{"id":24335,"date":"2016-05-05T09:57:20","date_gmt":"2016-05-05T07:57:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=24335"},"modified":"2016-05-05T10:01:39","modified_gmt":"2016-05-05T08:01:39","slug":"tagebuch-dienstagmittwoch-3-4-mai-schreibtisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=24335","title":{"rendered":"Tagebuch, Dienstag\/Mittwoch, 3.\/4. Mai \u2013 Schreibtisch"},"content":{"rendered":"<p>Die \u00dcberschrift sagt schon alles. Okay, nebenbei hatte ich auch noch sch\u00f6ne Unikurse und -vorlesungen, aber im Prinzip pendele ich gerade zwischen der Historicumsbibliothek und dem Schreibtisch zuhause hin und her und versuche, eine Fragestellung f\u00fcr das Referat zu Familienfesten im 19. Jahrhundert festzuzurren. Seit gestern steht immerhin eine These, die ich jetzt durch Literatur zu untermauern versuche. So ganz auf die Zw\u00f6lf ist sie noch nicht, aber immerhin so zwischen 10 und 11, und daher bin ich zuversichtlich, dass ich sie heute oder morgen finalisieren kann.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Vom Herrn <a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=24297\">von Welden<\/a> wei\u00df ich inzwischen, dass die Pinakotheken ein \u00d6lbild auf Pappe von ihm besitzen (1942 gemalt, 1946 als Schenkung erhalten) \u2013 der Kontakt kam \u00fcber die Kuratorin des Lenbachhauses zustande, und die Antwortmail auf meine piepsige \u201eHabt&#8217;s was von dem Herrn?\u201c-Frage kam innerhalb von zehn Minuten. Das kleine Achtsemester dankt. Das M\u00fcnchner Stadtmuseum hat ein Aquarell von ihm im Bestand, das ich mir sogar anschauen kann; daf\u00fcr habe ich aber noch keinen Termin, und die Entstehungs- bzw. Ankaufdaten wurden mir auch nicht mitgeteilt. Aber das kann ich ja vor Ort erfragen.<\/p>\n<p>Donnerstag in einer Woche sind wir dann endlich in der St\u00e4dtischen Galerie in Rosenheim vor Ort, und von diesem Museum wei\u00df ich bereits, dass \u201eLeo von Welden [..] zu H\u00f6chstpreisen 1944 von der St\u00e4dtischen Galerie in Rosenheim angekauft [wurde] (wurde auch davor schon angekauft, aber &#8217;44 stiegen die Preise unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig) und [dass er] nach dem Krieg [&#8230;] der erste K\u00fcnstler [war], der von der Galerie angekauft wurde (also nicht durch Stiftungen etc. erworben wurde).\u201c Das Zitat stammt aus einer Mail unserer &#8230; ich wei\u00df ihren offiziellen Titel gar nicht &#8230; Kursbegleiterin? Wissenschaftliche Mitarbeiterin? Die Dame hat ihre Masterarbeit \u00fcber die Galerie geschrieben, und wir Kursteilnehmer*innen warten sehns\u00fcchtig darauf, dass diese Arbeit ver\u00f6ffentlicht wird, damit wir sie zitieren k\u00f6nnen. Da das aber bis n\u00e4chste Woche nicht passiert sein wird, wie mir die Dame schrieb, gab sie mir diesen Tipp vorab per Mail. Daf\u00fcr bin ich sehr dankbar; bei der Durchsicht der Ankaufspreise des Lenbachhauses ist bei mir n\u00e4mlich nicht der Eindruck entstanden, dass die Preise exorbitant h\u00f6her wurden. Hier liegen mir drei Vergleichsdaten vor: 1943 wurden im Mai zwei Tuschezeichnungen von ihm f\u00fcr jeweils 150 RM gekauft, beide ca. 23 x 33 cm gro\u00df, w\u00e4hrend im Januar 1944 f\u00fcr eine Zeichnung in der Gr\u00f6\u00dfe 53,5 x 36 cm 250 RM gezahlt wurden. (Die Motive waren \u00fcbrigens ein weiblicher Akt, drei Zecher im Gasthaus sowie ein Ritter und der Tod.)<\/p>\n<p>Von den Karteikarten bzw. dem Datenbankauszug des Lenbachhauses wird auch ersichtlich, wo die Bilder gekauft wurden; ein Selbstbildnis von 1939 wurde zum Beispiel auf der Kunstausstellung im Maximilianeum (M\u00fcnchen) erworben, ein weiteres von 1944 auf der St\u00e4ndigen Ausstellung der K\u00fcnstlergenossenschaft M\u00fcnchen. So viel zum Thema, von Weldens Kunst sei \u201eentartet\u201c gewesen und er habe nicht ausstellen k\u00f6nnen. Generell wurden Museumsk\u00e4ufe vor allem in Ausstellungen get\u00e4tigt; die Mitarbeiter*innen gingen eher nicht in die Ateliers der K\u00fcnstler*innen, um dort direkt zu kaufen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem habe ich weitere B\u00fccher zur sogenannten Verlorenen Generation gefunden, aber bisher nur durchgebl\u00e4ttert. Der Begriff \u201eVerlorene Generation\u201c wird f\u00fcr mehrere Gruppen verwendet; hier meint er Maler*innen, die um die Jahrhundertwende geboren wurde und zur NS-Zeit noch nicht den Erfolg hatten, den sie h\u00e4tten haben k\u00f6nnen, wenn sie unbehelligt h\u00e4tten weiterproduzieren k\u00f6nnen. Nach 1945 waren sie entweder vergessen, emigriert oder hatten sich mit dem System arrangiert \u2013 egal, was mit ihnen passierte, sie konnten weder an vorherige, wenn vorhandene, Erfolge ankn\u00fcpfen noch in der Bundesrepublik Fu\u00df fassen, weil neue Produzent*innen nachgewachsen waren. Eine Info habe ich mir aus unserem Ost-West-Seminar im letzten Semester gemerkt, weil sie mich sehr beeindruckt hatte: So gut wie alle K\u00fcnstler*innen, die nach 1933 ins Ausland emigriert waren, kehrten in den Landesteil zur\u00fcck, aus dem die DDR entstehen sollte, wenn sie \u00fcberhaupt zur\u00fcckkehrten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u00dcberschrift sagt schon alles. Okay, nebenbei hatte ich auch noch sch\u00f6ne Unikurse und -vorlesungen, aber im Prinzip pendele ich gerade zwischen der Historicumsbibliothek und dem Schreibtisch zuhause hin und her und versuche, eine Fragestellung f\u00fcr das Referat zu Familienfesten im 19. Jahrhundert festzuzurren. 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