{"id":20904,"date":"2014-04-17T10:14:22","date_gmt":"2014-04-17T08:14:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=20904"},"modified":"2014-04-17T10:14:22","modified_gmt":"2014-04-17T08:14:22","slug":"links-vom-17-april-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=20904","title":{"rendered":"Links vom 17. April 2014"},"content":{"rendered":"<p>Heute mal wieder ein bisschen kunsthistorischer. Zun\u00e4chst was zum Spielen:<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.artefakt-sz.net\/bestimmungsuebung\/bestimmungsuebung.html\">Bestimmungs\u00fcbung<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Die Bestimmungs\u00fcbung von <a href=\"http:\/\/www.artefakt-sz.net\/\">artefakt<\/a> versammelt 2.400 Kunstwerke, darunter auch Architektur, und man darf ganz simpel raten, was es ist, von wem es ist und von wann es ist. Oder man studiert Kunstgeschichte und r\u00e4t dann nicht, sondern denkt kurz nach. Oder lang. Ich muss gestehen, dass ich viele der Werke nicht kenne, aber ich habe \u00fcberrascht festgestellt, dass ich ziemlich gut darin bin, das Herkunftsland zu erkennen und so ungef\u00e4hr die Zeit \u2013 meist liege ich nur 20 bis 30 Jahre daneben (einer meiner Professoren w\u00fcrde mir jetzt f\u00fcr das \u201enur\u201c gleich eine ganze Note abziehen). Okay, einmal lag ich auch satte 200 Jahre daneben, aber daf\u00fcr kann ich ja nichts, dass der olle <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Diego_Rodr%C3%ADguez_de_Silva_y_Vel%C3%A1zquez\">Vel\u00e1zquez<\/a> manchmal sehr fortschrittlich gemalt hat.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albertis-window.com\/2014\/04\/the-female-body-and-horizontal-images\/\">The Female Body and Horizontal Images<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Eines meiner liebsten Kunsthistorikerinnenblogs, Alberti&#8217;s Window, \u00fcber Abbildungen von Frauen und warum sie gerne horizontal angelegt sind.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eSo, why would a horizontal format be preferred by some artists of the female form? I approached this topic through the lens of feminist analysis (in relation to female objectification and the \u201cmale gaze\u201d), and here are some ideas which I came up with:<\/p>\n<p>\u2013\u00a0The horizontal orientation the medium implies rest and repose. The image is \u201cat rest\u201d \u2013 as emphasized by the horizontal lines on the top and bottom of the canvas or medium itself. This suggestion of repose can perhaps suggest a contrast between the active viewer and the image itself.<\/p>\n<p>\u2013\u00a0Repose and rest is emphasized in the horizontal orientation of the subject matter. In this way, the object can be interpreted as passive as well, which draws a contrast with the active viewer. (&#8230;)<\/p>\n<p>\u2013 A thought: Could it be that the female form is more predisposed to horizontal orientations because females are traditionally associated with the land and earth? I\u2019m reminded of the horizon lines of landscapes and wonder if there might be some parallel. In contrast, I often think vertical lines often are associated more with masculinity (e.g. phallic imagery, skyscrapers, etc.).\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/folio.nzz.ch\/2014\/april\/die-venus-von-ann-arbor\">Die Venus von Ann Arbor<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Ich zitiere das NZZ Folio: \u201eFr\u00fcher benutzte die amerikanische K\u00fcnstlerin Brenda Oelbaum Di\u00e4tb\u00fccher, um abzunehmen. Heute macht sie Kunst daraus.