{"id":22527,"date":"2015-09-18T07:41:29","date_gmt":"2015-09-18T05:41:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=22527"},"modified":"2015-09-19T08:14:28","modified_gmt":"2015-09-19T06:14:28","slug":"tagebuch-17-september-2015-zwischenstopp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=22527","title":{"rendered":"Tagebuch 17. September 2015 \u2013 Zwischenstopp"},"content":{"rendered":"<p>Ich hatte morgens einen Termin bei meiner Haus\u00e4rztin, der eigentlich nur ein normaler Kontrollbesuch werden sollte, dann aber etwas ausartete. Pl\u00f6tzlich war die Rede von Krankheiten, die ich ganz dringend nicht haben wollte, und mir wurde Blut abgenommen, was bis auf meine unsichtbaren Venen nicht so schlimm ist, aber danach ist mein Kreislauf gerne memmig, und so war es auch gestern. Zur k\u00f6rperlichen Schlappheit kam die Nervosit\u00e4t durch die medizinischen Vermutungen, die Traurigkeit dar\u00fcber, dass F. gerade nicht da ist, um mich mit sonorer Stimme zu beruhigen, und als ich eh schon angeknockt auf dem Sofa lag, kam alles hoch, wozu ich in den letzten Tagen keine Zeit hatte, weil ich schlie\u00dflich ein B\u00fccherregal zu bef\u00fcllen hatte.<\/p>\n<p>Ich war schon beim Kisteneinpacken in der letzten Woche nah am Wasser. Beim Umzug habe ich in Etappen den ganzen Montag verheult \u2013 morgens beim Abschied vom Kerl, vormittags w\u00e4hrend die Umzugsjungs das Wohnzimmer leerr\u00e4umten, nachmittags auf dem Weg zum Flughafen Hamburg, abends in der S-Bahn vom Flughafen in Richtung Maxvorstadt und dann nochmal sp\u00e4tabends bei F., als ich endlich zur Ruhe gekommen war. Es war ein Abschied auf Raten, denn der Kerl und ich haben uns schlie\u00dflich schon im M\u00e4rz getrennt und ich unternahm mehrere Versuche, einen Strich unter Hamburg zu kriegen, aber erst in dem Moment, wo der M\u00f6bellaster unten stand, wurde mir so richtig klar, dass es das jetzt war.<\/p>\n<p>Dienstag \u00fcberwog dann die Vorfreude darauf, dass endlich mein ganzes pers\u00f6nliches Zeug in M\u00fcnchen ankommt. Die M\u00fcnchner Wohnung hat sich nie so richtig wie ein Zuhause angef\u00fchlt, sondern immer wie ein Ferien-Appartement. Auch, weil mein Studium mir wie Ferien vorkommt (ich <a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=22289\">schrieb<\/a> dar\u00fcber). Jetzt packte ich meine Lieblingsvasen aus, meine Lieblingskaffeetasse, die Knoblauch- und die Zitronenpresse, die ich in Hamburg in viel tolleren Versionen hatte als hier, weswegen ich endlich die M-Versionen wegschmei\u00dfen konnte, die Zweierbettw\u00e4sche (ich hatte nach M nur Singleversionen mitgenommen) und eben meine ganzen B\u00fccher.<\/p>\n<p>Da mir das Wohlf\u00fchlen in der eigenen Wohnung sehr wichtig ist, begann ich direkt nach dem Ausladen durch die Jungs, Regale aufzubauen und sie einzur\u00e4umen. Innerhalb von anderthalb Tagen waren alle Kisten leer und mein Wohn-\/Schlafzimmer sieht bis auf winzige Details schon so aus, wie ich es haben will. Ich habe es Mittwochabend sehr genossen, alleine auf meiner Riesencouch zu l\u00fcmmeln, eine Flasche Le 7 zu leeren und mich rundum zuhause zu f\u00fchlen. Ja, K\u00fcche und Bad sehen noch sehr chaotisch aus, aber ich habe schon eine kleine Oase aus B\u00fcchern und gem\u00fctlichen Sitzgelegenheiten. Mehr brauche ich eigentlich gar nicht.<\/p>\n<p>Den Schwung vom Dienstag und Mittwoch wollte ich gestern eigentlich mitnehmen, um den Rest der Wohnung fertigzukriegen. Nach dem Arzttermin reichte es aber nur noch zum Gang in den Feinkost- und in den Blumenladen, denn gutes Essen und Blumen retten immer den Tag. Das hat gestern nicht ganz funktioniert. Ich konnte und irgendwann wollte ich mich nicht mehr aufraffen. Ich wollte nur hier liegen und an die Decke gucken. Nicht an Hamburg denken, nicht an den Kerl, nicht an F., der meinen Trennungsschmerz uneifers\u00fcchtig und liebevoll begleitet, dann doch an F., weil ich mich gerne in ihn verkrochen h\u00e4tte, nicht an die noch fehlende Studienplatzzusage und vor allen Dingen nicht an die wilden Vermutungen meiner \u00c4rztin. Nicht mal ein paar Folgen <em>Friends<\/em> konnten mich aufheitern; die Serie steckt leider doch voller schlimmer Geschlechterklischees, was mir erst mit dem Abstand von 20 Jahren (und viel Internetlekt\u00fcre) klargeworden ist.<\/p>\n<p>Ich habe den Tag schlie\u00dflich verstreichen lassen. Mir noch das <a href=\"https:\/\/instagram.com\/p\/7vcJFUpGCT\/?taken-by=ankegroener\">gute Essen<\/a> geg\u00f6nnt, Fu\u00dfball geguckt und darauf gewartet, dass der Tag einfach vorbeigeht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich hatte morgens einen Termin bei meiner Haus\u00e4rztin, der eigentlich nur ein normaler Kontrollbesuch werden sollte, dann aber etwas ausartete. 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