{"id":12981,"date":"2011-05-22T07:41:55","date_gmt":"2011-05-22T05:41:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=12981"},"modified":"2011-05-28T10:35:21","modified_gmt":"2011-05-28T08:35:21","slug":"rom-tag-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=12981","title":{"rendered":"Rom, Tag 1"},"content":{"rendered":"<p><em>Sonntag, 15. Mai\/Montag, 16. Mai<\/em><\/p>\n<p>Sechs Tage Studienreise nach Rom mit <a href=\"http:\/\/www.studiosus.com\/\">Studiosus<\/a>. Hei\u00dft: die J\u00fcngsten in einer sehr seniorigen Gruppe sein, viel rumlaufen, noch viel mehr zuh\u00f6ren und lernen. Nix ist&#8217;s mit Buch, Sofa und Pause, nein, wir laufen und lernen. Genau das wollte ich \u2013 ich war schon dreimal mit Studiosus unterwegs \u2013, und den Kerl \u00fcberredete ich sanft (\u201eKommmitkommmitkommmit!\u201c).<\/p>\n<p>Wir landeten um 17 Uhr in Rom, warteten eine knappe Stunde auf unsere Koffer und waren dann mit dem einsprachigen Shuttle-Fahrer in gef\u00fchlten 30 Sekunden im Hotel in der N\u00e4he des Vatikans. Die italienische Fahrweise \u00e4hnelt der franz\u00f6sischen \u2013 \u201edie anderen haben auch ne Bremse\u201c \u2013, und ich presste die gesamte Fahrt den Bremsfu\u00df in den E-Klasse-Teppich. (Am Flughafen den einzigen Ferrari gesehen und den ersten der mindestens 8 Millionen smarts in der Stadt. Der knuffige Cinquecento scheint aber aufzuholen. Ebenfalls aus den Augenwinkeln erhascht: ein paar Maseratis und immerhin einen Lamborghini.)<\/p>\n<p>Nach dem Abendessen mit der Gruppe gingen der Kerl und ich noch zum beleuchteten und fast leeren Petersplatz, circa zehn Fu\u00dfminuten vom <a href=\"http:\/\/www.nh-hotels.com\/nh\/en\/hotels\/italy\/rome\/nh-giustiniano.html\">Hotel<\/a> weg. Wie klug das war, merkte ich am n\u00e4chsten Tag, als wir um kurz vor 9 mit der Gruppe wieder dort waren, um erst in die Kuppel zu klettern und uns dann den Dom \u201evon unten\u201c anzugucken. Der Platz war schon relativ gut gef\u00fcllt, die Busse bildeten kleine Schlangen, aber wir warteten gerade knapp zehn Minuten, bis wir durch die Metalldetektoren in die Kirche durften. Als wir drei Stunden sp\u00e4ter wieder auf dem Platz standen, zog sich die Schlange einmal komplett an den sch\u00f6nen Kolonnaden entlang, die um den Platz herumstehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom1_petersdom.jpg\" alt=\"\" title=\"rom1_petersdom\" width=\"380\" height=\"513\" class=\"alignnone size-full wp-image-12994\" \/><\/p>\n<p>Die ersten 100 Meter zur Kuppel nahmen wir per Fahrstuhl und blickten danach erstmals in die Kirche. Der Petersdom ist 137 Meter hoch, was von au\u00dfen zwar recht ordentlich, aber nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig hoch aussieht. (Zum Vergleich: Die Cheops-Pyramide ist 147 Meter hoch und macht etwas mehr Eindruck, wenn man vor ihr steht.)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom1_kuppel.jpg\" alt=\"\" title=\"rom1_kuppel\" width=\"380\" height=\"507\" class=\"alignnone size-full wp-image-12990\" \/><\/p>\n<p>Bevor wir hochkletterten, g\u00f6nnten wir uns noch einen Blick auf die Sixtinische Kapelle. Ja, das ist der unscheinbare graue Kasten. Den Kamin, aus dem der Rauch nach einer Papstwahl aufsteigt, gibt es \u00fcbrigens nicht st\u00e4ndig \u2013 der wird f\u00fcr jede Wahl neu aufgebaut und dann wieder in die Mottenkiste geworfen, denn es w\u00e4re etwas zu gef\u00e4hrlich, in der Sixtinischen Kapelle mit Stimmzetteln rumzuz\u00fcndeln.