{"id":28445,"date":"2018-01-20T11:49:16","date_gmt":"2018-01-20T10:49:16","guid":{"rendered":"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=28445"},"modified":"2018-01-20T14:45:35","modified_gmt":"2018-01-20T13:45:35","slug":"was-schon-war-freitag-19-januar-2018-hach-und-hojotoho","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=28445","title":{"rendered":"Was sch\u00f6n war, Freitag, 19. Januar 2018 \u2013 Hach und Hojotoho"},"content":{"rendered":"<p>Den Vormittag verbrachte ich endlich mal wieder in der <a href=\"http:\/\/www.zikg.eu\/bibliothek\">Bibliothek des ZI<\/a>. Mitte Dezember war meine Laune auf einem Tiefpunkt angekommen, weil mich ausbleibende Jobs und eine immer chaotischere Verstrickung in meine Diss-Frage mich m\u00fcrbe gemacht hatten; ich legte einen zweiw\u00f6chigen Urlaub von meinem eigenen Kopf ein und das hat sehr gut getan. Im Hintergrund arbeitete mein Hirn weiter und ich ahne wieder so langsam, wo ich hinwill, und eine Buchung ist netterweise auch dabei rausgekommen (was vermutlich nicht an meinem Urlaub lag, aber es best\u00e4tigt mein kindliches Wunschdenken, dass man das Universum auch einfach mal machen lassen darf).<\/p>\n<p>Jedenfalls war ich gestern nach vierw\u00f6chiger Pause endlich mal wieder zwischen den Regalen unterwegs, weil ich f\u00fcr den Kunden, f\u00fcr den ich gerade arbeite, etwas nachschlagen wollte. Ich war also eigentlich als Werbetexterin da und f\u00fchlte mich ein bisschen schuldig, als ob ich mein eigentliches Herzblatt betr\u00fcge but a girl&#8217;s gotta eat! Trotzdem kam nat\u00fcrlich die Kunsthistorikerin durch, sobald ich den ersten Stapel an meinen Platz getragen hatte und las. Und beim Zusammensuchen des zweiten Stapels, als ich mit B\u00fcchern im Arm \u2013\u00a0<a href=\"https:\/\/twitter.com\/ankegroener\/status\/951787318884610048\">bekanntlich<\/a> eine meiner Lieblingsgesten \u2013 gem\u00e4chlichen Schrittes durch die hohen Regale ging, holte mich auch dieses seltsame ZI-Gef\u00fchl wieder ein. Ich kann es vermutlich nur schwer vermitteln, aber immer wenn ich in Bibliotheken rumw\u00fchle, f\u00fchle ich mich, wie andere sich vielleicht in Fangopackungen oder bei einer Massage f\u00fchlen: unglaublich entspannt, ruhig und gleichzeitig hellwach, um alles zu genie\u00dfen. Manchmal bleibe ich einfach zwischen den Regalen stehen, lege den Kopf schr\u00e4g und lese ein paar Buchr\u00fccken durch, auch wenn ich dort gar nichts suche. Ich fasse die B\u00fccher an, die im Regal stehen, umarme die, die ich mit mir herumtrage und f\u00fchle mich so unglaublich wohl, dass es mir fast peinlich ist. Es ist nicht nur das Gef\u00fchl von Papier, das ich gerne mag, oder die schiere Menge an B\u00fcchern. Es ist das Wissen, dass um mich herum noch irrwitzig viel mehr Wissen steht, und wenn ich nur lange genug hierbleibe, ich mir das alles erlesen kann.<\/p>\n<p>(Ihr m\u00fcsst euch jetzt vorstellen, wie ich auf dem Sofa sitze und tippe und gerade von meinen eigenen Worten und Erinnerungen so ger\u00fchrt bin, dass ich jetzt dringend Peniswitze oder \u00e4hnliches einstreuen m\u00f6chte, damit das hier nicht zu memmig wird. \u00c4hem. Wir r\u00e4uspern uns jetzt alle kurz und reden mit tiefer, starker Stimme weiter.)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_2562.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"506\" class=\"alignnone size-full wp-image-28449\" \/><\/p>\n<p>Am fr\u00fchen Nachmittag war dann f\u00fcr mich bereits Feierabend, denn F. und ich hatten Karten f\u00fcr die <em><a href=\"https:\/\/www.staatsoper.de\/stueckinfo\/die-walkuere.html\">Walk\u00fcre<\/a><\/em>, die um 17 Uhr begann. Ich mochte es sehr, dass die Staatsoper den <a href=\"https:\/\/twitter.com\/bay_staatsoper\/status\/954362630914920450\">Klassiker<\/a> von Monaco Franze selbst vertwitterte und warnte F. auch, dass er, wenn er nach der Auff\u00fchrung irgendwas von \u201e<a href=\"http:\/\/siegfriedwewers.blogspot.de\/2008\/11\/die-opernkritik.html\">altmodisch bis provinziell<\/a>\u201c twittern w\u00fcrde, was auf die Nase bek\u00e4me.