{"id":250,"date":"2003-06-30T17:05:15","date_gmt":"2003-06-30T16:05:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=250"},"modified":"2004-11-08T20:04:45","modified_gmt":"2004-11-08T19:04:45","slug":"hero","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=250","title":{"rendered":"Hero"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"http:\/\/imdb.com\/title\/tt0299977\/\">Hero<\/a><br \/>\n(Ying xiong, CHN 2002)<\/p>\n<p>Darsteller: Jet Li, Tony Leung Chiu Wai, Maggie Cheung, Zhang Ziyi, Daoming Chen, Donnie Yen<br \/>\nDrehbuch: Feng Li, Bin Wang, Zhang Yimou<br \/>\nKamera: Christopher Doyle<br \/>\nMusik: Dun Tan<br \/>\nRegie: Zhang Yimou<\/em><\/p>\n<p>Manchmal wird ein Satz zu einer gro\u00dfen Weisheit. Manchmal reicht eine Handbewegung, um ein Weltreich zu schaffen. Manchmal wird aus einem Zeichen eine Botschaft. Und manchmal werden Bilder zu purer Emotion.<\/p>\n<p>In <em>Hero<\/em> geht es um eine der vielen Legenden, die sich um den Kaiser von Qin ranken, dem ersten Kaiser Chinas, dem Mann, der aus vielen Provinzen ein Land formte. Die Legende erz\u00e4hlt von vier Menschen, die den Kaiser t\u00f6ten wollen. Ob sie Erfolg haben, wie sie es anstellen, ob ihr Vorhaben etwas \u00e4ndern wird \u2013 all das scheint nebens\u00e4chlich zu werden im Laufe der Geschichte. Denn wie Legenden nun einmal sind, werden die Protagonisten \u00fcberlebensgro\u00df, ihre Worte zu Botschaften und ihre Aktionen zu Heldentaten.<\/p>\n<p>Uns werden Menschen gezeigt, die auf eine Funktion beschr\u00e4nkt sind. Sie sind Stellvertreter f\u00fcr die Eifersucht, die Angst, die Loyalit\u00e4t, den Frieden, die Weisheit, den Mut. Man hat zu Beginn das Gef\u00fchl, einer Art Schachspiel zuzusehen \u2013 einer eigentlich intellektuellen Auseinandersetzung mit den Themen Krieg oder Frieden, Tyrannenherrschaft oder Meisterstrategie, Individualit\u00e4t oder Masse, Vernunft oder Gef\u00fchl. Aber der Film schafft es, uns aus der vergeistigten Ecke herauszurei\u00dfen \u2013 durch seine \u00fcberbordenden Bilder, seine \u00fcppige Farbigkeit und seine absolute Perfektion bis ins letzte Detail. Die Geschichte verkommt fast zu Beiwerk; das, was z\u00e4hlt, sind die Bilder. Jede Einstellung im Film ist ein Tableau, jede Szene ein Gem\u00e4lde, jede Landschaft ein Traum. Die Figuren bewegen sich in ihren Szenerien wie Farbkleckse auf einer Leinwand; sie scheinen jeglicher Realit\u00e4t entflohen zu sein.<\/p>\n<p>Das Vorhaben, eine Legende zu bebildern, ist Regisseur Zhang Yimou mehr als gelungen. Man will nicht einmal mehr blinzeln, um blo\u00df keinen der vielen, vielen wundervollen Momente zu verpassen: eine der traumhaft choreografierten Schwertkampf-Sequenzen wom\u00f6glich, eines der unfassbar sch\u00f6n gestalteten Sets, eines der zeitlosen und opulenten Kost\u00fcme, die uns die Darsteller noch mehr entr\u00fccken und sie noch mehr zu Teilen eines Kunstwerks machen.<\/p>\n<p>Man vergisst im Laufe des Films, dass man Schauspielern zusieht, man vergisst, dass man eine Geschichte erz\u00e4hlt bekommt, man vergisst, dass man in einem Kino sitzt und auf eine Leinwand starrt. Irgendwann \u00fcberw\u00e4ltigt einen einfach ein Gef\u00fchl der Dankbarkeit, der Freude, des kindlichen Staunens \u00fcber das, was vor einem abl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Manchmal wird ein einfacher Abend zu einem Erlebnis. Denn manchmal erinnert man sich daran, wieso man Kino so sehr liebt. N\u00e4mlich genau dann, wenn man Filme wie <em>Hero<\/em> sieht, bei denen man den Atem anh\u00e4lt, die Augen aufrei\u00dft und sich nicht mal bem\u00fcht, die Tr\u00e4nen abzuwischen, die einem \u00fcber die Wangen laufen, weil man von so viel Sch\u00f6nheit einfach \u00fcberw\u00e4ltigt ist.<\/p>\n<p>Manchmal entwickeln Bilder eine solche Macht, dass man fast Angst davor bekommen kann. <\/p>\n<p>Aber nur fast. Denn das Gef\u00fchl, mit dem der Film einen entl\u00e4sst, ist ein Gef\u00fchl tiefster Zufriedenheit und dem Bewusststein, ein Wunder gesehen zu haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hero (Ying xiong, CHN 2002) Darsteller: Jet Li, Tony Leung Chiu Wai, Maggie Cheung, Zhang Ziyi, Daoming Chen, Donnie Yen Drehbuch: Feng Li, Bin Wang, Zhang Yimou Kamera: Christopher Doyle Musik: Dun Tan Regie: Zhang Yimou Manchmal wird ein Satz zu einer gro\u00dfen Weisheit. Manchmal reicht eine Handbewegung, um ein Weltreich zu schaffen. 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