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom1_sixtkapelle.jpg\" alt=\"\" title=\"rom1_sixtkapelle\" width=\"380\" height=\"488\" class=\"alignnone size-full wp-image-12995\" \/><\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Dom: Wenn man in ungef\u00e4hr 100 Meter H\u00f6he steht, sieht das ganze so hoch aus wie es ist. Die Menschlein unten kriechen als Ameisen \u00fcber den Marmor \u2013 die Buchstaben im Bild sind knapp zwei Meter gro\u00df \u2013 und ich hielt mich leicht h\u00f6henf\u00fchlig am Gitter fest und guckte nicht allzuoft nach unten. Aus der Kuppel schaut man direkt auf das Grab von Petrus, \u00fcber dem ein Baldachin aus Bronze steht. Der Baldachin wurde von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gian_Lorenzo_Bernini\">Gian Lorenzo Bernini<\/a> gestaltet, dem wir im Laufe des Woche noch \u00f6fter begegneten (quasi der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Georges-Eug\u00e8ne_Haussmann\">Haussmann<\/a> von Rom). <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom1_blicknachunten.jpg\" alt=\"\" title=\"rom1_blicknachunten\" width=\"380\" height=\"509\" class=\"alignnone size-full wp-image-12982\" \/><\/p>\n<p>Nach dem Kuppelblick begann der Aufstieg. Ich wusste, es wird eng, aber es wird dazu auch noch schr\u00e4g \u2013 irgendwann merkt man dem Gang eben an, dass er um eine Kuppel herumf\u00fchrt. Die letzten f\u00fcnf Meter (nach 300 Stufen) klettert man \u00fcber eine Wendeltreppe aus Eisen, die gef\u00fchlt 70 Zentimeter breit ist; in der Mitte h\u00e4ngt eine Kordel, die man als Gel\u00e4nder benutzt, und sobald man den Knoten f\u00fchlt, kann man den Blick wieder von den F\u00fc\u00dfen nehmen und nach oben gucken, wo man auf eine Steinbr\u00fcstung tritt und einen wundervollen Blick \u00fcber Rom genie\u00dfen kann. (Vor allem auf die Armen in der Schlange, die a) noch anstehen und b) noch 300 Stufen vor sich haben.)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom1_blickpetersplatz.jpg\" alt=\"\" title=\"rom1_blickpetersplatz\" width=\"380\" height=\"415\" class=\"alignnone size-full wp-image-12983\" \/><\/p>\n<p>Der Abstieg geht weitaus schneller, und dann steht man im Petersdom, der von oben noch so m\u00e4chtig aussah \u2013 und jetzt auf einmal den Charme einer Bahnhofshalle hat. Einer dunklen, verwinkelten und seltsam dimensionierten Bahnhofshalle. Wie gro\u00df der Dom ist, sagen einem die Baumeister eitlerweise noch mal: Auf dem Boden sind Markierungen, an denen man ablesen kann: Hier finge St. Paul&#8217;s Cathedral an, hier der K\u00f6lner Dom, hier irgendeine andere Kirche, die logischerweise kleiner ist als das Protzmonster. Unser  Reisef\u00fchrer erz\u00e4hlt, dass Michelangelo (der die Kuppel erbaut hat \u2013 die h\u00f6chste weltweit) einen symmetrischen Kreuzbau vor Augen hatte \u2013 und dann h\u00e4tte das ganze auch gleichm\u00e4\u00dfig und erhaben ausgesehen. So verschwindet die Kuppel irgendwo dahinten im Halbdunkel, w\u00e4hrend man selbst in einem viel zu langen Kirchenschiff steht. Goldene Decken und Papststatuen aus Marmor hin oder her \u2013 das Ding wirkt wirklich nur von oben. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom1_k\u00f6lnerdom.jpg\" alt=\"\" title=\"rom1_k\u00f6lnerdom\" width=\"380\" height=\"489\" class=\"alignnone size-full wp-image-12988\" \/><\/p>\n<p>Immerhin steht ganz am Anfang Michelangelos <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Piet\u00e0_(Michelangelo)\">Piet\u00e0<\/a> \u2013 leider nach einem Attentat nur hinter dickem Panzerglas, was ihre Wirkung ziemlich abschw\u00e4cht. Man kann nur von vorne draufgucken und steht mindestens f\u00fcnf Meter weg, was ich sehr schade fand. Trotzdem ist sie wundersch\u00f6n, sehr feingliedrig und hat mich mehr ber\u00fchrt als die Kirche, in der sie steht.