{"id":18575,"date":"2013-03-02T10:29:20","date_gmt":"2013-03-02T08:29:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=18575"},"modified":"2013-03-02T12:46:36","modified_gmt":"2013-03-02T10:46:36","slug":"bucher-januarfebruar-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=18575","title":{"rendered":"B\u00fccher Januar\/Februar 2013"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/buecher13_01feb.jpg\" alt=\"\" title=\"buecher13_01feb\" width=\"500\" height=\"761\" class=\"alignnone size-full wp-image-18591\" \/><\/p>\n<p>Jetzt kann ich endlich alle Mailschreiber und -schreiberinnen verstehen, die mich vor dem Studium fragten, wie ich blo\u00df so viel lesen kann in so kurzer Zeit. Die Frage habe ich nie kapiert: Ich lese in der Mittagspause und im Bus und abends und irgendwie dauernd. Jetzt nicht mehr: Jetzt hocke ich stattdessen in Bibliotheken rum, wo ich Kram f\u00fcr die Uni lese, den ich aber nicht unter \u201eFreizeitlesen\u201c ablegen w\u00fcrde. Auch meine sch\u00f6nen Lesebusfahrten in die Hamburger Agentur fallen weg, seit ich nur noch blitzschnelle U-Bahn-Fahrten in M\u00fcnchen habe, bei denen es sich f\u00fcr vier Stationen nie lohnt, das Buch rauszuholen. Ich lese eigentlich nur noch im Flugzeug und w\u00e4hrend ich auf dasselbige warte, wobei die Zeit recht kurz ist, weil ich inzwischen meine Ankunft so gut timen kann, dass ich f\u00fcnf Minuten vor Boarding am Gate bin. Selbst die abendliche Leserunde im Bett f\u00e4llt gerade meist flach, weil ich nach dem ganzen Tags\u00fcberlesen blo\u00df noch ne Runde Sudoku auf dem iPhone daddele, bevor mir die Augen zufallen.<\/p>\n<p>Nicht, dass ich mich beschwere: Ich habe in den letzten vier Monaten gef\u00fchlt mehr gelernt als in den vergangenen vier Jahren. Aber dabei sind irgendwie die ganzen Romane auf der Strecke geblieben.<\/p>\n<p>Na fast.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/buecher13_01jan.jpg\" alt=\"\" title=\"buecher13_01jan\" width=\"500\" height=\"310\" class=\"alignnone size-full wp-image-18589\" \/><\/p>\n<p><strong>Connie Palmen (Hanni Ehlers, \u00dcbers.) \u2013 <em><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/325723287X\/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=325723287X&#038;linkCode=as2&#038;tag=httpwwwankegr-21\">I.M. Ischa Meijer. In Margine. In Memoriam<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=httpwwwankegr-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=325723287X\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/><\/em><\/strong><\/p>\n<p>Herzzerrei\u00dfend. Mir f\u00e4llt kein anderes Wort ein. Palmen schreibt autobiografisch \u00fcber die kurze Zeit, die ihr mit ihrem Geliebten Ischa Meijer verg\u00f6nnt war, ihr erstes Treffen, ihre ersten Ber\u00fchrungen, die vielen, die folgten, ihre gemeinsamen Reisen, Gespr\u00e4che, wie sie nebeneinander her an ihren jeweiligen B\u00fcchern arbeiten, wie sie die Vergangenheit bew\u00e4ltigen und die Zukunft planen. Und dann die brutale Z\u00e4sur, der Tod von Meijer. Die Zeit der Trauer, die so unvermittelt und unbarmherzig \u00fcber Palmen hineinbricht. Das Buch ist weitaus mehr als nur ein Abschied von Meijer, es ist eine Auseinandersetzung mit der Liebe, mit der Familie, mit dem Schreiben und mit sich selbst. Viele Stellen haben mich vor Schmerz zusammenzucken lassen, so treffend waren die Worte von Palmen bzw. die \u00dcbersetzung von Ehlers. Das Buch macht kaum Spa\u00df, weil man von Anfang an wei\u00df, was einen erwartet, aber es belohnt trotzdem auf jeder Seite. Um mal den Klassiker von Herrn Tennyson zu <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/In_Memoriam_A.H.H.