{"id":16611,"date":"2003-07-30T17:37:54","date_gmt":"2003-07-30T15:37:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=16611"},"modified":"2012-06-23T17:39:08","modified_gmt":"2012-06-23T15:39:08","slug":"forever-young","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=16611","title":{"rendered":"Forever young"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/jensscholz.com\/2003_07_01_archive.htm#105939125809321526\">Dieser Eintrag<\/a> bei Herrn Scholz hat mich zur\u00fcck in meine tiefste Pubert\u00e4t katapultiert.<\/p>\n<p>Die erste Band, an die ich mein unschuldiges Herz verloren habe, waren The Teens. Ich erinnere mich, dass ihre Musik auf unseren Kracherpartys (ohne Jungs, aber mit Mama nebenan) immer der Knaller war. Ihre Kassetten waren meine erste Quelle f\u00fcr englische Vokabeln, auch wenn es ein Jahr gedauert hat, bis ich kapiert hatte, was \u201egonna\u201c bedeutet. Und ich war hemmungslos verknallt: in Robbie, den schnuckeligen S\u00e4nger. Als er die Band verlie\u00df (er war sozusagen der Ur-Robbie), habe ich brennend hei\u00dfe Tr\u00e4nen vergossen, am Strand von B\u00fcsum, wo wir gerade im Urlaub waren. W\u00e4hrend meine Schwester sich mit einem Ganzk\u00f6rper-Sonnenbrand in den Mittelpunkt dr\u00e4ngen musste, war ich mit meinem Kummer ganz alleine. Ich blickte auf die pl\u00e4tschernde Nordsee und wusste, die Welt wird nie wieder gut.<\/p>\n<p>Aber es gab ja noch andere Schnuffis in der Band. Zweiter Favorit war \u2013 nat\u00fcrlich \u2013 der Basser. Alex. Eher der Sch\u00fcchterne, wie die Basser halt so sind, eher im Hintergrund, aber mit diesem beseelten Blick, der mein Jungm\u00e4dchenherz hoffen lie\u00df \u2013 darauf, dass mein Leben vielleicht doch wieder einen Sinn bek\u00e4me.<\/p>\n<p>The Teens waren relativ schnell wieder von der B\u00fchne der Popmusik verschwunden, nachdem Robbie weg und der Rest aus der Pubert\u00e4t raus war. Aber meine Geschichte mit ihnen war noch nicht zu Ende.<\/p>\n<p>Ungef\u00e4hr 15 Jahre sp\u00e4ter erz\u00e4hlte mir meine Freundin Uta, dass ihre Bekannte Charlie Besuch bek\u00e4me \u2013 irgendein Musiker aus Berlin, den sie werwei\u00dfwo kennengelernt hatte. Ob ich Lust h\u00e4tte, zum gemeinsamen Fr\u00fchst\u00fcck vorbeizukommen. Ich hatte und kam. Und wer sa\u00df am Tisch und plauderte fr\u00f6hlich mit den Anwesenden? Alex. DER Alex.<\/p>\n<p>Jeder, der mich kennt, wei\u00df, dass ich die Labernase vor dem Herrn bin. Es gibt kaum ein Thema, zu dem ich nicht wenigstens ein paar Allgemeinpl\u00e4tze beitragen kann, um in der Konversation zu bleiben. Gib mir ein Stichwort, und ich monologisiere vor mich hin (so wie jetzt). Aber an dem Morgen war ich wieder 12. Ich hab zuerst meinen Mund nicht wieder zu- und dann nicht wieder aufgekriegt. Ich hab nur dagesessen wie ein Idiot und ihn angeglotzt. Der Rest der Truppe hat die ganze Zeit Witze gemacht und mir in die Rippen gehauen, aber ich hab&#8217;s echt nicht fertig gekriegt, auch nur \u201eHallo\u201c zu sagen. Das Idol meiner Jugend, einer der ersten Kerle, mit denen ich feuchte Tr\u00e4ume hatte \u2013 und da sitzt der Typ einfach neben mir und redet wie ein ganz normaler Mensch. Ich hab&#8217;s einfach nicht fassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein paar Wochen sp\u00e4ter war Alex wieder in der Gegend, und wir haben uns mit ein paar Leuten bei mir getroffen. Inzwischen hatte ich meine Sprache wiedergefunden und ihm ein wenig peinlich ber\u00fchrt die Story erz\u00e4hlt, was er grinsend zur Kenntnis genommen hat. Er hat mir geduldig dutzende von Geschichten \u00fcber die Teens erz\u00e4hlt, wollte aber logischerweise lieber \u00fcber Big Light reden, bei denen er inzwischen spielte. Das hat mich zwar nicht die Bohne interessiert, aber egal. Ich hab ihm and\u00e4chtig zugeh\u00f6rt und die ganze Zeit gedacht: Alex von den Teens redet mit mir. 12 eben.<\/p>\n<p>An dem Abend bei mir haben wir unter anderem ein Kino-Quiz gespielt, was sein <a href=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/anke1\/pasdeblog\/blogarchiv\/teens_and_jeans.html\">Autogramm<\/a> erkl\u00e4rt, das er mir etwas unwillig auf meine alte Teens-Kassette gegeben hat, denn eine CD von Big Light hatte und habe ich bis heute nicht.<\/p>\n<p>Ich habe ihn noch ein paar Mal gesehen, aber seit die Freundschaft zwischen Charlie und ihm in die Br\u00fcche gegangen ist, haben wir auch keinen Kontakt mehr. Daf\u00fcr habe ich als Troph\u00e4e noch ein Buch im Schrank stehen, das er mir zum Geburtstag geschenkt hat: Wassermusik von T.C. Boyle. Erstens: guter Geschmack, der Mann, und zweitens: mit Widmung.<\/p>\n<p>Und jetzt bin ich total sentimental drauf. Ich werde mal versuchen, einem Nik Kershaw- oder Duran Duran-Fanclub beizutreten.<\/p>\n<p>Forever young.<br \/>\nForever stupid.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Eintrag bei Herrn Scholz hat mich zur\u00fcck in meine tiefste Pubert\u00e4t katapultiert. Die erste Band, an die ich mein unschuldiges Herz verloren habe, waren The Teens. Ich erinnere mich, dass ihre Musik auf unseren Kracherpartys (ohne Jungs, aber mit Mama nebenan) immer der Knaller war. 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