<\/p>\n<p>Der ganze Dom wuselt von Menschen; unz\u00e4hlige Touristengruppen werden durch die Gegend gescheucht. Genau wie sie tragen wir Kopfh\u00f6rer bzw. Ohrst\u00f6psel und h\u00f6ren unseren Reiseleiter verst\u00e4rkt, was ganz praktisch ist, denn die Akustik ist ebenfalls Bahnhofshalle. Im dem ganzen Riesending gibt es immerhin eine winzige Kapelle, die noch g\u00fcldener ist als der Rest, und vor der man anstehen muss, um reinzud\u00fcrfen. Hier kann man sich zum Gebet zur\u00fcckziehen, und genau das mache ich. Ich lasse die \u00fcblichen vordr\u00e4ngelnden Senior_innen vordr\u00e4ngeln, \u00fcbe mich in christlicher Nachsicht und gehe dann in die kleine Kapelle. Die meisten Menschen knien in den B\u00e4nken, ich sehe diverse Rosenkr\u00e4nze, aber einige setzen sich auch, wie ich (als Protestantin). Ich bin immer etwas neidisch auf die Katholik_innen, weil sie die bunteren Kirchen haben, aber nach dem ganzen Gold da drau\u00dfen und noch mehr hier drinnen sehne ich mich fast nach \u201emeiner\u201c Hamburger Kirche, die aus rotem Backstein besteht und als einzigen Schmuck einen Blumentopf auf dem Altar hat. (Nebenbei: Bei unserem Spaziergang am Nachmittag durch Rom sind wir an mehreren Gesch\u00e4ften vorbeigekommen, in denen man prima kirchliche Gew\u00e4nder und Utensilien kaufen kann. Dar\u00fcber habe ich mir vorher auch noch nie Gedanken gemacht, woher die Jungs eigentlich ihre ganzen Arbeitsmittel haben. Jetzt wei\u00df ich&#8217;s: Sie kaufen sie wie ich Druckertinte und MacBook-H\u00fcllen.)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom1_kreuztante.jpg\" alt=\"\" title=\"rom1_kreuztante\" width=\"380\" height=\"509\" class=\"alignnone size-full wp-image-12989\" \/><\/p>\n<p><em>(Um den Baldachin und das Petrusgrab herum stehen vier Statuen, die die h\u00f6chsten Insignien der katholischen Kirche anzeigen: die Speerspitze des r\u00f6mischen Soldaten, der Jesus den Todessto\u00df versetzte; Jesus&#8217; Schwei\u00dftuch, ein Kreuzsplitter \u2013 daf\u00fcr ist die obige Dame zust\u00e4ndig \u2013 und dann war da noch der Heilige Andreas mit dem gleichnamigen Kreuz, aber wof\u00fcr der steht, habe ich vergessen.)<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom1_kuppelbaldachin.jpg\" alt=\"\" title=\"rom1_kuppelbaldachin\" width=\"380\" height=\"509\" class=\"alignnone size-full wp-image-12991\" \/><\/p>\n<p><em>(Der Bronze-Baldachin mit Blick in die Kuppel.)<\/em><\/p>\n<p>Vom Petersdom f\u00fchrt unser Weg an der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Engelsburg\">Engelsburg<\/a> vorbei; der Fluchtpunkt, den die P\u00e4pste \u00fcber einen Geheimgang vom Petersdom aus erreichen konnten. Wobei der \u201eGeheimgang\u201c eine gut f\u00fcnf Meter hohe Steinmauer ist. Also total subtil, aber daf\u00fcr auch stabil. \u00dcber die Engelsbr\u00fccke gehen wir in die Altstadt. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom1_engelsbruecke.jpg\" alt=\"\" title=\"rom1_engelsbruecke\" width=\"380\" height=\"507\" class=\"alignnone size-full wp-image-12985\" \/><\/p>\n<p><em>(Figur auf der Engelsbr\u00fccke.)<\/em><\/p>\n<p>Dort wird erstmal <a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/89694779@N00\/5728900907\/\">Mittag<\/a> gemacht, bevor wir auf die Piazza Navona spazierten. Nachdem ich den Petersdom etwas \u201eunderwhelming\u201c fand, stellte sich hier zum ersten Mal das Gef\u00fchl ein, jepp, genau deswegen fahre ich in den Urlaub bzw. auf Studienreise: um etwas zu sehen, das so einmalig und wundersch\u00f6n ist, dass ich mich daran noch lange erinnern werde. In meinem Fall war das der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vier-Str\u00f6me-Brunnen\">Vier-Str\u00f6me-Brunnen<\/a>, Fontana dei Quattro Fiumi. Von, genau, dem ollen Bernini, der von irgendeinem Papst den Auftrag bekommen hatte, einen \u00e4gyptischen Obelisken, den die R\u00f6mer vor Jahrhunderten mal in dei Stadt geschleppt hatten, in ein \u201emodernes\u201c Werk einzubauen. Und anstatt den Obelisk einfach in einen Brunnen zu setzen, hat Bernini den Pfeiler \u00fcber den Brunnen gebaut. Unser Reisef\u00fchrer meinte, wir seien vielleicht schon zu sehr mit dieser Art \u201eschwebender Architektur\u201c aufgewachsen; wir bauten so viele H\u00e4user auf Stelzen, dass uns das nicht mehr als etwas Besonderes erscheine. 