{"id":229,"date":"2004-04-29T14:25:15","date_gmt":"2004-04-29T13:25:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=229"},"modified":"2004-11-08T19:34:39","modified_gmt":"2004-11-08T18:34:39","slug":"big-fish","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=229","title":{"rendered":"Big Fish"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt0319061\/\">Big Fish<\/a><br \/>\n(Big Fish \u2013 Der Zauber, der ein Leben zur Legende macht, 2003)<\/p>\n<p>Darsteller: Ewan McGregor, Albert Finney, Jessica Lange, Billy Crudup, Helena Bonham Carter, Marion Cotillard, Steve Buscemi, Danny De Vito<br \/>\nKamera: Philippe Rousselot<br \/>\nMusik: Danny Elfman<br \/>\nDrehbuch: John August, nach dem Roman von Daniel Wallace<br \/>\nRegie: Tim Burton<\/em><\/p>\n<p><em>Big Fish<\/em> erz\u00e4hlt die Lebensgeschichte von Ed Bloom \u2013 Handelsreisender, Zirkushilfsarbeiter, Romantiker, Fantast. Wir erfahren Details aus seinem Leben durch Geschichten, die er gr\u00f6\u00dftenteils seinem Sohn erz\u00e4hlt. Beziehungsweise erz\u00e4hlt hat, denn Ed Bloom liegt im Sterben, und sein erwachsener Sohn will nun endlich wissen, welche der unglaublichen Storys von gro\u00dfen Fischen, riesigen Kerlen und chinesischen Zwillingen nun wahr sind und an welche er f\u00e4lschlicherweise viel zu lange geglaubt hat.<\/p>\n<p>Tim Burton, der mit <em>Beetlejuice, Batman<\/em> und <em>Edward Scissorhands<\/em> tragisch-komisch-dramatisch-seltsame Charaktere geschaffen bzw. adaptiert hat, macht auch in <em>Big Fish<\/em> aus einer relativ kleinen Geschichte ein buntes Erwachsenenm\u00e4rchen mit einer schillernden Hauptfigur. Doch diesmal fehlt ein wenig das Schr\u00e4ge, das D\u00fcstere, das seine bisherigen Filme und Figuren ausgezeichnet hat (wenn man vom Totalbl\u00f6dsinn <em>Planet of the Apes<\/em> mal absieht, den ich ihm immer noch pers\u00f6nlich \u00fcbel nehme). Die Handschrift Burtons tritt sehr in den Hintergrund, und statt des \u00fcblichen Gef\u00fchls, das ich bisher in seinen Filmen immer so genossen habe \u2013 dieses Leicht-neben-der-Spur-Sein \u2013, kann man sich in <em>Big Fish<\/em> in den Kinosessel kuscheln und einen bunten Reigen an Pastellfarben, Fabelwesen, Weichsp\u00fclsets und einem konstant grinsenden Ewan McGregor an sich vor\u00fcberziehen lassen. Und genau das hat mir an dem Film \u00fcberhaupt nicht gefallen.<\/p>\n<p>Die Hauptfigur Ed Bloom wird auf dem Sterbebett von einem grantelnden Albert Finney dargestellt, den ich eher senil als sympathisch fand. In den erz\u00e4hlten R\u00fcckblenden ist es Ewan McGregor, der sich verzweifelt an einem S\u00fcdstaatenakzent versucht und damit seine Darstellung sehr einseitig werden l\u00e4sst. Kurz gesagt: Ich mochte die Hauptfigur einfach nicht, und damit hatte der Film bei mir eigentlich schon nach zehn Minuten verloren. <\/p>\n<p>Ich stand von Anfang an viel mehr auf der Seite von Will, seinem Sohn, der sich sein Leben lang anh\u00f6ren musste, was f\u00fcr tolle Abenteuer sein Daddy erlebt hat und dem es einfach auf die Nerven geht, immer und immer und immer wieder die gleichen Geschichten zu h\u00f6ren. Das Dumme an <em>Big Fish<\/em> ist: Ich kann es ihm nachempfinden, denn die Geschichten, die wir erz\u00e4hlt bekommen, fand ich pers\u00f6nlich sehr banal und zu wenig aufregend, als dass ich noch mehr von ihnen h\u00e4tte h\u00f6ren wollen. Die gef\u00fchlten 500, die ich in zweieinhalb Stunden mitbekommen habe, reichen voll und ganz.<\/p>\n<p>Der Schluss des Films vers\u00f6hnt etwas mit dem Rest, denn der f\u00fchlt sich auf einmal nicht mehr kitschig, sondern stimmig an, und obwohl mir die Hauptfigur egal war, habe ich Rotz und Wasser geheult, als es mit ihr zu Ende ging. Denn die Botschaft von <em>Big Fish<\/em> ist eine gute und sch\u00f6ne, und deswegen hat es mich doppelt genervt, dass sie so verquast r\u00fcbergebracht wurde. Sohnemann Will entdeckt, dass nicht alle Geschichten von Paps erfunden waren, sondern dass dieser in seinem Leben eine Menge erreicht hat, dass er f\u00fcr viele Menschen eine wichtige Person war, dass er geliebt wurde, dass er seine Fu\u00dfstapfen auf dieser Welt hinterlassen hat. Und er erkennt, dass er ihm nicht so un\u00e4hnlich ist, wie er immer geglaubt hat.<\/p>\n<p>Ich habe aus <em>Big Fish<\/em> mitgenommen, dass Eltern nicht nur Nervens\u00e4gen sind, die unbedingt mit uns Weihnachten feiern wollen, sondern dass auch sie Tr\u00e4ume hatten, dass auch sie die Welt ver\u00e4ndern wollten und dass auch sie nur eine M\u00f6glichkeit gesucht haben, das Beste aus ihren paar Jahren zu machen. Und wenn sie sich daf\u00fcr Fantasiewelten schaffen mussten, nun gut. Und wenn sich diese im Endeffekt als gar nicht so fantastisch herausstellen, sondern als wahr, umso besser. <em>Big Fish<\/em> hat mir ins Bewusstsein gerufen, dass ich eigentlich gar nicht wei\u00df, welche Tr\u00e4ume meine Eltern hatten und ob sie wahr geworden sind. Und er hat es geschafft, dass ich mal wieder zuhause angerufen habe, einfach so, um Hallo zu sagen, was ich sonst nie mache. Deswegen bekommt <em>Big Fish<\/em> ein paar vers\u00f6hnliche \u201eJa, ging so\u201c-Mitleidspunkte. Schlie\u00dflich bin ich mit einem ganz flauschigen Gef\u00fchl aus ihm rausgekommen, was ich sehr gerne mochte. Wenn nur der Weg zu diesem Gef\u00fchl nicht so wahnsinnig langweilig gewesen w\u00e4re.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Big Fish (Big Fish \u2013 Der Zauber, der ein Leben zur Legende macht, 2003) Darsteller: Ewan McGregor, Albert Finney, Jessica Lange, Billy Crudup, Helena Bonham Carter, Marion Cotillard, Steve Buscemi, Danny De Vito Kamera: Philippe Rousselot Musik: Danny Elfman Drehbuch: John August, nach dem Roman von Daniel Wallace Regie: Tim Burton Big Fish erz\u00e4hlt die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-229","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weblog"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/229","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=229"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/229\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=229"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=229"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=229"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}