Dienstag, 20. Februar 2024 – Friedrich und Friedrich

Den Wikipedia-Eintrag von Adolf Friedrich von Schack etwas erweitert und ein paar wenige Digitalisate eingefügt, zum Beispiel zu seinen Lebenserinnerungen (Band 1 von 3) oder seiner Sammlungsübersicht. Die Daten hatte ich aus dem neuesten Katalog der Sammlung Schack (2009), der mit einer kulturhistorischen und politischen Biografie beginnt. Hier ein Absatz, der für mich so richtig schön Kulturgeschichte atmet.

„1842
In mecklenburgischen Diensten reist Schack nach Paris und verkehrt am Hof des Bürgerkönigs Louis Philippe. Dort lernt er die führenden Politiker und Künstler der Epoche kennen. Adolphe Thiers beeindruckt ihn mit seiner Sammlung von Kopien nach italienischen Altmeistergemälden, die er später zum Vorbild für seine eigene Kopiensammlung nimmt. Victor Hugo verehrt er neben Goethe und Byron als einen der bedeutendsten Dichter seines Jahrhunderts. Er besucht die Konzerte von Hector Berlioz und das Atelier des Malers Eugène Delacroix, dessen Dantebarke er sehr bewundert. 1844 begleitet Schack den jungen Großherzog Friedrich Franz von Mecklenburg-Schwerin auf dessen Antrittsreise an die europäischen Höfe. In Italien fungiert er als Cicerone und bringt dem Großherzog die Dichtung nahe. In Sorrent liest er mit Blick auf das Haus des Tasso Kanzonen des Dichters vor. Während der Durchquerung Siziliens auf dem Maultier rezitiert man die Idyllen des Theokrit. In Konstantinopel verbringt die Reisegesellschaft einige Zeit am Hof des Sultans. Die Fahrt durch die Dardanellen und der Blick auf Sestos und Abydos erwecken die Erinnerung an das tragische Liebespaar Hero und Leander.“

(S. 12/13)

In einem anderen Absatz wird einer der „Begründer der Kunstgeschichte“ Carl Friedrich von Rumohr erwähnt, bei dem ich natürlich sofort an etwas ganz anderes denken musste als Gemälde und Gedichte: das Kalbsbries Rumohr von Eckart Witzigmann. Wir konnten im Tantris DNA eine Neuauflage von Virginie Protat genießen, die ja leider nicht mehr am Haus ist. (Und gerade beim Verlinken und dem unvermeidlichen Blick in die ständig wechselnde Speisekarte sehe ich: Es ist auch jetzt gerade zu haben. Wenn Sie bitte mal flugs reservieren würden? Das ist quasi ein Bildungsurlaub.)

Im verlinkten Interview von Effilee erwähnt Witzigmann seine Ausgabe von Rumohrs „Geist der Kochkunst“. Es wurde 1822 veröffentlicht und ist daher längst als Digitalisat online (hier die SLUB Dresden), aber wer keine Frakturschrift mag, kann das ganze auch in moderner Ausgabe lesen.