1651 war das jedoch eine Sensation \u2013 und f\u00fcr mich pers\u00f6nlich ist es das noch heute. Das Ding besteht aus Travertin und wiegt wei\u00df der Geier wie viele Tonnen, aber es sieht wundersch\u00f6n und filigran aus. Die vier Kerle symbolisieren die damals vier bekannten Kontinente, wobei Europa dadurch versinnbildlicht wird, dass es das Papstwappen st\u00fctzt, w\u00e4hrend zum Beispiel Asien sich ver\u00e4chtlich abwendet (und absolut nicht nach irgendwas Asiatischem aussieht, aber Bernini kannte h\u00f6chtswahrscheinlich auch niemand aus diesem Kulturkreis). Das Papstwappen, dem man in Rom auch alle zehn Schritte begegnet, zeichnet sich durch die Mitra und die gekreuzten Schl\u00fcssel aus (Jesus sagte zu Petrus: Ich gebe dir den Schl\u00fcssel zum Himmelreich). Jeder Papst packt dann noch pers\u00f6nlichen Kram dazu, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Benedikt_XVI.#Wappen\">Benedikt XVI.<\/a> zum Beispiel die Jakobsmuschel als Sinnbild f\u00fcr das Pilgern auf dem Jakobsweg.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom1_fiumi1.jpg\" alt=\"\" title=\"rom1_fiumi1\" width=\"380\" height=\"751\" class=\"alignnone size-full wp-image-12986\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom1_fiumi2.jpg\" alt=\"\" title=\"rom1_fiumi2\" width=\"380\" height=\"501\" class=\"alignnone size-full wp-image-12987\" \/><\/p>\n<p>Vor der gotischen <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Santa_Maria_sopra_Minerva\">Santa Maria sopra Minerva<\/a>, schr\u00e4g gegen\u00fcber vom Pantheon, steht ein weiteres Werk von Bernini: mal wieder ein Obelisk, diesmal auf einem Elefanten. Neben der Kirche steht ein Palazzo der Dominikaner (in dem Galileo abschwor und Giordano Bruno zum Tode verurteilt wurde; sehr sympathischer Haufen, diese Jungs), und einer der M\u00f6nche hatte Angst, dass der Elefant den Obelisk nicht w\u00fcrde tragen k\u00f6nnen. Daher durfte Bernini nicht die gleiche sch\u00f6ne Schwerelosigkeit wie beim deutlichen gr\u00f6\u00dferen Brunnenobelisk verwenden, weswegen dieses Denkmal auch weitaus klotziger wirkt. Seine kleine Rache: Der Arsch des Elefanten zeigt in Richtung Palazzo.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom1_pantheonelefang.jpg\" alt=\"\" title=\"rom1_pantheonelefang\" width=\"380\" height=\"526\" class=\"alignnone size-full wp-image-12992\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom1_caeserskatzen.jpg\" alt=\"\" title=\"rom1_caeserskatzen\" width=\"380\" height=\"507\" class=\"alignnone size-full wp-image-12984\" \/><\/p>\n<p><em>(Auf dem Weg zu Kirche, Elefant und Pantheon noch die Reste des r\u00f6mischen Senats \u2013 da, wo Julius Caesar erstochen wurde. Et tu, Brute?)<\/em><\/p>\n<p>In der gotischen Kirche, die wie ein Fremdk\u00f6rper in Rom wirkt, das eher durch Klassik, Rennaissance und Barock gekennzeichnet wird, steht eine kleine Statue von Michelangelo, der <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Cristo_della_Minerva\">Auferstandene Christus<\/a>. Hier darf man auch ganz nah ran, und hier hat mich dann auch wieder dieses seltsame Gl\u00fccksgef\u00fchl erwischt, wenn man wei\u00df, etwas Au\u00dfergew\u00f6hnliches gesehen zu haben. Gerade im Petersdom sind eine Menge Statuen, die aussehen, als h\u00e4tte sie ein Steinmetzprakti im ersten Jahr gehauen \u2013 und dann steht man ein paar Stunden sp\u00e4ter vor purer Perfektion. Kalter Stein, der aussieht, als