{"id":17558,"date":"2012-10-27T11:30:18","date_gmt":"2012-10-27T09:30:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=17558"},"modified":"2012-10-27T11:38:10","modified_gmt":"2012-10-27T09:38:10","slug":"meine-zweite-uniwoche-in-stichworten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=17558","title":{"rendered":"Meine zweite Uniwoche in Stichworten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Portr\u00e4tmalerei des 14. und 15. Jahrhundert<\/strong><\/p>\n<p>\u2013 Imago, Icona\/Ikon, Statua, Effigies, Simulacrum, Contrefait\/Konterfei (D\u00fcrer benutzte das Wort gerne als Verb: \u201eDen habe ich konterfeit.\u201c)<\/p>\n<p>\u2013 \u201eWer die Kunst aus der Natur rei\u00dfen kann, der hat sie.\u201c<\/p>\n<p>\u2013 Das wahrscheinlich erste Ganzk\u00f6rperportr\u00e4t zeigt Heinrich VIII, der sich \u00fcberhaupt wahnwitzig gerne malen lie\u00df \u2013 \u201eobwohl er so h\u00e4sslich war.\u201c (Dafuq?)<\/p>\n<p>\u2013 Ganzk\u00f6rperportr\u00e4t, Kniest\u00fcck, H\u00fcftst\u00fcck, Halbfigur, Brustbild, Kopfst\u00fcck<\/p>\n<p>\u2013 klassische Portr\u00e4tansichten: frontal, im Profil, 3\/4-Profil<\/p>\n<p>\u2013 Sonderformen: Reiterstandbild; thronende Figur. Tizian war wahrscheinlich der erste, der einen Regenten nicht mehr thronend, sondern \u201eprivat\u201c zeigte. Karl V, ohne Insignien auf einem Lehnstuhl sitzend (1548)<\/p>\n<p>\u2013 Standesportr\u00e4t, Ehepaarportr\u00e4t, Freundschaftsbilder, Totenbildnis<\/p>\n<p><strong>Musikgeschichte von 1700 bis 1830<\/strong><\/p>\n<p>\u2013 Die Z\u00e4sur zwischen Barock und Klassik wird als \u201eZeitalter des galanten Stils\u201c bzw. \u201eZeitalter der Empfindsamkeit\u201c bezeichnet (ca. 1720\/30 bis 1780). Begriffe, die eher doof sind: 1) Rokoko \u2013 nicht so clever, weil Rokoko eigentlich \u00fcberkandidelte Zuckerb\u00e4ckerei ist. Eher Hochbarock. 2) Vorklassik\/Fr\u00fchklassik \u2013 nehmen der Epoche ihre Eigenart.<\/p>\n<p>\u2013 Was ist galanter Stil? Elegant, stilvoll, ein h\u00f6fisches Ideal. Der \u201egalant homme\u201c ist eloquent, hat Geschmack und gute Umgangsformen, wird nie direkt, wahrt Distanz, dr\u00e4ngt sich nicht auf. So klang auch die Musik: bewusst \u00fcberraschungsarm, einfache Modulation, 4-Taktigkeit, \u201eauch der Dilettant soll sie beherrschen\u201c. Diente als Hintergrundmusik, erforderte keine Aufmerksamkeit. Dr\u00e4ngt sich nicht auf, wie der \u201egalant homme\u201c. Unangestrengt (blo\u00df keine Fugen), wahrt Distanz (blo\u00df kein Pathos, keine \u00dcberraschungen).<\/p>\n<p>\u2013 Im Gegensatz zum Barock, wo festgelegte Affekte bestimmte Gef\u00fchle ausdr\u00fcckten, steht hier der aufgekl\u00e4rte Mensch im Mittelpunkt (\u201eEmpfindsamkeit\u201c)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/moleskine_uni.jpg\" alt=\"\" title=\"moleskine_uni\" width=\"500\" height=\"669\" class=\"alignnone size-full wp-image-17564\" \/><\/p>\n<p><em>(Drei Tage Uni)<\/em><\/p>\n<p><strong>Kunstgeschichte 500 bis 1500<\/strong><\/p>\n<p>\u2013 Pilzkapitell (mein neues Lieblingswort)<\/p>\n<p>\u2013 ottonische Epoche. St. Michael in Hildesheim (Schlussstein 1033); St. Pantaleon, K\u00f6ln; Baseler Antependium; Gero-Kreuz (K\u00f6lner Dom); <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bernwardst%C3%BCr\">Bernwardst\u00fcr<\/a> am Hildesheimer Dom (dringend angucken)<\/p>\n<p>\u2013 \u201eKunstgeschichte findet nicht in Sch\u00fcben statt, sondern erg\u00e4nzt sich st\u00e4ndig\u201c<\/p>\n<p><strong>Die Messe in der Renaissance<\/strong><\/p>\n<p>(Der Kurs begann erst diese Woche, hat sich aber sofort als Liebling etabliert. Ich hatte ja keine Ahnung!)