{"id":15691,"date":"2012-02-20T08:47:23","date_gmt":"2012-02-20T06:47:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=15691"},"modified":"2012-02-20T08:47:23","modified_gmt":"2012-02-20T06:47:23","slug":"tagebuch-18-19-februar-%e2%80%93-auf-und-ab-und-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=15691","title":{"rendered":"Tagebuch 18.\/19. Februar \u2013 Auf und ab und auf"},"content":{"rendered":"<p>Samstags mit dem Kerl und dem fr\u00fchen Vogel aus dem Bett gefallen und quasi bei Laden\u00f6ffnung im Baumarkt gestanden. Farbmuster f\u00fcrs Bad geholt, Garderobenhaken gekauft. Zuhause den sch\u00f6nsten aller Flure fast vollendet, indem ich den, wie ich ihn nenne, Garderobenpilz entsorgte und daf\u00fcr vier Edelstahlhaken in die Wand d\u00fcbelte. Wie immer im Altbau \u00fcberraschte mich die sich konstant \u00e4ndernde Wandstruktur, die mal volle Armkraft verlangte und f\u00fcnf Zentimeter weiter rechts die Bohrmaschine wie Butter durchlie\u00df. Gef\u00fchlt bis zum Treppenhaus. (In diesem Bohrloch stecken zwei D\u00fcbel hintereinander, und ich wette, es h\u00e4tte noch ein dritter reingepasst.)<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Nachmittags Besuch vom Tischler, der mir Badezimmerschr\u00e4nke ma\u00dfanfertigt. Ich hoffe, es wird so toll, wie ich es mir vorstelle.<\/p>\n<p>Wir wohnen zur Miete, und jahrelang war es mein Wunsch, irgendwann was Eigenes zu haben. Mein Standardsatz: \u201eIch will mal ein Bad haben, in dem ich die Kacheln ausgesucht habe.\u201c Klingt f\u00fcr mich immer noch toll, aber nach dem wuseligen letzten Jahr, das einiges umgeworfen hat, was f\u00fcr mich im Kopf schon in Stein gemei\u00dfelt war, verschiebe ich die eigenen Kacheln auf Weiteres, bleibe in einer Mietwohnung und mache die so h\u00fcbsch, wie es eben geht. Im Flur fehlt noch eine anst\u00e4ndige Deckenlampe, im Bad eine andere Farbe und eben Schr\u00e4nke, die nicht von Ikea sind. Mal sehen, wann ich mich an die K\u00fcche wage. Rest der Wohnung passt.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Der Tabellenzweite gegen den letzten. Wir gegen Freiburg. Der Sieg war eingeplant, und geworden ist es ein verdammtes 0:0. Clevere Freiburger, planlose Bayern, eine unfassbar bescheuerte Schwalbe von Rib\u00e9ry, gef\u00fchlt zwei Sch\u00fcsse aufs Tor ohne Ergebnis. Dortmund rotzt sich zum Arbeitssieg in Berlin, Gladbach schl\u00e4gt ausw\u00e4rts Kaiserslautern, und wir sind pl\u00f6tzlich nur noch Tabellendritter. Der Kerl \u201etr\u00f6stet\u201c: \u201eImmerhin kann euch Schalke am Sonntag nicht \u00fcberholen.\u201c Die Timeline tr\u00f6stet auch.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/#!\/mathiasrichel\/status\/170974850041655296\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/120219_twitter_richel.jpg\" alt=\"\" title=\"120219_twitter_richel\" width=\"380\" height=\"84\" class=\"alignnone size-full wp-image-15694\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/#!\/hermsfarm\/status\/170976322586279936\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/120219_twitter_herm.jpg\" alt=\"\" title=\"120219_twitter_herm\" width=\"380\" height=\"97\" class=\"alignnone size-full wp-image-15693\" \/><\/a><\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Sonntagmorgen. Katerstimmung. Dieses Fu\u00dfballfandasein hatte ich mir irgendwie nicht so anstrengend vorgestellt. Aber sobald man als Bayernfan derartiges von sich twittert, kriegt man diverse Replys, die darauf hinweisen, dass man es ja sonst so gut h\u00e4tte (\u201eLuxusprobleme\u201c, \u201eWas soll ich als K\u00f6lnfan da erst sagen\u201c usw.). Ja, mag sein. Sch\u00f6n, dass wir sonst eher gewinnen. Trotzdem machen Niederlagen oben in der Tabelle genau so wenig Freude wie unten. Und Unentschieden auch nicht.