{"id":26342,"date":"2017-02-24T09:56:44","date_gmt":"2017-02-24T07:56:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=26342"},"modified":"2017-02-24T09:58:23","modified_gmt":"2017-02-24T07:58:23","slug":"tagebuch-donnerstag-23-februar-2017-halber-tag-frei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=26342","title":{"rendered":"Tagebuch, Donnerstag, 23. Februar 2017 \u2013 Halber Tag frei"},"content":{"rendered":"<p>Vormittags eine Stunde hirntot auf mein Manuskript gestarrt und ein paar vermutlich sinnlose Korrekturen gemacht; dann entschieden, eine Runde spazierenzugehen und den Kopf auszumachen. Diese T\u00e4tigkeit geschickt damit verbunden, ein P\u00e4ckchen zur Post zu bringen, einzukaufen und ein paar Pok\u00e9mons zu fangen. Danach war ich allerdings immer noch nicht so recht konzentriert, weswegen ich mir selber den Rest des Tages freigab. (Dieser Luxus ist mir sehr bewusst.)<\/p>\n<p>Da ich von den Buttermilk Pancakes am Dienstag noch Buttermilch im K\u00fchlschrank hatte, hatte ich morgens nach weiteren lustigen Verwendungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr diese Zutat gesucht und landete beim Buttermilk Chicken. Um die Mittagszeit legte ich daher das soeben entstandene H\u00e4hnchenfilet, in mundgerechte St\u00fccke geschnitten, in eine Marinade aus Buttermilch, Cayennepfeffer, Knoblauchsalz und Zwiebelpulver ein und lie\u00df es ein paar Stunden in einem Gefrierbeutel im K\u00fchlschrank stehen. Abends w\u00e4lzte ich die St\u00fccke in Mehl und briet sie in Butterschmalz aus (keine Lust auf \u00d6l). Ich war \u00fcberrascht davon, wie zart und frisch das Huhn schmeckte und wie sch\u00f6n die Panade wurde \u2013 f\u00fcr ein anst\u00e4ndiges Wiener Schnitzel (bestes Essen ever) braucht es ja immer noch Semmelbr\u00f6sel und Ei, aber hier reichte auch Mehl. Dazu gab&#8217;s f\u00fcr F. und mich frisch gestampften Kartoffelbrei, Salat, ein Bierchen und danach einen dringenden Birnengeist. Weil es so gut schmeckte, verga\u00df ich, es zu fotografieren.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Bei der Hausarbeit mal wieder gemerkt, dass ich l\u00e4ngst nicht alles unterkriege, was ich schon \u00fcber Leo wei\u00df. Nachdem ich in der letzten Woche in Bibliotheken gearbeitet habe, konnte ich in dieser Woche am heimischen Schreibtisch sitzen und alles runterschreiben, was ich an biografischen und k\u00fcnstlerischen Daten \u00fcber ihn rausgefunden hatte. Weil ich schon so lange \u00fcber den Herrn nachdenke, musste ich daf\u00fcr meist nicht mal meine Notizen verwenden, ich hatte das alles schon im Kopf. Das war ein sehr sch\u00f6nes Gef\u00fchl, mitzukriegen, wieviel ich mir so nebenbei gemerkt hatte.<\/p>\n<p>Ich war allerdings auch ein bisschen traurig, eben weil ich merkte, was ich wegen der Zeichenbegrenzung alles nicht aufschreiben kann. Es f\u00fchlt sich ein bisschen an, Leo bewusst zu vergessen \u2013 all die Daten und Ausstellungen und Bildernamen und biografischen Details, die jetzt einfach weiter in den Archiven und Heimatmuseen liegen, bis vielleicht der oder die n\u00e4chste Kunstgeschichtsstudi nach ihnen w\u00fchlt. Oder eben auch nicht. Und schon war ich in der deprimierenden Gedankenschleife, was uns alles an Wissen verlorengeht, weil a) Menschen nichts aufschreiben oder b) Studis ihre Hausarbeiten nicht ver\u00f6ffentlichen, weswegen vermutlich schon tausendmal \u00fcber die Dinge geschrieben wurde, \u00fcber die ich jetzt schreibe, es aber niemand mitkriegt.<\/p>\n<p>Ich war sehr froh, als ich mich an den Herd stellen und kochen konnte, um nicht weiter sinnlos dar\u00fcber zu trauern, wen und was wir alles schon vergessen haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vormittags eine Stunde hirntot auf mein Manuskript gestarrt und ein paar vermutlich sinnlose Korrekturen gemacht; dann entschieden, eine Runde spazierenzugehen und den Kopf auszumachen. Diese T\u00e4tigkeit geschickt damit verbunden, ein P\u00e4ckchen zur Post zu bringen, einzukaufen und ein paar Pok\u00e9mons zu fangen. 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