{"id":17626,"date":"2012-11-03T09:31:13","date_gmt":"2012-11-03T07:31:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=17626"},"modified":"2012-11-03T09:41:06","modified_gmt":"2012-11-03T07:41:06","slug":"november-journal-3-11-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=17626","title":{"rendered":"November-Journal, 3.11.2012"},"content":{"rendered":"<p>Ich bin gerade drei Wochen in M\u00fcnchen und das nicht mal richtig, und ich renne schon wie eine Ehemalige durch Hamburg. \u201eAch guck, die Baustelle ist weitergewandert. Und der Buchladen hat umdekoriert.\u201c<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Nachmittags mit <a href=\"http:\/\/holgi.blogger.de\/\">Holgi<\/a> ein zweites Interview gemacht zum Thema Bloggen. Wobei wir eigentlich erstmal viel gelacht und viele Donuts gegessen haben, aber dann haben wir uns auch \u00fcbers Bloggen unterhalten. Das ist f\u00fcr mich gerade recht weit weg \u2013 zum einen, weil es so selbstverst\u00e4ndlich zu meinem Tag geh\u00f6rt, dass ich nicht mehr dar\u00fcber nachdenke, zum anderen, weil ich gerade \u00fcber so viele andere Dinge nachdenke.<\/p>\n<p>Es sind Kleinigkeiten, die mir auffallen und die Ver\u00e4nderungen zeigen. Das erste Mal, als der lange Uni-Mittwoch vor mir lag, \u00fcberlegte ich mir, was alles in meinen Rucksack m\u00fcsste, damit ich weder verhungere oder vor Durst umkomme. In der Agentur steht meine M\u00fcslidose an meinem Platz, im Agenturk\u00fchlschrank wartet die Milch, die Kaffeemaschine und ein Berg Wasserkisten sind den ganzen Tag f\u00fcr mich da, und meistens steht auch noch ein Korb Obst rum. Weitere Komfortfunktionen meines Arbeitsplatzes: In der Schreibtischschublade liegen meine Atemfrischkaugummis und meine Handcreme, bergeweise Stifte und Post-Its und mein geliebtes Moleskine. Das hei\u00dft, ich muss zuhause h\u00f6chstens einen Apfel neben mein MacBook in den Rucksack packen \u2013 falls der Agenturobstkorb doch leer sein sollte \u2013 und der Tag kann losgehen. <\/p>\n<p>In meinem Rucksack, der mich durch neun Stunden Uni begleitet, liegt ebenfalls ein Moleskine. Bei dem Tempo, in dem ich es vollschreibe, werde ich allerdings demn\u00e4chst auf billige Imitate umsteigen m\u00fcssen. (Nein, DIN-A4-Bl\u00f6cke, wom\u00f6glich noch kariert, sind keine Alternative. Ich bin zu alt f\u00fcr neue Schreibformate, ich mag DIN-A5 ohne jegliche Muster.) Daneben liegt eine Brotdose, in der sich ein geviertelter Apfel und ein paar Weintrauben befinden. Dazu ein Joghurt, um dessen Esswerkzeug sich gerade meine iPhone-Kopfh\u00f6rer wickeln. Oder  um die Dose mit den Kaugummis. Oder um die kleine Tube Handcreme. Ebenfalls im Rucksack: eine Flasche Wasser. Immerhin nur ein halber Liter, denn das M\u00fcnchener Wasser ist so schmackhaft, dass ich es am Wasserhahn auf dem Uniklo nachf\u00fcllen kann. <\/p>\n<p>Welches Utensil ich nach meinem Abi 1989 v\u00f6llig vergessen hatte: Federm\u00e4ppchen. Alleine das Wort! In den ersten Tagen habe ich, wie immer, wenn ich unterwegs bin und wei\u00df, dass ich irgendwas was notieren muss, einen Kugelschreiber im Rucksack gehabt und fertig. Inzwischen habe ich mein altes M\u00e4ppchen wiedergefunden und trage nun zwei Kugelschreiber, einen Bleistift, einen Textmarker und einen Anspitzer mit mir rum. In meiner Brieftasche befinden sich neben meinem \u00fcblichen Kartenkram ein Bibliotheksausweis, ein Studentenausweis und eine Kopierkarte, auf der mal zehn Euro Guthaben waren, aber das verringert sich gef\u00fchlt beim Atmen. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/LMU_B201.jpg\" alt=\"\" title=\"LMU_B201\" width=\"500\" height=\"669\" class=\"alignnone size-full wp-image-17636\" \/><\/p>\n<p>Das Dusselige am Allesmitschleppen: Ich schleppe es abends meist wieder nach Hause, denn die 30 Minuten zwischen den vier Vorlesungen reichen kaum, um von einem H\u00f6rsaal zum n\u00e4chsten zu kommen (gro\u00dfe Uni ist gro\u00df und verteilt sich zudem auf mehrere Geb\u00e4ude, von denen \u201emeine\u201c Minimum sechs U-Bahn-Stationen voneinander entfernt sind) und sich dort einen Platz zu erk\u00e4mpfen, der nicht am Rand oder in der letzten Reihe ist. Ich weigere mich, im H\u00f6rsaal zu essen \u2013 der ist zum Lernen da, findet Oma Gr\u00f6ner \u2013, und deswegen muss ich das erledigen, bevor ich reingehe, aber dann sind eben schon alle Pl\u00e4tze weg und deswegen sitze ich hungrig im H\u00f6rsaal, kann daf\u00fcr aber super sehen und h\u00f6ren (vor allem meinen knurrenden Magen). Ich sp\u00fcre da noch Optimierungsbedarf, aber nur, wenn der Magen knurrt, denn sonst ist mir das alles egal, das Mitschleppen, das Hungrigsein, weil ich super sehe und super h\u00f6re und alle zehn Minuten ein innerliches \u201eAch was?!\u201c \u00e0 la Loriot von mir gebe, weil alles so spannend ist. <\/p>\n<p>Holgi hat mir gestanden, dass er geistig auszoomt, sobald ich was Kulturelles schreibe. Ich frag ihn mal, ob er bis hierhin durchgehalten hat. PROFESSOR! PROFESSOR HASTIG!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin gerade drei Wochen in M\u00fcnchen und das nicht mal richtig, und ich renne schon wie eine Ehemalige durch Hamburg. \u201eAch guck, die Baustelle ist weitergewandert. Und der Buchladen hat umdekoriert.\u201c &#8212; Nachmittags mit Holgi ein zweites Interview gemacht zum Thema Bloggen. 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