Nach dem Telefonat mit der Lektorin, als sie mir sagte, in welchem Segment ich in den Buchläden lande, steht fest, was demnächst auf meinen Visitenkarten steht:

Anke Gröner
Schreibt unterhaltsame Sachbücher für die Frau.
Und Autokataloge.

Jojo sagt nichts als die Wahrheit.

Ein Preis, ein Preis!

Die Kochbanausen haben zwei anderen Blogs und mir freundlicherweise einen Award verliehen. Vielen Dank – den Preis gebe ich natürlich gerne weiter. Erstmal ein paar Regeln:

„Dir wurde der Award verliehen und du möchtest ihn gerne weitergeben?

Erstelle einen Post, in dem du das Liebster-Blog-Bild postest und die Anleitung reinkopierst. Außerdem solltest du zum Blog der Person verlinken, die dir den Award verliehen hat. (Tut mir leid, aber ich bringe es nicht übers Herz, ein Bild zu posten, auf dem „der Blog“ steht.)

Danach überlegst du dir drei bis fünf Lieblingsblogs, die du ebenfalls in deinem Post verlinkst.

Liebe Bloggergemeinde: Das Ziel dieser Aktion ist, weniger bekannte, gute Blogs ans Licht zu bringen. Deswegen würde ich euch bitten, keine Blogs zu posten, die ohnehin schon täglich 3.000 Leser haben, sondern talentierte Anfänger und Leute, die zwar schon ne Weile bloggen, aber immer noch nicht so bekannt sind.”

Ich gebe den Preis weiter an folgende Foodblogs:

Fooducate schreibt mir manchmal zu sehr über nutrition und Kalorien, hat aber durchaus eine Menge Spannendes zu bieten, was die lustige Nahrungsmittelchemie angeht. Und sinnvolle Schaubilder.

What Katie Ate hat die schönsten Fressbilder aller Fressbilder. Niemals hungrig hinklicken. (Ja, das gilt für alle Foodblogs, aber für das hier ganz besonders.)

– Kein Blog, aber meine liebste Kolumne, wenn es um vegetarische Rezepte geht: Yotam Ottolenghi im Guardian.

Alle anderen Kochblogs, die sich in meiner Blogroll tummeln (die ich auch dringend mal wieder überarbeiten müsste), finde ich eigentlich in jeder anderen Kochblogroll auch wieder, deswegen habe ich keine wirklich unbekannten Schätze oder Blogs mit zwei Leser_innen anzubieten. Trotzdem: schöne Idee. Weitermachen.

“Many of the recipes in the 1933 edition of the Good Housekeeping Cook Book called for white sauce, the late-nineteen-century mainstay upon which most middle-class men had been brought up, slathered on fish, vegetables, and even meat. There were recipes for three different kinds of the glutinous concoction (thin, medium, and thick) and for nine other sauces using it as a base, including tomato sauce, which was white sauce mixed with a can of condensed tomato soup and baking soda. “Curry Sauce” was two cups of white sauce with apples and a mere one and a half teaspoons of curry powder, barely enough to color it faint yellow. (…) The few “foreign” recipes seemed to be there mainly to emphasize the cook-books recommendation that canned goods should be used wherever possible. “Veal Goulash” contained no paprika but required one-half cup of sweet bottled chili sauce and an equal amount of grated “American” (i.e. processed) cheese. Beef goulash was also devoid of paprika but did call for sugar.

The taste for sweetness in main courses – often remarked upon by foreign observers – is not surprising, for the Depression saw no letup in the steady growth of the much-vaunted American sweet tooth. (…) This was reflected in home cooking – or at least in the books that told Americans how to do it. (…) Most of the salads were sweet, with canned fruit, bottled mayonnaise (which was sweet; there was no recipe for the real thing), and/or French dressing. One version of the latter was made of oil, vinegar, and sugar, while the other (particularly recommended for salad) contained sugar, ketchup, chili sauce, and “condiment sauce”. Garlic, on the other hand, was treated only slighly less cautiously than arsenic.”

Harvey Levenstein, Paradox of Plenty – A Social History of Eating in Modern America, University of California Press, 2003 (Revised Edition), p. 36/37

Cipolline in agrodolce

Oder so dass ich es verstehe: süßsaure Zwiebeln und Weintrauben. Das Rezept stammt aus VegItalia und sieht im Buch weitaus weniger braun aus, eher glasig-golden. Ich bin beim Karamellisieren anscheinend etwas zu enthusiastisch gewesen.

Für vier Portionen

1 TL Kristallzucker

in einer tiefen Pfanne karamellisieren lassen. Ich habe gewartet, bis der Zucker golden wurde; vielleicht muss man die restlichen Zutaten schon dazuwerfen, sobald er sich verflüssigt. Ich werde das nochmal zubereiten (weil: lecker), dann editiere ich hier lustig rum. Weiter: Zum Zucker nun

15 g Butter und
2 Lorbeerblätter zügig einrühren und dann
450 g Bortonni-Zwiebeln geben.

Bortonni-Zwiebeln sind kleine, flache Zwiebeln, die auch durch Schalotten oder große Frühlingszwiebeln ohne Grün ersetzt werden können. Die Zwiebeln einige Minuten dünsten und dann mit

50 ml Weißwein ablöschen und mit
Meersalz und
schwarzem Pfeffer würzen.