<\/p>\n<p>Denke gerade \u00fcber einen Zusammenhang zwischen Emotionen und \u00e4u\u00dferlichen Geschehnissen nach. Ich kenne einige Menschen, die im Kino keine Miene verziehen, w\u00e4hrend ich zwei Packungen Taschent\u00fccher leerheule, daf\u00fcr aber jammernd vorm Fernseher sitzen, wenn der eigene Verein Mist baut. Ich ahne aber, dass viele, die sich von Filmen, Theaterst\u00fccken, Opern zu Gef\u00fchlsregungen hinrei\u00dfen lassen, \u00fcber Fu\u00dfballfans l\u00e4stern \u2013\u00a0und umgekehrt. Wieso eigentlich? Wir sind Zuschauer bei einem Ereignis, das ohne unsere Mitwirkung abl\u00e4uft und lassen uns trotzdem davon ber\u00fchren. Frei- und willig. Ist es ein gro\u00dfer Unterschied, ob ich in Abendgarderobe irgendwo sitze oder im Trikot?<\/p>\n<p> David Duchovny sagte mal in einem Interview, der Reiz des Schauspielerberufs sei es, alle Emotionen zu durchleben, ohne unter ihnen leiden zu m\u00fcssen. Daran muss ich sehr oft denken, wenn ich nach einem Film traurig bin. Oder neuerdings nach einem Fu\u00dfballspiel. Irgendetwas macht irgendetwas mit mir, und ich lasse es zu. Meine Emotionen sind echt, auch wenn sie von etwas herr\u00fchren, das im Prinzip nichts mit mir zu tun hat. Die Emotionen haben eine andere Qualit\u00e4t wie die nach Streitereien mit dem Kerl oder freudigen Nachrichten im Freundeskreis. Aber sie sind trotzdem echt.<\/p>\n<p>(wird fortgesetzt)<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Abends in die Laeiszhalle (a vor e, s vor z, ganz einfach zu merken) zum <a href=\"http:\/\/hamburgersymphoniker.de\/artikel-445-st-konzertdetails-390.htm\">Konzert<\/a> der Hamburger Symphoniker. Erst ein bisschen pl\u00fcschigen Strawinsky, bei dem nur Streicher_innen auf der B\u00fchne sa\u00dfen. Nach der Pause wurden noch eine Menge St\u00fchle dazugestellt, denn Herr Wagner mag ja gerne das gro\u00dfe Ensemble. Es gab Ausz\u00fcge aus der \u201eG\u00f6tterd\u00e4mmerung\u201c, die ich schon recht lange nicht mehr live gesehen habe. Nach dem gestrigen Abend frage ich mich warum. Wundervolle Musik. Alles war wieder gut, auch wenn die Welt unterging.<\/p>\n<p>Wieder mal aufgefallen: Wenn irgendwas meinen Blutdruck senkt, ist das a) die Nase im Brustfell vom Kerl vergraben oder b) klassische Musik h\u00f6ren. Wenn ich beides gleichzeitig mache, schlafe ich wahrscheinlich nach f\u00fcnf Sekunden ein.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Drei White Russians als Absacker im Meyer Lansky&#8217;s in charmanter Begleitung. Gerne und immer wieder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Samstags mit dem Kerl und dem fr\u00fchen Vogel aus dem Bett gefallen und quasi bei Laden\u00f6ffnung im Baumarkt gestanden. Farbmuster f\u00fcrs Bad geholt, Garderobenhaken gekauft. Zuhause den sch\u00f6nsten aller Flure fast vollendet, indem ich den, wie ich ihn nenne, Garderobenpilz entsorgte und daf\u00fcr vier Edelstahlhaken in die Wand d\u00fcbelte. 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