicht-nutzbar\/\">schrieb<\/a>, dass er aus dem gerade errichteten Verwaltungsgeb\u00e4ude wegen Baum\u00e4ngeln wieder ausziehen m\u00fcsse. Auch F. sei kurz dar\u00fcber gestolpert, meinte er, habe sich dann aber clevererweise an das Tagesdatum erinnert. Das hatte ich hingegen vergessen. Well played, FCA.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Lange ausgeschlafen, entspannt vor mich hingebloggt und Brot gebacken, w\u00e4hrend der Herr noch eine Runde D\u00f6sen nachlegte, dann gemeinsam gefr\u00fchst\u00fcckt und den weiteren Tag besprochen. Unsere Tagesplanungen sto\u00dfen manchmal zusammen, denn F. macht gerne Kram und geht dauernd weg, w\u00e4hrend ich gerne rumliege und sch\u00f6n zuhause bleibe, wo die Serien und der Kaffee sind. Manchmal schaffen wir es aber doch, gemeinsam in Ausstellungen zu gehen, so wie gestern. Wir schauten uns Fotos von <a href=\"https:\/\/www.versicherungskammer-kulturstiftung.de\/kunstfoyer\/the-concept-of-lines-richard-avedon-george-hoyningen-huene-und-irving-penn\/\">Richard Avedon, George Hoyningen-Huene und Irving Penn im Kunstfoyer der Versicherungskammer<\/a> an. Daf\u00fcr werbe ich gerne mal wieder: Das Foyer ist jeden Tag ge\u00f6ffnet und es ist umsonst. Einfach mal vorbeigehen, da h\u00e4ngt eigentlich immer was Nettes.<\/p>\n<p>Die Ausstellung war ziemlich luftig geh\u00e4ngt, wir waren recht schnell mit ihr fertig. Leider, denn ich fand sie sehr interessant und h\u00e4tte gerne noch mehr gesehen. Von den drei Herren war mir <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/George_Hoyningen-Huene\">George Hoyningen-Huene<\/a> kein Begriff; ich meinte noch so mittendrin, dass ich bis jetzt noch kein Bild von ihm gesehen h\u00e4tte, das ich kannte \u2013 und dann sah ich <a href=\"https:\/\/condenaststore.com\/featured\/the-bathers-george-hoyningen-huene.html\">dieses Foto<\/a>, nach dem gef\u00fchlt jede Parfumwerbung der 80er Jahre modelliert wurde. Ahja. Der ist das also. Ich mag das Bild in seiner grafischen Schlichtheit, die trotzdem viel Sehnsucht, Freiheitsdrang und gleichzeitig Entspannung und L\u00e4ssigkeit zeigt, sehr gerne. Was ich gestern lernte: dass eines der Models <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Horst_P._Horst\">Horst P. Horst<\/a> ist. Und dass der Herr erst Model war, bevor er Fotograf wurde. Und dass er \u201ePartner\u201c von Hoyningen-Huene war, wie ein Wandtext vorsichtig formuliert. \u00dcber dessen sexuelle Orientierung begann ich recht schnell zu spekulieren, wobei ich nicht wei\u00df, ob das schlicht an der Kuratierung lag; bei den beiden anderen Fotografen dachte ich nicht dar\u00fcber nach, allerdings wusste ich bei ihnen auch, dass sie verheiratet gewesen waren (was ja gerade in den 1950er Jahren etc. nichts hei\u00dfen will, aber trotzdem). Bei Hoyningen-Huene ist die Begeisterung f\u00fcr den m\u00e4nnlichen K\u00f6rper recht deutlich sichtbar. Das zeigt sich interessanterweise am eindr\u00fccklichsten an den Bildern, die er von Frauen gemacht hat, die mir recht entsexualisiert vorkamen, was immer wieder erfrischend f\u00fcr die Augen ist, gerade in der Modefotografie. <\/p>\n<p>Ein Bild konnte sowohl F. als auch mich sehr faszinieren: eine Portr\u00e4taufnahme von Greta Garbo von 1948. F. und ich gehen selten als Paar durch Ausstellungen, jeder von uns mag das eigene Tempo gern, aber dann auch wieder das gemeinsame Betrachten eines Werks. Meist zerrt einer von uns den anderen mal eben irgendwo hin, weil etwas begeistert, dann trennen wir uns, bis wieder jemand zerrt. Ich blieb ewig vor Garbo stehen und ging dann weiter, dann sprach mich F. mit gro\u00dfen Augen auf Garbo an, ich nickte und wir schauten noch einmal gemeinsam. Was ich so spannend am Foto fand: dass es so zeitlos aussieht. Ich h\u00e4tte nie auf 1948 getippt, und wenn ich ganz ehrlich sein darf, habe ich auf den ersten Blick nicht mal Frau Garbo erkannt, weil es so unglamor\u00f6s ist. Aus den Augenwinkeln dachte ich, ah, irgendein Model in den 1970er Jahren. (Das <a href=\"http:\/\/www.greta-garbo.de\/galerie018.html\">Bild<\/a> ist das rechte in der ersten Reihe, f\u00e4lschlicherweise auf 1951 datiert, und es wirkt nat\u00fcrlich \u00fcberhaupt nicht auf 300 Pixel, aber ich wollte es euch wenigstens zeigen.) Ich las mal irgendwo, dass Frau Garbo ein Gesicht habe, das man sofort wieder vergisst, aber wenn es auf der Leinwand vor einem ist, kann man nirgends anders hinschauen. So \u00e4hnlich ging es mir vor diesem Foto. Man mag einfach nicht gehen.