\u201c Es geht in dem Artikel haupts\u00e4chlich um die Biografie Oelbaums, die leider der von vielen Frauen \u00e4hnelt, die irgendwann mal mit dem Di\u00e4ten angefangen haben und erst nach Jahrzehnten merken, wieviel Energie und Lebenszeit man damit verschwenden kann.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIch habe in der Kunst meine Stimme gefunden \u2013 mit diesen humorvollen, konzeptionellen Arbeiten. Naomi Wolf hat vollkommen recht. In ihrem Buch <em><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/0060512180\/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=0060512180&#038;linkCode=as2&#038;tag=httpwwwankegr-21\">Der Mythos Sch\u00f6nheit<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=httpwwwankegr-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=0060512180\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/><\/em> schreibt sie: \u00abEine Kultur, die einem weiblichen Schlankheitswahn huldigt, ist nicht besessen von weiblicher Sch\u00f6nheit, sondern von weiblichem Gehorsam. Di\u00e4ten sind das machtvollste politische Sedativum in der Geschichte der Frauen.\u00bb Genauso ist es.<\/p>\n<p>Eines Tages sah ich im Fernsehen eine Werbung f\u00fcr ein Di\u00e4tpr\u00e4parat, das die Venus von Willendorf zeigt, dazu die Worte: \u00abSo willst du ja wohl nicht aussehen!\u00bb Die wagten es, dieses Symbol weiblicher Fruchtbarkeit, diese Ikone des Feminismus, zu missbrauchen! Da wurde ich w\u00fctend. Es war die Geburtsstunde des Venus-von-Willendorf-Projekts. Seitdem sammle ich alle Di\u00e4tb\u00fccher, deren ich habhaft werden kann, und mache daraus eine Venus um die andere. Bitte spendet mir eure alten Di\u00e4tb\u00fccher! Die Adresse findet ihr auf <a href=\"http:\/\/brendaoelbaum.me\/\">www.brendaoelbaum.me<\/a>. Seite f\u00fcr Seite mache ich aus den Taschenb\u00fcchern mit Wasser und Zucker Papiermach\u00e9 und forme \u00fcppige Frauenleiber. Genau wie ich damals wird eine Venus mit jeder Di\u00e4t dicker. Von manchen B\u00fcchern, wie zum Beispiel der Atkins-Di\u00e4t, habe ich so viele, dass ich mehrere Skulpturen daraus machen k\u00f6nnte. Eine andere Venus tr\u00e4gt Stulpen \u2013 die Leute erkennen sie sofort: Jane Fonda, die essgest\u00f6rte Fitnessk\u00f6nigin der 1980er Jahre, der wir so lange nachgeh\u00fcpft sind.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong>Lorenzo Lotto: <em>Die mystische Verm\u00e4hlung der hl. Katharina<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Wir hatten gestern unseren ersten Seminartermin vor Ort im Kurs \u201eSpaces of Experience\u201c, in dem wir uns verschiedene Arten der Kunstpr\u00e4sentation anschauen, dieses Mal in der Alten Pinakothek. Ich fand so viele Aspekte spannend, dass ich mich im Nachhinein \u00e4rgere, mir nicht wenigstens Stichworte aufgeschrieben zu haben. Einige meiner KommilitonInnen protokollierten mit, aber das bringt mir f\u00fcr meinen heutigen Blogeintrag nat\u00fcrlich gar nichts.<\/p>\n<p>Wir sprachen unter anderem \u00fcber die verschiedenfarbig bespannten W\u00e4nde in den vier Haupts\u00e4len, in denen wir waren \u2013 sie waren entweder kirschrot oder bl\u00e4sslichgr\u00fcn, was klassische Farben f\u00fcr Alte Meister sind; im <a href=\"http:\/\/www.louvre.fr\/\">Louvre<\/a> oder im <a href=\"http:\/\/www.khm.at\/\">Kunsthistorischen Museum in Wien<\/a> sieht es \u00e4hnlich aus. Wir besch\u00e4ftigten uns ausnahmsweise also nicht mit den Bildern und ihren Inhalten, sondern: Wie wirken sie auf unterschiedlichem Grund. In den