{"id":23410,"date":"2015-12-26T13:24:05","date_gmt":"2015-12-26T11:24:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=23410"},"modified":"2015-12-26T13:27:19","modified_gmt":"2015-12-26T11:27:19","slug":"was-schon-war-23-bis-25-dezember-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=23410","title":{"rendered":"Was sch\u00f6n war, 23. bis 25. Dezember 2015"},"content":{"rendered":"<p>Das erste Referat im Ost-West-Dialoge-Seminar \u00fcber zwei Fotografinnen aus der DDR: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Helga_Paris\">Helga Paris<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Evelyn_Richter\">Evelyn Richter<\/a>.<br \/>\nEine Serie von Richter hat mir sehr gut gefallen, in der sie Menschen fotografiert, die sich Kunst anschauen: <em>Ausstellungsbesucher<\/em>. Ich wei\u00df nicht, ob die Serie schon abgeschlossen ist. Ein Motiv fand ich besonders toll, vielleicht auch deshalb, weil wir das Bild, vor dem die Ausstellungsbesucherin steht, auch im Seminar besprochen hatten: <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/richter_mattheuer.jpeg\" alt=\"richter_mattheuer\" width=\"500\" height=\"757\" class=\"alignnone size-full wp-image-23413\" \/><\/p>\n<p>Evelyn Richter: <em>Vor Wolfgang Mattheuers \u201eDie Ausgezeichnete\u201c im Dresdner Albertinum<\/em> (1975), Berlinische Galerie.<br \/>\nQuelle: Kat. Ausst. <em>Positionen k\u00fcnstlerischer Photographie in Deutschland seit 1945; 7. September 1997 bis 11. Januar 1998, Martin-Gropius-Bau Berlin<\/em>, K\u00f6ln 1997, S. 82. (<a href=\"http:\/\/prometheus-bildarchiv.de\/de\/index\">Prometheus-Bildarchiv<\/a>)<\/p>\n<p>Hier das Bild, vor dem die Dame steht:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/Wolfgang_Mattheuer_Die_Ausgezeichnete_Berlin_Nationalgalerie_13d7546a.jpeg\" alt=\"Wolfgang_Mattheuer_Die_Ausgezeichnete_Berlin_Nationalgalerie_13d7546a\" width=\"500\" height=\"638\" class=\"alignnone size-full wp-image-23414\" \/><\/p>\n<p>Wolfgang Mattheuer: <em>Die Ausgezeichnete<\/em> (1973\/74), 125 x 100 cm, \u00d6l auf Hartfaser, Nationalgalerie Berlin.<br \/>\nQuelle: Blume, Eugen\/M\u00e4rz, Roland: <em>Kunst in der DDR. Eine Retrospektive der Nationalgalerie<\/em>, Berlin 2003. (<a href=\"http:\/\/prometheus-bildarchiv.de\/de\/index\">Prometheus-Bildarchiv<\/a>)<\/p>\n<p>Das Bild zeigt den Kontrast zwischen dem idealen und dem stattdessen real existierenden Sozialismus, es entheroisiert das sozialistische Arbeiterbildnis. <\/p>\n<p>Evelyn Richter versuchte teilweise in ihrer Serie, die Betrachter*innen in den gleichen Posen zu fotografieren, die in den Bildwerken zu sehen sind. Die Fotos sind nicht gestellt, sie wartete manchmal wochenlang vor den Werken, bis die f\u00fcr sie passende Person davor stand. Hier hat die Betrachterin den gleichen, fast resignierten Ausdruck, den schon Mattheuers <em>Ausgezeichnete<\/em> tr\u00e4gt. Gleichzeitig entsteht ein Kontrast zwischen Fiktion und Wirklichkeit (wenn man mal annimmt, dass ein Foto die Wirklichkeit zeigt, wor\u00fcber man nat\u00fcrlich auch sehr lange streiten kann). Beim gemalten Bild kann man sich notfalls herausreden, dass es Fiktion ist, dass der Sozialismus seine Menschen eben nicht immer gl\u00fccklich und zufrieden macht. Beim Foto f\u00e4llt es etwas schwerer, diese Utopie aufrecht zu erhalten. Ich finde es auch bezeichnend, dass die Betrachtende eigentlich gar keine ist, sondern dem Bild den R\u00fccken zuwendet. Sie wendet sich damit sowohl von der sozialistischen Utopie der gl\u00fccklichen Arbeiterin ab und zugleich von der Kunst ihres Staates, die sie vielleicht sowieso nur pflichtschuldig betrachtet hatte.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Ein P\u00e4ckchen unterm Weihnachtsbaum: Anita \u00fcberraschte mich mit Katharina Greves <em><a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3847905538\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3847905538&#038;linkCode=as2&#038;tag=httpwwwankegr-21\">Eigentlich ist Wurst umgest\u00fclptes Tier<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=httpwwwankegr-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3847905538\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/><\/em>. Von Frau <a href=\"http:\/\/katharinagreve.de\/\">Greve<\/a> lese ich ja bekanntlich alles, und das B\u00fcchlein fehlte mir noch in der Sammlung. Vielen Dank f\u00fcr das perfekt getimte Geschenk und die Widmung \u2013 ich habe mich sehr gefreut.