{"id":20589,"date":"2014-02-07T11:47:49","date_gmt":"2014-02-07T09:47:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=20589"},"modified":"2014-02-07T11:53:09","modified_gmt":"2014-02-07T09:53:09","slug":"links-vom-7-februar-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=20589","title":{"rendered":"Links vom 7. Februar 2014"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.bloomberg.com\/news\/2012-01-06\/postrel-how-art-history-majors-power-the-u-s-.html\">How Art History Majors Power the U.S. Economy<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Der Artikel ist schon etwas \u00e4lter (2012), aber die Argumentation f\u00fcr das angeblich sinnlose, weil nicht-eintr\u00e4gliche Studium von F\u00e4chern wie Kunstgeschichte und Philosophie stimmt immer noch: Wenn alle nur noch BWL und Jura studieren, haben wir bald bergeweise arbeitslose BWlerInnen und JuristInnen. Deswegen sollte ruhig alle, die Lust dazu haben, Kunstgeschichte und Philosophie studieren. Das scheinen sowieso nicht allzu viele Menschen zu sein:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eAccording to the National Center for Education Statistics, humanities majors account for about 12 percent of recent graduates, and art history majors are so rare they\u2019re lost in the noise. They account for less than 0.2 percent of working adults with college degrees, a number that is probably about right for recent graduates, too. Yet somehow art history has become the go-to example for people bemoaning the state of higher education.\u201c (&#8230;) <\/p>\n<p>Contrary to what critics imagine, most Americans in fact go to college for what they believe to be \u201cskill-based education.\u201d A quarter of them study business, by far the most popular field, and 16 percent major in one of the so-called Stem (science, technology, engineering and math) fields. Throw in economics, and you have nearly half of all graduates studying the only subjects such contemptuous pundits recognize as respectable. (&#8230;)<\/p>\n<p>The argument that public policy should herd students into Stem fields is as wrong-headed as the notion that industrial policy should drive investment into manufacturing or \u201cgreen\u201d industries. It\u2019s just the old technocratic central planning impulse in a new guise. It misses the complexity and diversity of occupations in a modern economy, forgets the dispersed knowledge of aptitudes, preferences and job requirements that makes labor markets work, and ignores the profound uncertainty about what skills will be valuable not just next year but decades in the future.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Im Artikel wird auch angesprochen, dass viele Studierende sich \u00fcberlegen, was sie verdienen wollen, bevor sie sich f\u00fcr ein Studienfach entscheiden. Das klingt sinnvoll, aber wer sich nur daran orientiert, was sp\u00e4ter auf der Gehaltsabrechnung steht, hat wahrscheinlich deutlich weniger Spa\u00df am Job als die Menschen, die zuerst ihren Neigungen folgen und dann der Kohle. In einem Text \u00fcber Frauenbildung der letzten 200 Jahre bin ich \u00fcber eine Stelle gestolpert, die immer noch in mir grummelt. Dort wurde aufgedr\u00f6selt, welche F\u00e4cher eher von M\u00e4nnern und welche eher von Frauen belegt werden. Die Antwort: M\u00e4nner studieren F\u00e4cher, die Prestige und ein h\u00f6heres Einkommen erwarten lassen, Frauen das, auf das sie Lust haben. Was in den leidigen Diskussionen um die Gender Pay Gap ja immer gerne vorgebracht wird: W\u00fcrden wir M\u00e4dels mal so was Sinnvolles wie Wirtschaftswissenschaften studieren anstatt franz\u00f6sische Literatur, w\u00fcrden wir auch mehr Geld verdienen.<\/p>\n<p>Wie w\u00e4re es, wenn wir das umdrehen? Anstatt den Jungs weiter einzureden, sie m\u00fcssten irgendwas Geldwertes studieren, damit sie brav eine Familie ern\u00e4hren k\u00f6nnen, die sie nie sehen, weil sie bis 22 Uhr im B\u00fcro sitzen \u2013 w\u00e4re es nicht viel toller, wenn wir dieses Prestigedenken auf den M\u00fcllhaufen der Soziologie werfen und uns alle nur noch mit Dingen besch\u00e4ftigen, die uns interessieren? So wie wir schlauen Frauen das anscheinend schon tun, dabei aber nat\u00fcrlich unseren Marktwert b\u00f6se ignorieren \u2013 den wir \u00fcbrigens auch auf irgendeinen M\u00fcllhaufen werfen k\u00f6nnen, wenn wir schon dabei sind.<\/p>\n<p>Ja, naiver Vorschlag, ich wei\u00df. Ich wollte ihn aber wenigstens loswerden, damit es nicht wieder hei\u00dft, dem Feminismus sind die M\u00e4nner egal.