{"id":257,"date":"2002-05-30T17:37:31","date_gmt":"2002-05-30T16:37:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=257"},"modified":"2004-11-08T21:00:21","modified_gmt":"2004-11-08T20:00:21","slug":"in-the-bedroom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=257","title":{"rendered":"In the Bedroom"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"http:\/\/imdb.com\/title\/tt0247425\/\">In the Bedroom<\/a><br \/>\n(USA, 2001)<\/p>\n<p>Darsteller: Sissy Spacek, Tom Wilkinson, Marisa Tomei, Nick Stahl<br \/>\nDrehbuch: Robert Festinger, Todd Field<br \/>\nKamera: Antonio Calvache<br \/>\nMusik: Thomas Newman<br \/>\nRegie: Todd Field<\/em><\/p>\n<p>Ein Sohn ist gestorben. Ermordet worden. Die Eltern trauern um ihr einziges Kind. Beide drohen am Verlust zu zerbrechen und finden schlie\u00dflich eine L\u00f6sung, die es beiden erlaubt, halbwegs normal weiterzuleben. <\/p>\n<p>Der Film <em>In the Bedroom<\/em> erz\u00e4hlt von Trauer. Von einem Verlust, der einem immer bewusst bleibt. Von Abschieden, die nicht aufh\u00f6ren. Und vom t\u00e4glichen Kampf, einfach weiterzuatmen und f\u00fcr einige Minuten diese Leere, die pl\u00f6tzlich da ist, zu vergessen. Trauer dauert. Sie dauert f\u00fcr den Rest der Welt meist zu lange. Genau diese Zeit nimmt sich der Film. In langen, ruhigen Bildern wird die Geschichte der Trauerarbeit erz\u00e4hlt. Die Unbehaglichkeit der Freunde, die bei jedem Satz zusammenzucken, ob vielleicht die Wortwahl zu hart war. Die Schwierigkeiten bei normalen Gelegenheiten: Wie verh\u00e4lt man sich? Kann man einfach weiter Poker spielen, obwohl jemand gestorben ist? Darf man lachen und schlechte Witze machen? <\/p>\n<p>Ja, man darf. Man muss sogar. Die Zeit ist stehen geblieben f\u00fcr jemanden, der einen Menschen verloren hat. Aber f\u00fcr den Rest der Welt geht sie weiter. Trauer bedeutet, diese beiden Zeitrechnungen wieder zu einer werden zu lassen. <\/p>\n<p>Jeder geht anders mit seinem Schmerz um. Im Film versucht der Vater, so weiterzumachen wie bisher und wird von seiner Frau daf\u00fcr als gef\u00fchllos angesehen. Sie hingegen umschlie\u00dft sich mit Hass und Nicht-Verzeihen-K\u00f6nnen, was aus ihr einen unertr\u00e4glichen Menschen macht. Beides wird bis auf eine gro\u00dfe Szene, in der bei beiden die m\u00fchsam aufrecht erhaltene Fassage zusammenbricht, nie verbalisiert. Die Schauspieler lassen uns als Zuschauer genauso mit ihren Gef\u00fchlen allein wie der Mord an ihrem Sohn sie pl\u00f6tzlich allein gelassen hat. Es liegt an uns, zu entscheiden, welche Methode der Trauerarbeit die richtige ist. Wenn es eine richtige gibt.  <\/p>\n<p>Die M\u00f6glichkeit, die die Eltern w\u00e4hlen, um mit ihrem Schmerz umzugehen, erscheint mir als die schlechteste, weil es die einfachste ist. Ich wei\u00df nicht, ob sie funktioniert. Auch der Film wei\u00df es nicht und h\u00f6rt genau in dem Augenblick auf. Wieder werden wir allein gelassen und wissen nicht, wie es weiter geht.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich ist genau das die St\u00e4rke des Films: Er bietet einen L\u00f6sungsvorschlag. Aber niemand wei\u00df, ob es wirklich eine L\u00f6sung ist. Vielleicht macht es alles nur schlimmer. Aber immerhin ist es ein Versuch, die stehen gebliebene Zeit wieder anfangen zu lassen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In the Bedroom (USA, 2001) Darsteller: Sissy Spacek, Tom Wilkinson, Marisa Tomei, Nick Stahl Drehbuch: Robert Festinger, Todd Field Kamera: Antonio Calvache Musik: Thomas Newman Regie: Todd Field Ein Sohn ist gestorben. Ermordet worden. Die Eltern trauern um ihr einziges Kind. 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