<\/p>\n<p>Ich betrachtete die Werke von Hoyningen-Huene auch im Hinblick auf die zeitliche Entstehung. Es waren einige Bilder aus den 1920er Jahren zu sehen, und jetzt erst, mit dem ganzen neusachlichen Hintergrund, den ich mir in den letzten Jahren angeeignet habe, konnte ich erfassen, wie radikal diese Fotos waren. Eben waren Frauenk\u00f6rper noch verh\u00fcllt von Kopf bis Fu\u00df, in Korsette gesteckt, mit Haaren bis zur H\u00fcfte und schicklichen Posen. Und nun sah man Bilder wie das vom Ausstellungsplakat von 1930 (Link von oben). Eine Revolution! Ich mochte auch generell die Bildkompositionen von ihm, die entweder fies klassizistisch waren (und manchmal eine Vorahnung auf Bilder \u00e0 la Riefenstahl weckten) oder aber eben irrwitzig modern, neusachlich halt, sehr klar und unbeeindruckt, k\u00fchl und realistisch. Aber selbst die hatten den Glamour, den Modefotografie gerne mal haben m\u00f6chte. Da werde ich demn\u00e4chst mal im ZI ein paar Bildb\u00e4nde durchbl\u00e4ttern.<\/p>\n<p>Von den Bilder von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Irving_Penn\">Penn<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Richard_Avedon\">Avedon<\/a> kannte ich viele, aber es war trotzdem sch\u00f6n, sie mal in gro\u00df vor sich zu haben und nicht nur als Abbildung in B\u00fcchern. Besonders der knarzige <a href=\"https:\/\/www.moma.org\/collection\/works\/128635\">John Ford<\/a> kommt auf 80 Zentimetern sehr eindrucksvoll. Ich freute mich auch \u00fcber ein Wiedersehen mit einigen der <a href=\"http:\/\/flavorwire.com\/211107\/irving-penns-fantastic-corner-portraits-of-cultural-icons\">Corner Portraits<\/a> von Penn, von denen mir besonders Joe Louis gefiel: ein Mann, der mich vermutlich mit seiner schlichten k\u00f6rperlichen Pr\u00e4senz h\u00e4tte umpusten k\u00f6nnen, ganz klein und eingequetscht. Das war zumindest mein erster Gedanke, es ist einfach eine f\u00fcr ihn ungewohnte Inszenierung. Gleichzeitig fiel mir aber auf, dass die meisten wei\u00dfen Akteure und Akteurinnen sich selbstbewusst in der Ecke Platz schafften, w\u00e4hrend er pl\u00f6tzlich eingesperrt wirkte. Ich ahne, dass diese Ebene nicht gewollt war, aber im meinem Kopf war sie auf einmal da.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Nach der Ausstellung wollten wir entspannt mit der Tram in die Richtung von F. fahren und beim <a href=\"http:\/\/www.ballabeni.de\/\">Ballabeni<\/a> Eis essen. Als wir das Foyer verlie\u00dfen, regnete es schon \u2013 wir waren beide clevererweise in Regenjacken gewandet \u2013, aber auf den wenigen Metern zur Tram kamen noch Hagel und Wind dazu, weswegen wir das Eis verschoben. Auf dem R\u00fcckweg riss der Himmel aber wieder auf, es war gef\u00fchlt zehn Grad w\u00e4rmer und die Sonne schien. Eis essen! Ich genoss zwei Kugeln Karamell mit Amarettini sowie Lem-Olive, eine wilde Mischung aus Zitrone und ges\u00fc\u00dften Oliven. Das funktioniert als cremiges Etwas gut, aber wenn man auf ein St\u00fcckchen Olive bei\u00dft, und sei sie noch so umzuckert, f\u00e4llt einem wieder auf, dass es eine seltsame Zutat ist. Muss ich nicht noch einmal haben. Der Probierl\u00f6ffel war Kokoseis, von dem ich beim n\u00e4chsten mal eine ganze Kugel will. Das Anfixen haben sie beim Ballabeni echt gut drauf.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Bei F. zuhause wollten wir eigentlich lesen, aber das schaffte nur F., w\u00e4hrend ich eine Runde Sp\u00e4tnachmittagsschlaf hielt.<\/p>\n<p>Zum Abendbrot wollte ich eigentlich (gestern war anscheinend der Tag des \u201eeigentlich\u201c) meinen geliebten <a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=13359\">Avocado-Dingsbums-Salat<\/a> machen, aber irgendwie zog es uns zu <a href=\"http:\/\/www.ruffsburger.de\/\">Ruff&#8217;s Burger<\/a>. Dort sa\u00dfen wir eine knappe Stunde, und in der Zeit waren ungef\u00e4hr gleich viele Kunden, die dort essen wollten oder sich etwas abholten, im Laden wie Foodora- und Deliveroo-Kuriere (deutlich mehr Foodora).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erstmal das Unsch\u00f6ne aus dem Weg r\u00e4umen: Ich bin ernsthaft auf einen Aprilscherz reingefallen. Im Internet. Wie so ne Anf\u00e4ngerin. Als ich begann, zum FC Augsburg mitzufahren, freute ich mich \u00fcber die schnuffige Tram, die extra bis zum Stadion verl\u00e4ngert wurde, sowie eben das Stadion, das funktional ist, aber auch angenehm zum Fu\u00dfballgucken inklusive ordentlicher [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-28834","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weblog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28834","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=28834"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28834\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28839,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28834\/revisions\/28839"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=28834"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=28834"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=28834"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}