\">zitieren<\/a>: &#8220;&#8216;Tis better to have loved and lost \/ Than never to have loved at all.&#8221; Ja. Weil eben doch etwas \u00fcbrig bleibt. Keine k\u00f6rperliche N\u00e4he, die fast mehr schmerzt als die geistige, aber es bleiben Worte, S\u00e4tze, Bilder, Erinnerungen. Und die bleiben f\u00fcr immer.<\/p>\n<p><strong>Monika Maron \u2013 <em><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3596139333\/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3596139333&#038;linkCode=as2&#038;tag=httpwwwankegr-21\">Animal triste<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=httpwwwankegr-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3596139333\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/><\/em><\/strong><\/p>\n<p>In <em>Animal triste<\/em> erinnert sich die Ich-Erz\u00e4hlerin an ihre gro\u00dfe Liebe, die vor zehn, 20 oder 60 Jahren stattfand, egal, was ist schon Zeit. Wir erfahren immerhin, dass diese Liebe kurz nach dem Mauerfall passiert sein muss, denn neben den kargen, aber pr\u00e4zisen Beschreibungen ihrer Zweisamkeit spricht die Erz\u00e4hlerin auch \u00fcber Biografien, die sich durch die deutsche Teilung oder Wiedervereinigung ergeben. Die Sprache ist vorsichtig, tastend, als ob sie sich selbst nicht recht traut. Ich mochte jeden Satz, und ich m\u00f6chte jetzt mehr von Frau Maron lesen.<\/p>\n<p>(<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3596139333\/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3596139333&#038;linkCode=as2&#038;tag=httpwwwankegr-21\">Leseprobe<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=httpwwwankegr-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3596139333\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/> bei amazon.de.)<\/p>\n<p>Nicht fotografiert, liegt in M\u00fcnchen:<\/p>\n<p><strong>Werner Busch (Hrsg.) \u2013 <em><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3492107354\/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3492107354&#038;linkCode=as2&#038;tag=httpwwwankegr-21\">Funkkolleg Kunst I. Eine Geschichte der Kunst im Wandel ihrer Funktionen.<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=httpwwwankegr-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3492107354\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/><\/em><\/strong><\/p>\n<p>Eine freundliche Leserinnenzuwendung, \u00fcber die ich mich nicht nur sehr gefreut habe, sondern die ich auch gleich in meiner ersten Hausarbeit zitieren konnte, ha! <em>Funkkolleg<\/em> versammelt einige illustre Kunsthistoriker (keine Historikerinnen, ich prangere das usw.), die sich mit der Funktion von Kunst im Laufe der letzten Jahrhunderte befassen, und mit den ver\u00e4nderten Rezeptionsgewohnheiten. Kunst war sehr lange Zeit religi\u00f6s motiviert, und bevor die Jesusbilder im Wohnzimmer hingen, hingen sie in Kirchen, und bevor sie Jesusbilder waren, waren sie Tympana \u00fcber Portalen. Genau das habe ich alles im ersten Semester gelernt, genau das wird im Buch nachvollzogen, und deswegen war es ein wunderbarer Abschluss. (Zweiter Teil steht auf dem Wunschzettel. Nicht mehr lange, ich klick da gleich drauf.)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/bibliothekkugi.jpg\" alt=\"\" title=\"bibliothekkugi\" width=\"500\" height=\"646\" class=\"alignnone size-full wp-image-18577\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kann ich endlich alle Mailschreiber und -schreiberinnen verstehen, die mich vor dem Studium fragten, wie ich blo\u00df so viel lesen kann in so kurzer Zeit. Die Frage habe ich nie kapiert: Ich lese in der Mittagspause und im Bus und abends und irgendwie dauernd. 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