w\u00fcrde er atmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zum Abschluss (und mit blutenden F\u00fc\u00dfen, denn wir waren bis auf die einst\u00fcndige Mittagspause jetzt acht Stunden auf den Beinen) besichtigten wir das <a href=\"http:\/\/it.wikipedia.org\/wiki\/Pantheon_(Roma)\">Pantheon<\/a>. Sieht von au\u00dfen aus wie noch nicht fertig \u2013 und von innen faszinierend gleichm\u00e4\u00dfig. Laut Reiseleiter ist die Kugel die harmonischste geometrische Form, und so wollte man im Pantheon auch gar nicht gro\u00df rumlaufen. Egal wo man stand, es f\u00fchlte sich richtig an (eat this, Petersdom). Das Ding wurde zwischen 118 und 125 n. Chr. von Kaiser Hadrian gebaut und war eine \u201eWohnst\u00e4tte\u201c f\u00fcr so ziemlich alle r\u00f6mischen G\u00f6tter. Der Durchmesser der Kuppel betr\u00e4gt 43 Meter (ein knapper Meter mehr als der Durchmesser der Petersdom-Kuppel), und oben befindet sich eine neun Meter breite, runde \u00d6ffnung. Nur durch sie und die Eingangst\u00fcr f\u00e4llt Licht in den Bau \u2013 und es ist taghell, keine Ahnung warum. In jedem Detail, seien es die Kacheln in der Kuppel, der Marmor des Fu\u00dfbodens oder die Fensterattrappen, verbinden sich Kreis und Rechteck. Bis auf die zwei Fenster, die die ollen Katholiken \u201everbessert\u201c und damit die Symmetrie ziemlich ruiniert haben. Die waren wahrscheinlich zu oft im Petersdom. <\/p>\n<p>Statt eines Welcome-Drinks spendierte der Reiseleiter dann f\u00fcr jeden ein dickes Eis bei <a href=\"http:\/\/www.giolitti.it\/\">Giolitti<\/a>, das es seit 1900 gibt und bei dem schon die Obama-T\u00f6chter zu Gast waren. Sounds like Touri-Falle, war aber gut.<\/p>\n<p>Und das war ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte von dem, was wir heute gesehen, geh\u00f6rt und erlebt haben. Wir bestaunten auf dem Campo di Fiori, einem Marktplatz, verschiedene H\u00e4usertypen (\u201eEher schmal und hoch, bevor es Mode wurde, eher breit zu wohnen\u201c), und wir streichelten im Petersdom die F\u00fc\u00dfe der Bronzestatue von Petrus, weil das Gl\u00fcck bringen soll \u2013 allerdings nicht f\u00fcr Petrus, denn weil das seit Jahrhunderten Menschen machen, hat der Gute keine Zehen mehr. An einem Rennaissance-Palast, in dem heute die franz\u00f6sische Botschaft sitzt (ich wei\u00df nicht mehr, ob f\u00fcr den Vatikan oder Italien), studierten wir die Fassade \u2013 zwischen ihre beigefarbenen Backsteine wurden mit roten Ziegeln Muster gebildet, die allerdings teilweise sehr ungleichm\u00e4\u00dfig waren. Angeblich durften die Steinmetzlehrlinge damals Figurenmauern \u00fcben, denn \u00fcber die Ziegel kam noch eine Schicht Putz, so dass die verungl\u00fcckten Muster eh niemand gesehen h\u00e4tte. Dumm gelaufen. Wir gucken an der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Marc-Aurel-S\u00e4ule\">Marc-Aurel-S\u00e4ule<\/a> hinauf, die vor dem italienischen Parlamentsgeb\u00e4ude steht, und die unser Reiseleiter als den ersten Film der Menschheit bezeichnete: Das \u201eLebenswerk\u201c Aurels wird als fortlaufende Geschichte in Bildern erz\u00e4hlt, die von unten nach oben um die S\u00e4ule herumlaufen.<\/p>\n<p>Und wir kamen an diesem Geb\u00e4ude vorbei, das direkt an den Kolonnaden steht. Reiseleiter: \u201eUnd hier wohnt der Papst.\u201c Was f\u00fcr eine irre Stadt, in der man diesen Satz sagen kann.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ankegroener.de\/razza\/..\/Bilder\/rom1_papstwohnung.jpg\" alt=\"\" title=\"rom1_papstwohnung\" width=\"380\" height=\"579\" class=\"alignnone size-full wp-image-12993\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sonntag, 15. Mai\/Montag, 16. Mai Sechs Tage Studienreise nach Rom mit Studiosus. 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