{"id":24321,"date":"2016-05-02T08:50:07","date_gmt":"2016-05-02T06:50:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=24321"},"modified":"2016-05-03T20:18:30","modified_gmt":"2016-05-03T18:18:30","slug":"tagebuch-samstagsonntag-30-april1-mai-wellental","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=24321","title":{"rendered":"Tagebuch, Samstag\/Sonntag, 30. April\/1. Mai \u2013 Wellental"},"content":{"rendered":"<p>Hochmotiviert vom Freitag ins Bett gegangen, den Schwung noch zum samst\u00e4glichen Einkauf genutzt \u2013 und dann versackt. <\/p>\n<p>Wochenende ist manchmal noch anstrengend, weil ich jahrelang den Rhythmus verinnerlicht hatte \u201eMontag bis Freitag sehe ich Kai morgens und abends, aber am Wochenende sehe ich ihn den ganzen Tag, yay!\u201c Dann wurde Wochenende zum Zwei-Tage-Urlaub in Hamburg, was sich nach zwei Jahren nicht mehr so entspannt anf\u00fchlte wie am Anfang, weil ich immer \u00f6fter das Gef\u00fchl hatte, aus meinem Hauptleben rausgerissen zu werden, von meinem Schreibtisch weg, aus meiner Stadt, um in eine andere Stadt zu fliegen, die mir nicht mehr am Herzen lag und um eine Beziehung zu retten, von der wir beide ahnten, dass sie nicht mehr zu retten war.<\/p>\n<p>Mit ein bisschen Abstand wei\u00df ich, dass das Ende der Beziehung nicht dadurch kam, weil wir uns pl\u00f6tzlich doof fanden (das ist auch immer noch nicht so), sondern weil wir beide sehr unterschiedliche Vorstellungen von unseren n\u00e4chsten f\u00fcnf oder zehn Lebensjahren hatten. Diese beiden Vorstellungen passten schlicht nicht zusammen, und deswegen passten wir schlicht nicht mehr zusammen.<\/p>\n<p>Das ist meinem Kopf auch alles klar, aber manchmal vermisst der Bauch noch dieses wohlig-heimelige Gef\u00fchl der Gewohnheit, weil die Wochenenden bei uns meist recht gleich aussahen, was ich immer sehr mochte. Ich musste nicht \u00fcber meinen Tag nachdenken, weil jeder Tag gleich war; Montags bis Freitags Agentur, Wochenende mit Kai, fertig.<\/p>\n<p>Inzwischen ist jeder Tag bei mir anders und er \u00e4ndert sich alle sechs Monate wieder. Gerade wenn ich einen festen Ablauf verinnerlicht habe \u2013\u00a0und ich muss zugeben, ich mag feste Tagesabl\u00e4ufe \u2013, bastele ich mir einen neuen Stundenplan, und alles ist anders. Die Referate liegen in jedem Semester anders, so dass sich auch die Arbeitsbelastung immer anders verteilt. Ich kann keine Routine entwickeln, weil das schlicht nicht vorgesehen ist. <\/p>\n<p>Manchmal erwischt mich die Sehnsucht nach der Routine noch. Manchmal denkt mein Bauch, er ist in Hamburg, wir gucken gleich gemeinsam Fu\u00dfball und du verdienst einen Arschvoll Geld, bis ihm auff\u00e4llt, nein, du bist in M\u00fcnchen, lebst gr\u00f6\u00dftenteils von deinen Ersparnissen und m\u00fcsstest echt mal diese 15 B\u00fccher auf deinem Schreibtisch durcharbeiten. Eigentlich macht er das ja gerne, aber gestern und vorgestern wollte er nicht. Ich habe gerade drei Aufs\u00e4tze geschafft, und ansonsten habe ich meinen Kopf damit beruhigt, dass mein Unterbewusstsein weiterarbeitet, w\u00e4hrend der Rest von uns auf dem Sofa liegt und alte <em>West-Wing<\/em>-Folgen guckt. <\/p>\n<p>Die Grundtraurigkeit konnte das aber auch nicht vertreiben. Gut, dass heute Montag ist. Montags habe ich keine Zeit mehr f\u00fcr Wochenendgef\u00fchle.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hochmotiviert vom Freitag ins Bett gegangen, den Schwung noch zum samst\u00e4glichen Einkauf genutzt \u2013 und dann versackt. Wochenende ist manchmal noch anstrengend, weil ich jahrelang den Rhythmus verinnerlicht hatte \u201eMontag bis Freitag sehe ich Kai morgens und abends, aber am Wochenende sehe ich ihn den ganzen Tag, yay!\u201c Dann wurde Wochenende zum Zwei-Tage-Urlaub in Hamburg, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-24321","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weblog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24321","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=24321"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24321\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24334,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24321\/revisions\/24334"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=24321"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=24321"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=24321"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}