{"id":25002,"date":"2016-08-09T09:52:42","date_gmt":"2016-08-09T07:52:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=25002"},"modified":"2016-08-09T09:52:42","modified_gmt":"2016-08-09T07:52:42","slug":"quote-33","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=25002","title":{"rendered":"< quote >"},"content":{"rendered":"<p>\u201eKudjabo und Panda hatten zu dem sehr kleinen Kreis von Kongolesen geh\u00f6rt, die im Ersten Weltkrieg in Belgien k\u00e4mpften. Bereits 1912 war ein Mann namens J. Droeven in die belgische Armee eingetreten; er war der Sohn eines belgischen B\u00fcchsenmachers, der 1910 im Kongo ermordet worden war, und einer Afrikanerin. Dieser <em>m\u00e9tis<\/em> war der erste Farbige in der belgischen Armee, aber noch keine drei Monate nach Kriegsbeginn desertierte er und f\u00fchrte ein ausschweifendes Leben in den Sch\u00e4nken von Paris. Kudjabo hingegen geh\u00f6rte zu einem kongolesischen Freiwilligenkorps, das sich 1914 zu den bedr\u00e4ngten belgischen Streitkr\u00e4ften gemeldet hatte. [&#8230;] Sie sollten dabei helfen, die Stadt Namur gegen die vorr\u00fcckenden deutschen Truppen zu verteidigen, konnten aber nicht viel ausrichten. Das deutsche Heer rollte wie eine Dampfwalze \u00fcber Belgien hinweg, und der 21-j\u00e4hrige Albert Kudjabo geriet, zusammen mit Paul Panda, in Gefangenschaft. Als Kriegsgefangener landete er in Berlin, unter Soldaten aus allen Gegenden der Welt. Einige V\u00f6lkerkundler und Philologen fanden diese unversehens entstandene ethnographische Ansammlung recht interessant. Sie gr\u00fcndeten die \u201e<a href=\"https:\/\/portal.wissenschaftliche-sammlungen.de\/CollectionActivity\/659\">K\u00f6niglich Preu\u00dfische Phonographische Kommission<\/a>\u201c und machten fast zweitausend Sprachaufnahmen all dieser Exoten. Albert Kudjabo durfte ein Lied singen. Er trommelte, pfiff und redete in seiner Muttersprache. Diese Aufnahmen sind bewahrt geblieben. Es hat etwas Anr\u00fchrendes: Der einzige Soldat im Dienst der belgischen Armee im Ersten Weltkrieg, dessen Stimme wir noch kennen, ist ein Kongolese.\u201c<\/p>\n<p>David van Reybrouck (Waltraut H\u00fcsmert, \u00dcbers.): <em><a rel=\"nofollow\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3518464450\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3518464450&#038;linkCode=as2&#038;tag=httpwwwankegr-21\">Kongo. Eine Geschichte<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=httpwwwankegr-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3518464450\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/><\/em>, 2. Aufl., Berlin 2014, S. 168\/169.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eKudjabo und Panda hatten zu dem sehr kleinen Kreis von Kongolesen geh\u00f6rt, die im Ersten Weltkrieg in Belgien k\u00e4mpften. Bereits 1912 war ein Mann namens J. Droeven in die belgische Armee eingetreten; er war der Sohn eines belgischen B\u00fcchsenmachers, der 1910 im Kongo ermordet worden war, und einer Afrikanerin. Dieser m\u00e9tis war der erste Farbige [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-25002","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weblog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25002","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=25002"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25002\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":25005,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25002\/revisions\/25005"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=25002"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=25002"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=25002"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}