{"id":25537,"date":"2016-10-26T10:17:30","date_gmt":"2016-10-26T08:17:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=25537"},"modified":"2016-10-26T10:32:08","modified_gmt":"2016-10-26T08:32:08","slug":"tagebuch-dienstag-25-oktober-2016-ms-crankypants","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=25537","title":{"rendered":"Tagebuch, Dienstag, 25. Oktober 2016 \u2013 Ms. Crankypants"},"content":{"rendered":"<p>Der gestrige Tag war nur in Momenten sch\u00f6n. Er begann um 2 Uhr morgens, als ich aus dem Schlaf hochschreckte und nicht wieder einschlafen konnte. Je l\u00e4nger ich wach lag, desto genervter wurde ich, das wechselte sich irgendwann ab mit Traurigkeit und dann Wut und ich begann, \u00fcber Dinge nachzudenken, \u00fcber die man morgens um 4 nicht nachdenken sollte; wieso liege ich hier in einer bl\u00f6den 1-Zimmer-Wohnung anstatt in meiner 4-Zimmer-Villa in Hamburg, wieso verdiene ich kein Geld mehr, was ist aus dem Kerl geworden, was ist aus uns geworden, was ist aus mir geworden, wer bin ich \u00fcberhaupt, jetzt wo ich nicht mehr Werberin in Hamburg bin, was mache ich hier eigentlich, was soll der Schei\u00df. Alles tolle Themen, die ich nat\u00fcrlich noch keine zehntausendmal durchdacht habe, mit Vorliebe abends oder nachts, aber anscheinend war gestern einer der Tage, an denen mal wieder was hochwollte, warum auch immer. Das kam sehr aus heiterem Himmel, was mich zus\u00e4tzlich traurig und w\u00fctend gemacht hat, weil ich ja immer denke, wenn es mir gut geht, dann bleibt das so. Haha.<\/p>\n<p>Gegen vier machte ich das Licht an und las, was endlich dazu f\u00fchrte, dass ich wieder m\u00fcde wurde und wieder einschlief, aber als der Handywecker klingelte, war ich eher ger\u00e4dert als ausgeruht. Aber: Die Uni wartete, ich qu\u00e4lte mich in die Klamotten und den Bus, denn es regnete, weswegen ich keine Lust aufs Fahrrad hatte, was aber kl\u00fcger gewesen w\u00e4re, weil ich dann meine Wut h\u00e4tte rausstrampeln k\u00f6nnen. So stand ich im vollen Bus mit vielen Menschen, \u00e4rgerte mich im Saal \u00fcber die \u00fcblichen Seniorenstudis, die erstmal die Randpl\u00e4tze belegen und konnte selbst im Unterricht mein Genervtheitslevel nicht abbauen. Mir ging alles auf den Zeiger, die teilweise unbeschrifteten Bilder, meine eigene Handschrift, meine M\u00fcdigkeit, und irgendwann war ich so genervt von meiner eigenen Genervtheit, dass ich mal wieder froh dar\u00fcber war, dass wir so strenge Waffengesetze haben und ich keinen Baseballschl\u00e4ger besitze, sonst w\u00fcrde ich zu <em><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Falling_Down_%E2%80%93_Ein_ganz_normaler_Tag\">Falling-Down<\/a><\/em>-Douglas mutieren.<\/p>\n<p>Zu meiner genervten M\u00fcdigkeit kam das Gef\u00fchl, eine Erk\u00e4ltung in mir aufziehen zu sp\u00fcren. Vor einigen Tagen dachte ich noch, hey, seit letztem September nicht erk\u00e4ltet gewesen, yay. Sowas sollte man ja nie denken, denn dann kichert das Universum und denkt sich, sowas solltest du nie denken, denn dann kichere ich und schicke dir Halsschmerzen und Matschigkeit.