{"id":1092,"date":"2005-09-07T07:47:32","date_gmt":"2005-09-07T05:47:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ankegroener.de\/?p=1092"},"modified":"2005-09-07T07:55:49","modified_gmt":"2005-09-07T05:55:49","slug":"mops-im-paletot-auf-gemusebettchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ankegroener.de\/blog\/?p=1092","title":{"rendered":"Mops im Paletot (auf Gem\u00fcsebettchen)"},"content":{"rendered":"<p>Ich besch\u00e4ftige mich seit einigen Monaten mehr mit mir als fr\u00fcher. Oder: Ich besch\u00e4ftige mich anders mit mir. Ich gucke genauer, wie&#8217;s mir geht und warum es mir wann wie geht. Diesmal ohne professionelle Hilfe. Ich achte auf mich, h\u00f6re auf meinen K\u00f6rper und versuche, ziemlich nett zu ihm zu sein, was er mir zur\u00fcckzahlt, indem er ziemlich nett zu mir ist. Und weil meine K\u00f6rperwahrnehmung auch schon ziemlich lange meine Geistesverfassung beeinflusst hat, ist auch mein derzeitiger Gem\u00fctszustand \u00e4u\u00dferst kregel (das Wort wollte ich schon lange mal schreiben. Ich betone es gerne falsch auf der zweiten Silbe). <\/p>\n<p>Eigentlich sollte ich froh dar\u00fcber sein, dass ich seit Monaten gute Laune habe. Bin ich ja auch. Trotzdem merke ich, wie alles andere ein wenig in den Hintergrund ger\u00e4t. Mein Job ist toll, aber nicht mehr mein Lebensinhalt. Kino ist toll, aber nicht mehr so wichtig. Die Blogosph\u00e4re ist toll, aber keine Priorit\u00e4t mehr. Der Kerl ist toll, und der bleibt auch toll, und au\u00dferdem tr\u00e4gt er dazu bei, dass ich gute Laune habe. Ich bemerke aber, dass ich, je l\u00e4nger ich in mich reinhorche und reingucke und reinsp\u00fcre, immer ich-bezogener, immer ego-zentrierter werde. Und ruhiger. An richtig guten Tagen gelassener \u2013 eine Eigenschaft, von der ich nie dachte, dass ich sie mal haben w\u00fcrde. Ich genie\u00dfe es, anstatt im Kino zu sitzen und \u00fcber eine Kritik nachzudenken, auf dem Sofa rumzulungern und ein Buch nach dem anderen wegzulesen. Ich genie\u00dfe es, Zeitung zu lesen ohne die fr\u00fcher unvermeidliche Hintergrundger\u00e4uschkulisse aus Musik, Fernseher oder dem aufmerksamkeitsheischenden Ping! des Mailprogramms des ewig laufenden iBooks. Ich genie\u00dfe es, neue Rezepte zu suchen, unbekannte Lebensmittel einzukaufen und elaboriert zu kochen anstatt den Pizzabringdienst anzurufen. Ich genie\u00dfe es, spazierenzugehen oder Sport zu treiben, ich genie\u00dfe es zu merken, dass ich ges\u00fcnder werde, fitter, weniger atemlos. Ich genie\u00dfe es, neue Pflegeprodukte zu kaufen, stundenlang in der bunten und wild durcheinander duftenden Badewanne zu liegen, ohne Musik, ohne Buch, einfach nur so im warmen Blubberwasser zu liegen und vielleicht ein bisschen vor mich hinzusummen. Ich genie\u00dfe es, Klassik zu h\u00f6ren, in die Kirche zu gehen, im Bus den iPod abzusetzen, Leuten zuzuh\u00f6ren, barfu\u00dfzulaufen.<\/p>\n<p>Ich kenne mich so gar nicht. Jedenfalls nicht in diesem Ausma\u00df, dieser unaufgeregten Gleichm\u00fctigkeit, dieser in sich ruhenden St\u00e4rke. Nat\u00fcrlich gibt es Tage, an denen die idyllische Beschaulichkeit Risse bekommt, sei es durch Nachrichten, Webloggezeter, Arbeitsstress, Beziehungsquatsch. Aber die Risse dauern nie lange, und sie tun nicht mehr so weh wie fr\u00fcher.<\/p>\n<p>Vielleicht haben die ganzen Gesundheitspropheten doch recht. Je mehr man sich um sich k\u00fcmmert, desto st\u00e4rker wird man auch. Aber vielleicht werde ich auch blo\u00df alt und m\u00f6chte a scheene Leich&#8217; werden. Wei\u00df nicht. Macht aber nix. Ich muss ja nicht alles wissen. (H\u00e4tte ich fr\u00fcher auch nie gesagt.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich besch\u00e4ftige mich seit einigen Monaten mehr mit mir als fr\u00fcher. Oder: Ich besch\u00e4ftige mich anders mit mir. Ich gucke genauer, wie&#8217;s mir geht und warum es mir wann wie geht. Diesmal ohne professionelle Hilfe. 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