{"id":24307,"date":"2016-04-29T09:15:49","date_gmt":"2016-04-29T07:15:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=24307"},"modified":"2016-04-29T09:15:49","modified_gmt":"2016-04-29T07:15:49","slug":"was-schon-war-donnerstag-28-april-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=24307","title":{"rendered":"Was sch\u00f6n war, Donnerstag, 28. April 2016"},"content":{"rendered":"<p><strong>Uni. (Ach was.)<\/strong><\/p>\n<p>Im Seminar zur Kindheit und Jugend im 19. Jahrhundert besprachen wir zwei Texte, die wir zur Sitzung gelesen hatten und erg\u00e4nzten sie in Gruppen um zwei weitere; einer war von einer Frau, einer von einem Mann geschrieben und wir konzentrierten uns in der jeweiligen Gruppe auf die geschlechtsspezifische Perspektive. Dann legten wir generelle Themen fest, unter denen man unser Seminarthema abhandeln k\u00f6nnte \u2013\u00a0Bildung der Kinder\/Jugendlichen, Sozialisation, Sexualit\u00e4t, Religion etc. \u2013, dann dachten wir \u00fcber Quellen nach, die uns dar\u00fcber Aufschluss geben k\u00f6nnten, und schlie\u00dflich sprachen wir \u00fcber Forschungsperspektiven, aus denen wir einen Blick aufs 19. Jahrhundert werfen k\u00f6nnten. Also neben dem \u00fcblichen Politik und Wirtschaft die Geschlechtergeschichte, die Sozialgeschichte, die Bildungsgeschichte oder, was mir neu war, was daran liegen k\u00f6nnte, dass es ein recht neues Fach ist: die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Emotionsgeschichte\">Emotionsgeschichte<\/a>. Die w\u00e4re f\u00fcr mich im Hinblick auf die private Festkultur vielleicht interessant, indem ich mich um gezeigte Zuneigung k\u00fcmmere. <\/p>\n<p>Apropos Gruppenarbeit: die scheint sich didaktisch v\u00f6llig durchgesetzt zu haben. In allen Geschichtskursen in diesem Semester werden wir st\u00e4ndig zu Gruppen zusammengeworfen, um Texte f\u00fcr die gemeinsame Diskussion vorzubereiten. Das klappt ganz gut, auch weil die Dozierenden darauf achten, uns nicht 30 Minuten miteinder rummeinen zu lassen, sondern ein Auge auf die Uhr haben. Die anschlie\u00dfende Textarbeit kommt mir auch strukturierter vor, weil vieles eben schon intern, in der Gruppe, diskutiert und eventuell verworfen wurde. Aber vielleicht liegt das an der Kursgr\u00f6\u00dfe \u2013 je weniger wir sind, desto \u00f6fter stecken wir in Gruppen, vielleicht damit jede\/r zu Wort kommt. In gro\u00dfen Kursen \u2013 ich erinnere mich an das Heimat-Seminar aus dem f\u00fcnften Semester \u2013 haben wir h\u00f6chstens einmal Gruppenarbeit gemacht, ansonsten wurde in gro\u00dfer Runde diskutiert, was aber nur ging, weil wir eine gro\u00dfe Runde waren; da waren viele Stimmen zu h\u00f6ren, w\u00e4hrend im kleinen Kreis meist die gleichen zwei, drei Leute st\u00e4ndig sprechen. (Ich nehme mich da nicht aus.)<\/p>\n<p>Generell hat mir die gestrige Sitzung gefallen, weil sie textliche Erkenntnisse auf einer h\u00f6here Ebene einordnen konnte und mir verschiedene Zugangsweisen zu Texten gezeigt hat. Das ist eh so ein Ding, was mich seit Jahren anfrisst: dass wir in Geschichte gef\u00fchlt deutlich strukturierter und forschungsorientierter arbeiten, w\u00e4hrend wir in Kunstgeschichte manchmal luftig in der Gegend rumplaudern. Eine hier nicht n\u00e4her zu nennende Historikerin, die ich von Twitter kenne und neulich endlich mal pers\u00f6nlich kennenlernen durfte, erz\u00e4hlte von einem Kommilitonen, \u00fcber dessen Auftauchen in den Kunstgeschichts-Nebenfachkursen sich die KuGis immer gefreut h\u00e4tten, weil dann, halbwegs O-Ton, endlich mal wissenschaftlich gearbeitet w\u00fcrde. So geht mir das auch: So ziemlich alle wissenschaftlichen Grundlagen, mit denen ich arbeite, habe ich in Geschichte beigebracht bekommen und nicht in meinem Hauptfach. Wenn ich der LMU mal einen Wunschzettel f\u00fcr die Ersti-Prop\u00e4deutika schreiben d\u00fcrfte? (Wobei meine Prop\u00e4deutika sehr gut waren \u2013\u00a0dass was fehlte, habe ich erst gemerkt, als ich anfing, Geschichte zu studieren.)