<\/p>\n<p>Immerhin fiel das Menschenrechtsseminar aus, so dass ich schon mittags nach der Vorlesung wusste, dass niemand mehr was von mir wollte f\u00fcr den Rest des Tages. Au\u00dfer der ehemalige Mitbewohner, denn eigentlich hatten wir uns auf ein Bierchen verabredet, worauf ich mich sehr gefreut hatte. Jetzt war ich also stinkig wegen M\u00fcdigkeit, Halsschmerzen und keinem Bierchen mit einem netten Menschen \u2013\u00a0und konnte das nicht mal wegschlafen. So m\u00fcde war ich dann anscheinend doch nicht; ich bin nicht mal w\u00e4hrend des bl\u00f6den DFB-Pokals eingenickt, wo ich bei Fu\u00dfball sonst hervorragend einnicken kann. Aber da war mein K\u00f6rper auf einmal bockig. Wei\u00df auch nicht, woher er das hat.<\/p>\n<p>Was mich endlich aus der Negativschleife holen konnte, waren erstens <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ankegroener\/status\/790928911668486144\">ENDLICH MAL ANST\u00c4NDIG VIELE BANANEN IM TROPIFRUTTI<\/a> (in der letzten T\u00fcte waren drei. DREI!) und zweitens: Teekochen.<\/p>\n<p>Ich trinke \u00fcberhaupt keinen Eistee, Tee ist f\u00fcr mich ein Herbst- und Wintergetr\u00e4nk, und sobald ich ihn aufsetze, beginnt die Vorfreude und mir ist sehr bewusst, dass der bl\u00f6de Sommer mit seiner bl\u00f6den Hitze endlich rum ist und die Temperaturen wieder angenehmer werden. Ich bef\u00fclle den Wasserkocher mit warmem Wasser, damit der Wasserhahn hei\u00dfes spendet, wenn der Kocher voll ist, denn damit f\u00fclle ich die Teekanne, um sie vorzuw\u00e4rmen. Das hat immer so etwas F\u00fcrsorgliches. Meine Kaffeekannen w\u00e4rme ich nicht vor, \u00fcberhaupt w\u00e4rme ich gar nichts vor, f\u00e4llt mir gerade auf, aber die Teekanne kriegt diese kleine Sonderbehandlung und das finde ich jedesmal sch\u00f6n.<\/p>\n<p>Ich mag das Zeremonielle am Teekochen, das Entz\u00fcnden des Teelichts am St\u00f6vchen \u2013 \u00fcberhaupt: St\u00f6vchen! Was f\u00fcr ein wundersch\u00f6nes Wort! Das sieht schon kuschelig aus \u2013, das Bereitstellen der sch\u00f6nen Teetasse \u2013 wie meine Kaffeetassen aussehen, ist mir weitaus egaler \u2013, das Bef\u00fcllen des Milchk\u00e4nnchens, weil ich mir keine Milch aus der schn\u00f6den T\u00fcte in mein herrliches Getr\u00e4nk kippen will; das \u00d6ffnen des Zuckerd\u00f6schens, auf dem ein winziger Deckel liegt, der ein ganz feines Ger\u00e4usch macht, wenn man ihn wieder auflegt; das Rauslegen des Silberl\u00f6ffels, die Auswahl an Teesorten \u2013 bei Kaffee habe ich koffeiniert und entkoffeiniert \u2013, das Abz\u00e4hlen der L\u00f6ffel im Gegensatz zum Kapseleinsetzen bei Nespresso \u2013, dann das Entleeren der wassergef\u00fcllten Teekanne, die sich jetzt von au\u00dfen wohlig warm anf\u00fchlt, das Aufgie\u00dfen des Tees, was so sch\u00f6n verhei\u00dfungsvoll duftet, die Wartezeit, bis ich endlich den Tee in die Tasse gie\u00dfen kann, in der schon Milch und Zucker warten. Und dann der erste Schluck und schon bin ich nicht mehr genervt.<\/p>\n<p>Vielleicht h\u00e4tte ich morgens Tee statt Kaffee trinken sollen, f\u00e4llt mir gerade auf. Merke ich mir f\u00fcrs n\u00e4chste Mal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der gestrige Tag war nur in Momenten sch\u00f6n. Er begann um 2 Uhr morgens, als ich aus dem Schlaf hochschreckte und nicht wieder einschlafen konnte. 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