Kabinetten findet sich noch eine silbrige Wandbespannung, auf der zum Beispiel die Goldgrundbilder aus dem Mittelalter unglaublich strahlen. Auf Rot sieht Gold sehr edel aus, was zur langen Historie und den meist biblischen oder anderweitig beeindruckenden Inhalten der Alten Meister passt. Das Gr\u00fcn l\u00e4sst die Bilder allerdings manchmal ein wenig verblassen, die dunklen Bilder wirken noch dunkler, die Braunt\u00f6ne kippen ins Gr\u00e4uliche. Das hat uns schon gewundert, warum man sich trotzdem f\u00fcr diese Art der Pr\u00e4sentation entscheidet. Was mir auch noch nie aufgefallen ist: Selbst die Stahlseile, an denen die Bilder h\u00e4ngen, sind gr\u00fcn oder rot gestrichen worden.<\/p>\n<p>Wir sprachen \u00fcber die Lichtwirkung von Kunst- oder Tageslicht (die Kabinette haben ganz wunderbares Nordlicht \u2013 viele Ateliers in Schwabing sind auch bewusst nach Norden ausgerichtet), wir achteten auf knarzendes Parkett, entdeckten peinlicherweise ein Spinnweben an einem Veronese, sprachen \u00fcber die H\u00e4ngung von Stillleben oben in der zweiten Reihe unter der Decke im Gegensatz zu den als wichtiger erachteten Portr\u00e4ts auf Augenh\u00f6he, bemerkten, wie sehr sich das Wachpersonal im Hintergrund hielt und hatten sogar das Gl\u00fcck, einen Gem\u00e4ldefahrstuhl zu bestaunen, der zuf\u00e4llig gerade ge\u00f6ffnet war. Das habe ich mich ja auch schon \u00f6fter gefragt, wie man die zum Teil sehr gro\u00dfformatigen Werke in den ersten Stock der Pinakothek kriegt. Apropos erster Stock: das <a href=\"http:\/\/www.pinakothek.de\/alte-pinakothek\/die-sammlung\/sammlungsgeschichte\">Treppenhaus<\/a> (runterscrollen), von dem so ziemlich jeder Besucher (m\/w) beeindruckt ist, stammt nicht aus der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alte_Pinakothek#Die_Gr.C3.BCndung_durch_K.C3.B6nig_Ludwig_I.\">Originalbauzeit<\/a> von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Leo_von_Klenze\">Leo von Klenze<\/a>, sondern von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hans_D%C3%B6llgast\">Hans D\u00f6llgast<\/a> und ist ein Kind des Wiederaufbaus in den 1950er Jahren. Wer h\u00e4tte gedacht, dass die piefigen F\u00fcnfziger so majest\u00e4tisch sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Mein Lieblingsbild in der Pinakothek ist das im Titel dieses Absatzes erw\u00e4hnte: <em><a href=\"http:\/\/www.pinakothek.de\/lorenzo-lotto\/die-mystische-vermaehlung-der-hl-katharina\">Die mystische Verm\u00e4hlung der heiligen Katharina<\/a><\/em> von Lorenzo Lotto (1505\u201308). Bei meinem ersten Besuch in der Alten Pinakothek wollte ich nur zu den Raffaels und hatte keine Ahnung, was hier noch alles hing. Und dann kam der Lotto. Ich verweise auf meinen alten <a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=13315\">Blogeintrag vom Juni 2011<\/a>, der schon ahnen l\u00e4sst, warum ich heute Kunstgeschichte studiere.<\/p>\n<p>Und der Lotto h\u00e4ngt inzwischen als Kunstdruck \u00fcber meinem M\u00fcnchner K\u00fcchentisch.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/lotto.jpg\" alt=\"lotto\" width=\"500\" height=\"416\" class=\"alignnone size-full wp-image-20905\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute mal wieder ein bisschen kunsthistorischer. Zun\u00e4chst was zum Spielen: Bestimmungs\u00fcbung Die Bestimmungs\u00fcbung von artefakt versammelt 2.400 Kunstwerke, darunter auch Architektur, und man darf ganz simpel raten, was es ist, von wem es ist und von wann es ist. 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