{"id":241,"date":"2004-05-31T16:11:08","date_gmt":"2004-05-31T15:11:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=241"},"modified":"2004-11-08T19:31:23","modified_gmt":"2004-11-08T18:31:23","slug":"eternal-sunshine-of-the-spotless-mind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=241","title":{"rendered":"Eternal Sunshine of the Spotless Mind"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"http:\/\/imdb.com\/title\/tt0338013\/\">Eternal Sunshine of the Spotless Mind<\/a><br \/>\n(Vergiss mein nicht; USA 2004)<\/p>\n<p>Darsteller: Jim Carrey, Kate Winslet, Kirsten Dunst, Elijah Wood, Mark Ruffalo, Tom Wilkinson<br \/>\nMusik: Jon Brion<br \/>\nKamera: Ellen Kuras<br \/>\nDrehbuch: Charlie Kaufman<br \/>\nRegie: Michel Gondry<\/em><\/p>\n<p>Ein Mann trifft eine Frau. Die beiden verstehen sich auf Anhieb, kommen sich sehr schnell sehr nah und haben beide das Gef\u00fchl, sich zu kennen. Wir erleben die beiden f\u00fcr kurze Zeit in ihrer kleinen, gemeinsamen Welt, bis pl\u00f6tzlich eine dritte Person hinzukommt. Und auf einmal wird dem Zuschauer klar, dass diese Geschichte, die wir gerade erleben, nicht der Beginn einer Story ist, sondern schon das Ende.<\/p>\n<p><em>Eternal Sunshine of the Spotless Mind<\/em> erz\u00e4hlt die Geschichte von Joel und Clementine (Jim Carrey und Kate Winslet). Sie waren mal ein Paar, haben sich dann getrennt und hatten beide mit der Trennung zu k\u00e4mpfen. Die impulsive Clementine tut das ihrer Meinung nach einzig Richtige, um mit dem Schmerz fertigzuwerden: Sie l\u00e4sst die Erinnerungen an Joel und ihre gemeinsame Zeit l\u00f6schen. Joel kommt dahinter und beschlie\u00dft, es ihr gleichzutun. Doch mitten im L\u00f6schungsprozess kommen ihm Zweifel. Und nicht nur ihm, sondern auch der Zuschauer ist sich pl\u00f6tzlich nicht mehr sicher, ob das eine gute Idee ist.<\/p>\n<p>Das Sch\u00f6ne an <em>Eternal Sunshine<\/em> ist, dass die futuristische M\u00f6glichkeit, Erinnerungen partiell zu l\u00f6schen, sich v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich in die Geschichte einf\u00fcgt. Nat\u00fcrlich ist sie der Aufh\u00e4nger des ganzen Films, aber man hat nie das Gef\u00fchl, dass sich die Story um dieses Gimmick dreht. Ganz im Gegenteil: Man akzeptiert diese M\u00f6glichkeit einfach, hakt sie ab und konzentriert sich wieder auf die Charaktere und was ihnen widerf\u00e4hrt. <\/p>\n<p>Regisseur Michel Gondry schafft es, die Zuschauer immer wieder in neue Richtungen zu schicken. Eine Beziehung geht in die Br\u00fcche? Weg mit der Erinnerung. Was soll der Ballast. Aber dann fangen wir an zu \u00fcberlegen: Besteht eine Beziehung, selbst wenn sie zuende ist, nicht auch aus guten Tagen? Aus perfekten Momenten? Und werden diese nicht um so kostbarer, je allt\u00e4glicher die Zeit zu zweit wird? Muss man nicht auch die schlechten Tage behalten, um die guten noch mehr w\u00fcrdigen zu k\u00f6nnen? Und vor allem: Lernt man nicht aus ihnen? Hat man nicht nur mit dem\u00fctigenden, schmerzhaften, b\u00f6sen Erinnerungen die Chance, es das n\u00e4chste Mal besser zu machen, einfacher, w\u00fcrdevoller? Richtiger?<\/p>\n<p>Der Film erz\u00e4hlt von diesen verschiedenen Momenten der Beziehung zwischen Joel und Clementine. Das Ganze passiert nicht linear oder mit simplen R\u00fcckblenden, sondern als eine Art Wanderung durch Joels Erinnerungen, die sich \u00fcberschneiden mit der Realit\u00e4t. Wir schauen von au\u00dfen und von innen auf die Geschichte der beiden und erleben sie so st\u00e4ndig aus einer neuen Perspektive. Viele kleine, \u00fcberraschende visuelle Ideen machen das ganze noch surrealer, aber nie verwirrend. Man hat nie das Gef\u00fchl, dass ein Bild komponiert wurde, um einen sch\u00f6nen, aber sinnlosen Effekt zu nutzen. Jedes Bild ist eine Aussage. Und jede Aussage schiebt uns wieder in eine neue Richtung.<\/p>\n<p>Ich war mir zuerst sicher, dass die Botschaft des Film ist: Wahre Liebe erkennt sich immer wieder. Dann hatte ich pl\u00f6tzlich das Gef\u00fchl, es ginge darum, loslassen zu k\u00f6nnen und zu m\u00fcssen. Dann dachte ich, vielleicht geht es auch darum, Chancen zu erkennen, Dinge anders machen zu k\u00f6nnen, sich entscheiden zu k\u00f6nnen. Und zum Schluss schien ich wieder da zu sein, wo ich angefangen hatte, obwohl die Geschichte zuende war.<\/p>\n<p>Die Hauptdarsteller Jim Carrey und Kate Winslet haben es geschafft, sie mich immer wieder neu entdecken zu lassen. Beide agieren angenehm zur\u00fcckhaltend und haben doch so viel zu erz\u00e4hlen. Der Zuschauer erf\u00e4hrt sehr wenig Hintergrund \u00fcber die beiden, und so m\u00fcssen wir uns mit dem zufrieden geben, was wir in den zwei Stunden, die der Film dauert, erfahren k\u00f6nnen. Und das ist, wenn es um die Liebe und das Zusammensein zweier Menschen geht, so unglaublich viel.<\/p>\n<p><em>Eternal Sunshine<\/em> erz\u00e4hlt von den M\u00f6glichkeiten, die die Liebe bietet; er erz\u00e4hlt von den vielen Facetten. Er bietet keine L\u00f6sung f\u00fcr die perfekte Beziehung, das perfekte Zusammensein und vielleicht den perfekten Abschied, sondern nur viele Ans\u00e4tze. Vielleicht ist das der Punkt, um den es geht: Was immer passiert, nimm es hin, genie\u00df es, lerne daraus, halte es fest. Es ist nur ein Moment, ein Augenblick, eine Erinnerung. Aber vielleicht wirst du sie einmal brauchen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Am besten fassen es Joel und Clementine selbst zusammen. Sie als Teil seiner Erinnerung fragt ihn: &#8220;It&#8217;s all going to be gone soon. What do we do?&#8221; worauf er nur antwortet: &#8220;Enjoy it.&#8221;<\/p>\n<p>Wer liebt, macht Fehler. Aber wer liebt, macht gleichzeitig alles richtig. Daran will ich mich erinnern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eternal Sunshine of the Spotless Mind (Vergiss mein nicht; USA 2004) Darsteller: Jim Carrey, Kate Winslet, Kirsten Dunst, Elijah Wood, Mark Ruffalo, Tom Wilkinson Musik: Jon Brion Kamera: Ellen Kuras Drehbuch: Charlie Kaufman Regie: Michel Gondry Ein Mann trifft eine Frau. 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