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Das Kochen bei meinen Eltern.<br \/>\nMeine Schwester hatte eingekauft, ich schleppte aus M\u00fcnchen unter anderem meine Lieblingsreibe, mein Lieblingsmesser und mein Lieblingsschneidbrett an, und dann stand ich in der K\u00fcche, in der ich seit 20 Jahren nicht mehr wirklich in die Schr\u00e4nke und Schubladen geguckt hatte und fand quasi alles auf Anhieb wieder. Ich wusste noch, wo die T\u00f6pfe stehen, die R\u00fchrsch\u00fcsseln, die Gew\u00fcrze. Das ging deutlich besser als ich gedacht hatte. Vorneweg gab&#8217;s schwarze Linsen mit R\u00e4ucherlachstatar, danach Reh mit Rotkohl und Semmelkn\u00f6deln \u2013 die erschienen mir beim Anrichten pl\u00f6tzlich doch zu rustikal zum Reh, aber anscheinend hat&#8217;s allen geschmeckt \u2013 und zum Schluss Welfenspeise, bei der sich die famili\u00e4re Rotte beschwerte, dass ich nicht mehr gemacht hatte. Ich nehme das als Kompliment.<\/p>\n<p>Die Doppelkopfrunde nach dem Essen mit viel Sekt und Keksen dazu.<br \/>\nAls meine Schwester und ihr Mann schon den Heimweg angetreten hatten, sa\u00dfen meine Eltern und ich noch am Wohnzimmertisch, plauderten und k\u00f6pften bis vier Uhr morgens alles an Flaschen, was in der N\u00e4he stand.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" lang=\"en\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Mit 2 Promille am Fr\u00fchst\u00fcckstisch. Einmal mit Profis feiern.<\/p>\n<p>&mdash; ankegroener (@ankegroener) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ankegroener\/status\/680319169821306880\">December 25, 2015<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Die Lufthansa-Damen in der Lounge am Flughafen Hannover, die einfach mal alle in die Senator- statt in die Business-Lounge winkten. (Den Unterschied hatte ich mir dramatischer vorgestellt.)<\/p>\n<p>Der R\u00fcckflug nach M\u00fcnchen bei Vollmond.<br \/>\nNormalerweise sitze ich immer auf Platz F, also auf der rechten Seite im Flieger, weil ich gerne meine rechte Hand frei habe, um entspannt mein Buch umzubl\u00e4ttern, den Getr\u00e4nkebecher zu halten oder mein iPhone aus der Hosentasche zu friemeln, um Candy Crush zu spielen. Dieses Mal buchte ich aber den Platz A, damit ich meine linke Schulter an die R\u00fcckenlehne dr\u00fccken konnte, ohne einen eventuellen Sitznachbarn zu bel\u00e4stigen, denn die Schulter nervte seit ein paar Tagen, aber weniger, wenn ich sie irgendwo gegendr\u00fccken kann. Gl\u00fcck f\u00fcr mich, denn auf der linken Seite des Flugzeuges hatte ich die ganze Zeit den Mond neben mir. Seit dem Start glotzte ich wie eine Laienfliegerin aus dem Fenster, weil ich mich gar nicht daran sattsehen konnte, wie wundersch\u00f6n der helle Mond \u00fcber den Wolken aussah. In dem Moment, in dem ich daran dachte, ein Foto zu machen, ging das Kabinenlicht aber wieder an, was die Fotom\u00f6glichkeit drastisch ruinierte. Ich versuche zu lesen, aber der Mond lenkte mich so sehr ab, dass ich irgendwann mein Buch wieder in den Rucksack packte und nur noch gedankenverloren nach drau\u00dfen schaute. Bei der Landung dachte ich immerhin an ein Bild, aber das kann nicht mal im Ansatz wiedergeben, wie wundersch\u00f6n die 45 Minuten gestern in der Luft waren.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/IMG_8585.jpg\" alt=\"IMG_8585\" width=\"500\" height=\"500\" class=\"alignnone size-full wp-image-23419\" srcset=\"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_8585.jpg 500w, https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/..\/Bilder\/IMG_8585-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das erste Referat im Ost-West-Dialoge-Seminar \u00fcber zwei Fotografinnen aus der DDR: Helga Paris und Evelyn Richter. Eine Serie von Richter hat mir sehr gut gefallen, in der sie Menschen fotografiert, die sich Kunst anschauen: Ausstellungsbesucher. Ich wei\u00df nicht, ob die Serie schon abgeschlossen ist. 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