<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong>E-Mail.<\/strong><\/p>\n<p>Nach der Uni radelte ich nach Hause und setzte mich vor die B\u00fccher, als mein Mailprogramm mir Post einer Kuratorin des <a href=\"http:\/\/www.lenbachhaus.de\/\">Lenbachhauses<\/a> anzeigte. Die Dame kenne ich schon; sie spendierte mir vor Jahren mal eine exklusive F\u00fchrung durchs Haus, die ich sehr genossen habe. Dieses Mal hatte sie was zu Leo von Welden zu sagen, \u00fcber den sie in meinem Blog <a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=24297\">gelesen<\/a> hatte, und der anscheinend, ich zitiere die Mail, \u201enicht so richtig in [die] offizielle Erfolgsgeschichte der Moderne oder ihr Gegenteil reinpass[t], und gerade Maler mit religi\u00f6sen Themen stellen da besondere Herausforderungen dar.\u201c Sie lud mich ein, bei ihr rumzukommen, um mir die Bilder in der Sammlung des Hauses anzugucken (nur auf Karteikarte, nicht im Depot, das ist zeitlich nicht m\u00f6glich, aber wurst), und ich darf ihr danach beim Kaffee ein Loch in den Bauch fragen. Da radele ich dann heute hin und freue mich schon sehr.<\/p>\n<p>Donnerstag scheint der Tag f\u00fcr gute Mails zu sein: Letzte Woche kam auch so ein Kracher, aber \u00fcber den darf ich noch nicht bloggen. Hat auch was mit Kunst zu tun, und auch \u00fcber den freue ich mich wie doof.<\/p>\n<p>Gerade mal nachgeguckt: Die <a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=24046\">Einladung zur Kiefer-Ausstellung in der Albertina<\/a> kam an einem Mittwoch. Das ist fast Donnerstag! Keep it coming, Museumpeople! Make Thursday Great Again!<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong>Zuhause.<\/strong><\/p>\n<p>Nach Uni und Schreibtisch g\u00f6nnte ich mir abends ein bisschen Lesezeit mit Franzens <em>Purity<\/em>, den ich eigentlich nur noch hasslese, aber ich bin fast durch, und jetzt will ich wissen, wie der Schei\u00df ausgeht. Ich sa\u00df also so in meiner Sofaecke, nachdem ich von meinen drei Stehlampen zwei ausgeschaltet hatte, um mein Hirn auf baldige Schlafenszeit einzustimmen; eine kleine Lampe leuchtete aus noch ihrer Ecke, die Sofalampe beschien mein Buch, ich blickte auf und sah: den heimeligen Lichtschein, der mein B\u00fccherregal beschien. Ich sah die Papierlampe, die ich so mag, die B\u00fccher, die ich so mag, Erinnerungen an Menschen, die ich mag, meine Lieblingsvasen auf dem Couchtisch, ich guckte weiter um mich rum und sah Luise in ihrem Goldrahmen, das Geschirr meiner Gro\u00dfeltern im Regal, und alles war ruhig und stimmig, und ganz unwillk\u00fcrlich musste ich l\u00e4cheln und tief und zufrieden aufseufzen. Die \u00fcbliche Semesteranfangshysterie hat sich gelegt, bei der ich immer denke, ich wei\u00df nix, sie ist in die \u00fcbliche neugierige Phase gewechselt, bei der ich denke, ich wei\u00df jetzt schon ein bisschen und wenn ich hier und da noch rumbohre, weil ich ganz viel. Ich hatte in den letzten Tagen wieder gute Kurse, ich habe gute Texte gefunden und gelesen, ich habe die Zeit daf\u00fcr, zu lernen und zu lernen und zu lernen, und abends habe ich Zeit, mit einem Buch auf dem Sofa zu sitzen und um mich rumzugucken.<\/p>\n<p>Mir geht es gut. Und ich habe gute Menschen um mich herum und wohne in einer guten Stadt. Das war sch\u00f6n, das mal wieder zu merken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Uni. (Ach was.) Im Seminar zur Kindheit und Jugend im 19. Jahrhundert besprachen wir zwei Texte, die wir zur Sitzung gelesen hatten und erg\u00e4nzten sie in Gruppen um zwei weitere; einer war von einer Frau, einer von einem Mann geschrieben und wir konzentrierten uns in der jeweiligen Gruppe auf die geschlechtsspezifische Perspektive. 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