{"id":23576,"date":"2016-01-20T10:46:43","date_gmt":"2016-01-20T08:46:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=23576"},"modified":"2016-01-20T10:46:43","modified_gmt":"2016-01-20T08:46:43","slug":"was-schon-war-dienstag-19-januar-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=23576","title":{"rendered":"Was sch\u00f6n war, Dienstag 19. Januar 2016"},"content":{"rendered":"<p><strong>Stabi<\/strong><\/p>\n<p>Am Sonntag war ich schon mal in der <a href=\"https:\/\/www.bsb-muenchen.de\/index.php\">Staatsbibliothek<\/a>, halbwegs fr\u00fch (haha) gegen 10. Ich dachte an das sch\u00f6ne Wetter, den Sonntag, hoffte, dass alle anderen Studierenden M\u00fcnchens das auch taten \u2013 und wurde bitter entt\u00e4uscht. Die komplette Bibliothek war voll, nicht mal an den Stehtischchen fand ich noch Platz und auf die Treppe setzen wollte ich mich dann auch nicht. Wenn ich arbeite, will ich vern\u00fcnftig arbeiten, und auf einer Treppenstufe gro\u00dfformatige Ausstellungskataloge ausbreiten, w\u00e4hrend ich meinen Laptop auf den Knien balanciere, war mir zu doof. Ich hatte bei meinem Hoffen nat\u00fcrlich die \u00fcbliche Endsemester-Emsigkeit vergessen: Das Semester ist nur noch zwei Wochen lang, die Klausuren nahen, die Hausarbeiten wollen geschrieben werden, weswegen alle pl\u00f6tzlich fr\u00fch aufstehen.<\/p>\n<p>Genau das tat ich gestern auch. Ich stellte den Wecker auf 7, damit ich um 8.30 (wir wollen es ja nicht \u00fcbertreiben) im Lesesaal sein konnte, der um 8 Uhr \u00f6ffnet. Mein Unterbewusstsein weckte mich schon um 6.30 Uhr, was praktisch war, denn so hatte ich ein bisschen das Gef\u00fchl, schon ausgeschlafen zu sein und stand kurz nach 8 in der Stabi. Eine sehr gute Idee; gegen halb zehn sah ich kaum noch einen freien Platz, wenn es mir auch nicht ganz so \u00fcberf\u00fcllt vorkam wie Sonntag. Ich arbeitete konzentriert drei Stunden vor mich hin und \u00fcberpr\u00fcfte dabei vor allem die kunsthistorisch wichtigen Daten zu den einzelnen Werken, also Ma\u00dfe, Material und Aufbewahrungsort, die ich zu jedem Bild in die Fu\u00dfnoten schreibe. Au\u00dferdem fing ich mit meinem Abbildungsverzeichnis an. Das habe ich schon sehr abgespeckt; der urspr\u00fcngliche Plan war, alle Werke zu erl\u00e4utern und abzubilden, die einen Bezug zu Wagner haben. Damit w\u00e4re ich aber locker auf Masterarbeitsl\u00e4nge gekommen. Meine Dozentin meinte: \u201eSuchen Sie sich ein oder zwei Werke raus, die exemplarisch sind, alle anderen f\u00fchren Sie nur auf und erl\u00e4utern sie auch nicht.\u201c Mir blutet das Herz, aber nach dem gestrigen Tag war ich bei 60.000 Zeichen, aus denen ich jetzt irgendwie 50.000 machen muss.<\/p>\n<p>In der Endphase meiner Hausarbeit checke ich grunds\u00e4tzlich nochmal alles an Fu\u00dfnoten und Belegen; das sind dann die Tage, an denen ich von einer Bibliothek zur n\u00e4chsten fahre, denn die B\u00fccher, aus denen ich zitiere, verteilen sich auf mehrere Standorte. Einige der Belege f\u00fcr Kiefer liegen in der Stabi, weitere im Zentralinstitut f\u00fcr Kunstgeschichte, und da fuhr ich dann auch hin. <\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong>K\u00f6nigsplatz<\/strong><\/p>\n<p>Aber nicht mit dem Rad, wie gewohnt. In M\u00fcnchen liegt Schnee, die meisten Radwege sind unger\u00e4umt, und ich traue mich gerade nicht aufs Fahrrad, vor allem nicht mit einem teuren Laptop auf dem R\u00fccken. Deswegen setzte ich mich in den Bus der Museumslinie 100 und lie\u00df mich zum <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%B6nigsplatz_(M%C3%BCnchen)\">K\u00f6nigsplatz<\/a> chauffieren. Der Bus h\u00e4lt an der Westseite des Platzes, das