{"id":2530,"date":"2008-06-16T09:38:08","date_gmt":"2008-06-16T07:38:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=2530"},"modified":"2008-06-16T09:51:12","modified_gmt":"2008-06-16T07:51:12","slug":"daft-punk-sind-zum-kotzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=2530","title":{"rendered":"Daft Punk sind zum Kotzen"},"content":{"rendered":"<p>Das erste Mal, als ich gemerkt habe, dass ich \u00e4lter und damit gebrechlicher werde, war an meinem 30. Geburtstag. K\u00f6nnte auch Autosuggestion gewesen sein, denn so ziemlich jeder Gratulant gr\u00f6hlte mir entgegen: \u201eAb 30 geht&#8217;s abw\u00e4rts! Jetzt tut jede durchzechte Nacht weh, wart&#8217;s ab!\u201c Und so erlitt ich denn auch nach einer etwas zu alkoholgetr\u00e4nkten Party einen fiesen Kater, wie ich ihn seit meinem 16. Geburtstag nicht mehr hatte, denn an diesem Tag vor 14 Jahren hatte ich zum ersten Mal dem Hochprozentigen zugesprochen. Ich habe mich selten so mies gef\u00fchlt wie am Morgen danach und habe mir daher angew\u00f6hnt, halbwegs \u201evern\u00fcnftig\u201c zu trinken. Jedenfalls hatte ich danach nie wieder einen Kater \u2013 bis zum erw\u00e4hnten 30. Geburtstag. Dieser zweite Kater f\u00fchrte dazu, dass ich seitdem den Ruf eines totalen Partypupsers habe: Ich komme fr\u00fchzeitig, bleibe bei einer Getr\u00e4nkesorte und gehe genauso fr\u00fchzeitig. Aber daf\u00fcr komme ich am n\u00e4chsten Tag schon vor 16 Uhr und ohne jede k\u00f6rperliche Nachwirkung aus dem Bett und hab was vom Tag. (Vulgo: kann viele DVDs gucken, was mir pers\u00f6nlich lieber ist als besoffene Konversationen morgens um 3.)<\/p>\n<p>Das zweite Mal, dass mir mein altes K\u00f6rperchen mitteilte, dass der s\u00fc\u00dfe Vogel Jugend auf ewig davongeflogen ist, war gestern. <\/p>\n<p>Ich <a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=2528\">erw\u00e4hnte<\/a> ja im Blog, dass die wunderbaren Daft Punk einem Fan gestattet hatten, ihre Musik mit Millionen von YouTube-Schnipseln zu einem Konzertvideo zusammenzuschneiden, da die Band mit ihrer selbstproduzierten Tour-DVD nicht zufrieden war. Und so wurde aus lauter Handyvideos ein langes Video, das man ab Samstagabend runterladen konnte. Was ich Sonntag gemacht und dann auch gleich gespannt <a href=\"http:\/\/twitter.com\/ankegroener\/statuses\/835282301\">angeguckt<\/a> habe.<\/p>\n<p>Ich war von der Atmosph\u00e4re v\u00f6llig begeistert. Gerade das Wackelige, manchmal Unzusammenh\u00e4ngende, Raue lie\u00df einen das Konzert ganz anders erleben als eine perfekte, gradlinige DVD. Ich habe zwar nach ein paar Minuten gemerkt, dass das Scheinwerfergeflacker durch die Wackelkameras etwas nervig ist, aber richtig gest\u00f6rt hat es mich nicht. Ich grummelte noch was von \u201eEpilepsiewarnung w\u00e4re vielleicht nicht schlecht\u201c und war auch kurz davor, es als Antwort auf <a href=\"http:\/\/twitter.com\/heiko\/statuses\/835290449\">Heiko<\/a> zu twittern, hab&#8217;s aber gelassen. <\/p>\n<p>Aber nach 30 Minuten wurde mir langsam etwas flau im Magen. Ich schob es auf das eben genossene Risotto, bei dem ich ja nie aufh\u00f6ren kann, guckte noch ein bisschen, merkte aber, dass die \u00dcbelkeit davon eher zunahm. Also hab ich gelesen, ein bisschen Haushaltsquatsch gemacht, wieder gelesen &#8230; aber \u00fcbel war mir immer noch. Auch das abendliche Fu\u00dfballspiel hat mich nicht abgelenkt \u2013 ganz im Gegenteil, die Kamerabewegungen und die flinken Fu\u00dfballer haben das eklige Gef\u00fchl im Bauch noch verst\u00e4rkt. Und als ich kurz zum Kerl meinte, dass mir irgendwie seit Stunden schlecht sei und ob das wohl, haha, die Schuld von Daft Punk sei, meint er nur: <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Motion_sickness#Simulation_sickness\">motion sickness<\/a>. Kann schon sein. <\/p>\n<p>Jetzt wei\u00df ich, dass mein Gehirn zu doof ist, zwei Dinge zusammenzubringen: meinen K\u00f6rper, der ruhig und entspannt auf dem Sofa lungert, und meine Augen, die v\u00f6llig hysterisch in Paris-Bercy auf einem Konzert mitwippen, -hampeln, -h\u00fcpfen und alle zwei Millisekunden ein neues Blickfeld haben. Nachts war mein Gehirn dann auch unf\u00e4hig, meinem Magen zu sagen, dass allet jut ist und er jetzt nicht ins Bad will, um sich zu entleeren. Und selbst heute Morgen sagt mein Hirn mir noch, dass mir schlecht ist und ich die Mittagsverabredung lieber sausen lassen sollte und dass ich anscheinend \u00fcber Nacht zu alt geworden bin, um mich mit Dingen zu besch\u00e4ftigen, die sich schneller bewegen als eine Schnecke.<\/p>\n<p>Ich bestelle ab jetzt nur noch B\u00fccher im Gro\u00dfdruck, w\u00fcrze mein Essen nicht mehr und werde \u00fcberhaupt dazu \u00fcbergehen, Computerspieler, das Internet und diese komische Jatzmusik zu verteufeln.<\/p>\n<p>(Aber erst mal muss ich noch ins Bad. Ihr entschul<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das erste Mal, als ich gemerkt habe, dass ich \u00e4lter und damit gebrechlicher werde, war an meinem 30. Geburtstag. K\u00f6nnte auch Autosuggestion gewesen sein, denn so ziemlich jeder Gratulant gr\u00f6hlte mir entgegen: \u201eAb 30 geht&#8217;s abw\u00e4rts! 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