<\/p>\n<p>Ich mag die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Andreas_Kriegenburg\">Kriegenburg<\/a>-Inszenierung sehr gerne, aber anscheinend hat sich das M\u00fcnchner Publikum immer noch nicht an die \u201ePferde\u201c am Beginn des dritten Aufzugs gew\u00f6hnt, die seit 2012 bekannt sein sollten. Eigentlich geht der dritte Akt mit dem Walk\u00fcrenritt los, aber bei Kriegenburg d\u00fcrfen erstmal zw\u00f6lf (?) langhaarige Damen stampfend und schnaubend die Pferde der Walk\u00fcren imitieren, bevor das Orchester einsetzt. Als ich vor f\u00fcnf Jahren das St\u00fcck zum ersten Mal sah, wurde noch gepfiffen, gestern wurde mittendrin applaudiert, vermutlich um den Pfeifern die Lust zu nehmen, aber als die Damen mit ihrer Performance fertig waren, kamen die ersten Buhrufe, die nat\u00fcrlich niedergeklatscht werden mussten \u2013\u00a0und dar\u00fcber vers\u00e4umte man dann ganz toll die einsetzende <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4tC41KK0RBM\">Musik<\/a>. Deppen.<\/p>\n<p>(Ihr k\u00f6nnt euch die Pferde \u00fcbrigens am Montag selbst angucken, <a href=\"https:\/\/www.staatsoper.de\/tv.html?no_cache=1#c9891\">die Staatsoper streamt live<\/a>. M\u00fcsste so gegen 21 Uhr losgehen, der letzte Akt.)<\/p>\n<p>Das Ende des St\u00fccks, den <a href=\"https:\/\/youtu.be\/4tC41KK0RBM?t=1h2m26s\">Feuerzauber<\/a>, ruinierten dann die \u00fcblichen \u201eBravo\u201c-Br\u00fcller, die mir fast genauso auf die Nerven gehen wie die Buhrufer, jedenfalls wenn sie NICHT MAL EINE VERFICKTE ZEHNTELSEKUNDE WARTEN K\u00d6NNEN, bis sie nach der letzten langen Note ihr individuelles Urteil zu den vergangenen f\u00fcnf Stunden loswerden d\u00fcrfen. Einmal, EINMAL m\u00f6chte ich nach einer Auff\u00fchrung kurz durchatmen und zu mir kommen k\u00f6nnen. Hmpf. Komischerweise ging das am <a href=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/?p=28428\">Mittwoch<\/a> bei den Symphonikern eher. Vielleicht liegt&#8217;s echt am Opernpublikum.<\/p>\n<p>Wobei dieses Publikum mich auch durchaus vers\u00f6hnen kann:<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-lang=\"de\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Hat sie, ich hab gefragt.<\/p>\n<p>&mdash; Anke Gr\u00f6ner (@ankegroener) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ankegroener\/status\/954371095620091905?ref_src=twsrc%5Etfw\">19. Januar 2018<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>Ich sprach die Dame im Bus an: \u201eAuch zur Walk\u00fcre?\u201c Sie lachte und meinte, ja, sonst w\u00fcrde sie nicht so rumlaufen. Wir scherzten dann noch: \u201eIch geh sonst so zur Arbeit.\u201c \u201eIch putze sonst so \u2013 man kommt zwar nicht an alles ran, sieht aber super dabei aus.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/Bildschirmfoto-2018-01-20-um-10.47.33.png\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"501\" class=\"alignnone size-full wp-image-28448\" srcset=\"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/Bildschirmfoto-2018-01-20-um-10.47.33.png 500w, https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/Bildschirmfoto-2018-01-20-um-10.47.33-150x150.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>Dieser Ausblick fiel mir gestern auch zum ersten Mal auf. Wir haben \u00fcbrigens f\u00fcr den ganzen Ring unfassbar gute Pl\u00e4tze im ersten Rang, erste Reihe, fast in der Mitte, in den Pausen gab&#8217;s den clever vorbestellten <a href=\"https:\/\/www.dallmayr-versand.de\/2015-Dallmayr-Meistercuvee-extra-trocken\">Sekt<\/a>, ich bewunderte wie immer die Kronleuchter, und bis auf die eben bem\u00e4ngelten Schreier war das ein wundersch\u00f6ner Abend. Ich freue mich schon auf <em>Siegfried<\/em> und die <em>G\u00f6tterd\u00e4mmerung<\/em>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den Vormittag verbrachte ich endlich mal wieder in der Bibliothek des ZI. Mitte Dezember war meine Laune auf einem Tiefpunkt angekommen, weil mich ausbleibende Jobs und eine immer chaotischere Verstrickung in meine Diss-Frage mich m\u00fcrbe gemacht hatten; ich legte einen zweiw\u00f6chigen Urlaub von meinem eigenen Kopf ein und das hat sehr gut getan. Im Hintergrund [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-28445","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weblog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28445","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=28445"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28445\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28458,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28445\/revisions\/28458"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=28445"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=28445"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=28445"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}