Zentralinstitut liegt an der Ostseite, was mir die willkommene Gelegenheit gab, \u00fcber meinen Lieblingsplatz zu stapfen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/IMG_8758.jpg\" alt=\"IMG_8758\" width=\"500\" height=\"468\" class=\"alignnone size-full wp-image-23579\" \/><\/p>\n<p>Das hier ist die Sicht von Osten. Ich gucke gerade um die Ecke der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Glyptothek_(M%C3%BCnchen)\">Glyptothek<\/a> auf die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Propyl%C3%A4en_(M%C3%BCnchen)\">Propyl\u00e4en<\/a>, beides Geb\u00e4ude von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Leo_von_Klenze\">Leo von Klenze<\/a>. Das hatte ich erst Montag in der Vorlesung geh\u00f6rt, aber das wusste ich nat\u00fcrlich l\u00e4ngst (my precious). Was ich aber noch nicht kannte, weil ich sie mir noch nie angeguckt hatte, war die R\u00fcckseite der Glyptothek.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/IMG_8757.jpg\" alt=\"IMG_8757\" width=\"500\" height=\"491\" class=\"alignnone size-full wp-image-23578\" \/><\/p>\n<p>Das ist nur ein Ausschnitt, genauer gesagt, das westlich gelegene Drittel der Wand. Das \u00f6stliche Drittel sieht genauso aus, und in der Mitte haben wir noch einen schlichten Eingang mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Portikus\">S\u00e4ulenportikus<\/a>. Das Bild zeigt das sogenannte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Venezianisches_Fenster\">Palladio-Motiv oder Serliana<\/a>: eine mittige Arkade wird von zwei seitlichen S\u00e4ulen eingefasst. Dabei ist wichtig, dass der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Architrav\">Architrav<\/a> \u00fcber den S\u00e4ulen nicht in den Bogen der Arkade \u00fcbergeht. Tut es das, haben wir statt des Palladio-Motivs einen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Syrischer_Bogen\">syrischen Bogen<\/a>. Den kennen aufmerksame Blog-Leser*innen schon von Borromini und seinem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Palazzo_di_Propaganda_Fide\">Palazzo di Propaganda Fide<\/a> in Rom.<\/p>\n<p>So, das merkt ihr euch jetzt, in zwei Wochen frag ich das ab.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong>Zentralinstitut f\u00fcr Kunstgeschichte<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem kleinen Kulturspaziergang durch den Klassizismus ging&#8217;s in die NS-Architektur des Zentralinstituts. Dort bl\u00e4tterte ich weitere Ausstellungskataloge durch, verfluchte Kiefer mal wieder daf\u00fcr, dass er <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ankegroener\/status\/689407839123599361\">Bildtitel mehrfach vergab<\/a>, scannte Bilder und checkte Fu\u00dfnoten. Nach gut zwei Stunden konnte ich nichts mehr machen, denn die institutseigene <a href=\"http:\/\/aleph.mpg.de\/F?func=file&#038;file_name=find-b&#038;local_base=kub01\">Suchmaschine<\/a> hatte gestern keine Lust, und so sehr ich die Bibliothek aus 500.000 B\u00e4nden sch\u00e4tze, so sehr bin ich verloren, wenn ich nichts in ihr finde.<\/p>\n<p>Ich stapfte wieder zum Bus und fuhr zu meinem B\u00e4cker, wo ein weiteres Highlight des Tages auf mich wartete: Eierlik\u00f6rkrapfen. Ich habe mit Fasching ja nichts am Hut, aber die Tradition der Krapfen gef\u00e4llt mir au\u00dferordentlich gut.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stabi Am Sonntag war ich schon mal in der Staatsbibliothek, halbwegs fr\u00fch (haha) gegen 10. Ich dachte an das sch\u00f6ne Wetter, den Sonntag, hoffte, dass alle anderen Studierenden M\u00fcnchens das auch taten \u2013 und wurde bitter entt\u00e4uscht. 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