<\/p>\n<p>\u2013 Die Musik des Mittelalters war eine der Ratio, nicht eine des Gef\u00fchls. Theorie: Die Welt wurde von einem Sch\u00f6pfer in gleichm\u00e4\u00dfigen Verh\u00e4ltnissen geschafffen. Der Mensch hat mit seinem Verstand (\u201erationes\u201c) die M\u00f6glichkeit, diese Verh\u00e4ltnisse zu erfassen und ihre Ordnung zu erkennen. Sie werden durch Zahlen abgebildet. Beispiel: Eine Geigensaite, die ein C und ein C&#8217; spielt. Beim C&#8217; schwingt sie doppelt so schnell wie beim C. Das Verh\u00e4ltnis ist also 1:2. <\/p>\n<p>Schon Pythagoras sagte: \u201eDie Musik ist im Kern zahlenhaft.\u201c Damit meinte er die Intervalle, die Abst\u00e4nde zwischen den Noten.<\/p>\n<p>Die Musik im Mittelalter wollte diese Verh\u00e4ltnisse abbilden. Je einfacher, desto besser, je konsonanter, desto wahrer, sch\u00f6ner, n\u00e4her am Urzustand, n\u00e4her zu Gott. Sie hatte nicht den Zweck, sch\u00f6n zu klingen, sie sollte perfekte Verh\u00e4ltnisse abbilden. Bestimmte Intervalle wurden als perfekt empfunden (Quarte, Quinte, Oktave), andere nicht (Terz, Sexte), die wir heute als \u201esch\u00f6n\u201c empfinden (\u201eTerzseligkeit\u201c).<\/p>\n<p>\u2013 Im 13. Jahrhundert l\u00f6ste man sich langsam von der Bibel und orientierte sich an der Empirie, an Beobachtungen statt an Theorien. Und: an der Rhetorik (Cicero, De oratore). Auf einmal war das Hauptkriterium f\u00fcr Musik nicht mehr die Wahrheit, sondern die Wirkung (persuasio). Die Musik wurde einfacher, verst\u00e4ndlicher. Klang als Gegenstand sinnlicher Wahrnehmung.<\/p>\n<p>\u2013 In der Renaissance wurde die Musik \u201es\u00fc\u00dfer\u201c. Theorie des \u201es\u00fc\u00dfen Leidens\u201c, der \u201es\u00fc\u00dfen N\u00e4gel der Passion\u201c (Jesus am Kreuz). Die Komposition sollte nach Abwechslung streben (immer noch Cicero, varietas delectat).<\/p>\n<p><strong>Die Skulptur in der Romanik<\/strong><\/p>\n<p>\u2013\u00a0Dijon, Saint-B\u00e9nigne<br \/>\n\u2013 Tournus, Saint-Philibert, Gerlanus-Bogen<br \/>\n\u2013 Saint-Genis-des-Fontaines<br \/>\n\u2013 Saint-Andr\u00e9-de-Sor\u00e8de<br \/>\n\u2013 Santa Mar\u00e9a de Quintanilla de las Vi\u00f1as<br \/>\n\u2013 Saint-Beno\u00eet-sur-Loire<br \/>\n\u2013 Toulouse, Saint-Sernin, Porte Mieg\u00e8ville, Saint-Etienne<\/p>\n<p><strong>Die Klaviertrios von Beethoven<\/strong><\/p>\n<p>\u2013 \u201eWenn wir nicht unser Innerstes nach au\u00dfen kehren, sind wir verloren in der Kunst.\u201c (Beethoven)<\/p>\n<p>\u2013 Ferdinand Ernst von Waldstein, F\u00f6rderer von Beethoven, als dieser sich nach Wien begab, um von Haydn zu lernen, der mit Mozart gearbeitet hatte: \u201eSie erhalten Mozarts Geist aus Haydns H\u00e4nden.\u201c<\/p>\n<p>\u2013 Durchf\u00fchrung, Imitation, Coda, Reprise, Sonate, Klaviersonate<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Portr\u00e4tmalerei des 14. und 15. 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