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.monopol-magazin.de\/blogs\/der-kritiker-jerry-saltz-blog\/2013287\/Jerry-Saltz-ueber-Selfies.html\">Kunst auf Arml\u00e4nge: Jerry Saltz \u00fcber Selfies<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Das Monopol-Magazin (das \u00fcbrigens das erste war, das ich auf meinem geliebten iPad mini abonniert habe) schreibt sehr ausf\u00fchrlich \u00fcber Selfies aus kunsthistorischer Sicht:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eAuf gewisse Weise orientieren sich diese Selfies am alten griechischen Theaterkonzept der Methexis \u2013 ein Partizipationsmodell, in dem der Sprecher das Publikum direkt anspricht, ein wenig wie wenn Filmkomiker direkt in die Kamera grimassieren.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich und faszinierenderweise wurde das Genre nicht von K\u00fcnstlern erfunden \u2013 sondern von uns allen. Man k\u00f6nnte das Selfie gewisserma\u00dfen als Folklore verstehen, und als solche hat es schon jetzt die Sprache und das Lexikon der Fotografie erweitert. Selfies dokumentieren das moderne Leben, wobei sowohl Akademie wie auch Kuratoren sie bisher weitgehend ignorieren. Das wird sich allerdings \u00e4ndern: In hundert Jahren steht uns durch die gewaltige Menge von Selfies ein unglaubliches Archiv der kleinen Details des Alltags zur Verf\u00fcgung. Man muss sich nur mal vorstellen, was es alles zu sehen g\u00e4be, wenn man Millionen Selfies aus den Stra\u00dfen des antiken Roms h\u00e4tte. (&#8230;)<\/p>\n<p>Im Gegensatz zur traditionellen Portr\u00e4tkunst brauchen Selfies keinen hochtrabenden \u00dcberbau. Sie gehen einen anderen Weg \u2013 oder gar keinen. Theoretiker wie Susan Sontag und Roland Barthes erkannten in allen Fotographien Zeichen von Melancholie und Tod. Aber Selfies sind nicht f\u00fcr die Ewigkeit gedacht. Sie erinnern an den Hund aus dem Cartoon, der auf die Frage nach der Uhrzeit immer \u201eNow! Now! Now\u201c kl\u00e4fft.<\/p>\n<p>Adererseits lassen sich durchaus Bausteine einer kunsthistorischen und visuellen DNA finden, aus denen die Strukturen und Wurzeln der Selfies entstanden sind. So gibt es ja zum Beispiel auch alte analoge Fotos, auf denen Leute Kameras vor sich hinhalten, um sich selbst zu fotografieren. (Beliebt war das Motiv zum Beispiel, um das letzte Bild einer Filmrolle zu verknipsen, damit man den Film zum Entwickeln geben konnte.) Aber als Genre blieb diese Art des Portr\u00e4ts undefiniert, verschwommen und uncodiert. (&#8230;)<\/p>\n<p>Ich bin bei weitem nicht der Erste, der das Selfie f\u00fcr eine signifikante Gattung h\u00e4lt. Schon 2010 schrieb der K\u00fcnstler und Kritiker David Colman <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2010\/07\/01\/fashion\/01ONLINE.html?adxnnl=1&#038;pagewanted=all&#038;adxnnlx=1391436647-heIf1Kd44PyhadCMb9sp7w&#038;_r=0\">in der \u201eNew York Times\u201c<\/a>, das Selfie sei mittlerweile \u201eso allgemein verbreitet, dass es die Fotografie als solche ver\u00e4ndert.\u201c Colman zitierte dabei seinerseits den Kunsthistoriker Geoffrey Batchen, f\u00fcr den sich im Selfie zeige, \u201ewie sich die Fotografie von einem Medium der Erinnerung zu einem Kommunikationsmittel wandelt\u201d. Mir wiederum gef\u00e4llt am Selfie vor allem, dass wir nach dem Fotografieren noch etwas anderes damit anfangen: wir ver\u00f6ffentlichen es. Was wiederum ebenfalls so etwas \u00c4hnliches wie Kunst ist.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Zur Selbstportr\u00e4t des Parmigianino, das dem Artikel voransteht, haben wir in Kunstgeschichte noch gelernt, dass das durchaus Absicht sein k\u00f6nnte, dass die Hand des K\u00fcnstlers so deutlich sichtbar ist. Im 16. Jahrhundert nahmen sich K\u00fcnstlerInnen erstmals als solche war und nicht nur als HandwerkerInnen, insofern ist es naheliegend, dass Parmigianino sein \u201eArbeitswerkzeug\u201c, das, was ihn besonders macht und auszeichnet, so prominent darstellen wollte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>How Art History Majors Power the U.S. Economy Der Artikel ist schon etwas \u00e4lter (2012), aber die Argumentation f\u00fcr das angeblich sinnlose, weil nicht-eintr\u00e4gliche Studium von F\u00e4chern wie Kunstgeschichte und Philosophie stimmt immer noch: Wenn alle nur noch BWL und Jura studieren, haben wir bald bergeweise arbeitslose BWlerInnen und JuristInnen. 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