Die Pfanne abdecken und alles 20 Minuten köcheln lassen. Dann

100 g rote Trauben, entkernt und halbiert,

dazugeben. Weitere zehn Minuten offen köcheln lassen. Die Lorbeerblätter entfernen, abschmecken und nach Geschmack mit

1 Bund gehackter Petersilie

kalt oder warm servieren. Ich habe dazu die äußere Hülle der Zwiebeln entfernt, weil sie mir etwas sehr dunkel vorkam. Auch die im Buch erwähnte Flüssigkeit, die verkochen soll, habe ich schmerzlich vermisst. Mein Weißwein war quasi schon verkocht, als er am Pfannenboden ankam. Trotzdem hat das Gericht wirklich gut geschmeckt, auch wenn es optisch eher rustikal geworden ist.

Pastinakenbrot

Mal wieder ein Rezept aus River Cottage Everyday, in das ich viel zu selten gucke, denn es kommt meist mit recht wenigen ausgefallenen Zutaten aus und bietet trotzdem immer etwas für mich Neues. Heute: ein Brot aus Pastinaken. Unter anderem.

1 große Zwiebel, grob gehobelt, in
1 EL Raps- oder Sonnenblumenöl

bei mittlerer Hitze für circa zehn Minuten dünsten; die Zwiebeln sollen nur leicht Farbe annehmen. In einer Schüssel

175 g geschälte, geriebene Pastinaken (das waren bei mir zwei dicke) mit
50 g geriebenem Parmesan,
175 g Mehl, Type 405,
3 TL Backpulver,
1 TL Thymian,
1/2 TL Meersalz und
schwarzem Pfeffer vermischen. Die Zwiebeln dazugeben und dann
1 Ei, leicht verquirlt, und
2 EL Milch.

Ich habe das holzige Innere der Pastinaken entfernt, bevor ich sie gerieben habe. Im Buch steht nichts davon, muss also vielleicht nicht sein.

Die Masse in relativ kurzer Zeit zu einem weichen Teig verarbeiten. Nicht zu viel kneten; die Zutaten sollen sich nur gut verbinden. Notfalls noch einen weiteren Esslöffel Milch dazugeben (war bei mir nicht nötig). Zu einem kleinen Laib formen und im auf 180° vorgeheizten Ofen für 40 bis 45 Minuten backen. Die Kruste sollte sich leicht goldbraun gefärbt haben. Kurz abkühlen lassen und am besten ofenwarm servieren.

Das Brot ist recht klein, so dass es zwei sehr hungrige Menschen locker während einer Mahlzeit verspeisen können. Was ziemlich sicher passieren wird, denn gerade warm und mit etwas Butter und Salz ist es unwiderstehlich. Die Pastinaken schmecken ein bisschen süßlich, der Thymian gibt einige würzige Spitzen, und die feste Kruste würde ich heiraten. Gleich nochmal machen.

Frisch auf den Müll

45 Minuten über die gigantische Verschwendung von Lebensmitteln. Und damit ist nicht der eine gut gemeinte Salatkopf gemeint, den wir einkaufen und nach ein paar Tagen ungegessen wegwerfen, sondern Unmengen von frischen Lebensmitteln, die noch nicht einmal den Weg zum Verbraucher gefunden haben, sondern gleich im Müll landen.

Ein paar Minuten verbringt der Film auf dem weltgrößten Agrargroßmarkt der Welt in Paris, aus dessen Müll sich auch die Pariser Tafeln bedienen. Noch mehr als die acht Tonnen Orangen, die in diesem kleinen Ausschnitt weggeschmissen werden, haben mich die Berge von frischem Fisch und Meeresfrüchten geärgert, die ebenfalls verklappt werden. Allmählich ahne ich, warum die Weltmeere immer leerer werden.

Einer der letzten Sätze im Film lautet: „Die Mengen an Lebensmitteln, die in Europa und Nordamerika weggeworfen werfen, würden dreimal reichen, alle Hungernden dieser Welt zu ernähren.“

Mehr zum Film auf Taste the Waste.

YouTube-Direktlinks: Teil 1, Teil 2, Teil 3.

(via nutriculinary und Isabel Bodgan)

Reichsvollkornbrotausschuss

Florentiner

Ich muss gestehen, ich kenne dieses Gebäck nur als fieses Supermarktzeug. Ich habe die noch nie irgendwo selbstgebacken probiert, daher kann ich gar nicht sagen, ob die so schmecken müssen, wie sie schmecken. Für mich sind sie prima, aber ich weiß nicht, ob die Mandelmasse steinhart sein soll, also fast krokantartig, oder schön quietschig bleiben darf, so wie ich sie jetzt gemacht habe.

Das Rezept stammt aus Paules Ki(t)chen, und ich habe aus der Masse 24 sehr großzügig geschnittene Kekse rausgekriegt.

In einem Topf

100 ml Sahne,
50 g Butter,
100 g Zucker und
2 EL Akazienhonig

erhitzen. Meine Abneigung gegen Akazienhonig nehme ich inzwischen ernst, und deswegen ist es mein geliebter Rapshonig geworden. Die Hitze verringern und

100 g Mandelblättchen und 50 g Mandelstifte,
50 g klein gewürfeltes Orangeat und Zitronat und
3 EL Mehl

dazugeben und rühren, bis eine zähflüssige Masse entsteht. Die ist bei mir erst entstanden, als ich den Topf vom Herd gezogen und fünf Minuten gewartet habe. Dann alles auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech streichen, möglichst quadratisch und ungefähr einen guten halben Zentimeter dick. Im auf 200° vorgeheizten Backofen auf der untersten Schiene für zehn bis zwölf Minuten backen.

Die Mandelmasse kurz abkühlen lassen, dann mit einem weiteren Blatt Backpapier abdecken, darüber noch ein Backblech legen – ich habe ein hölzernes Schneidebrett genommen – und alles schwungvoll umdrehen. Das obere Backpapier abziehen; jetzt liegt die glatte Seite oben, die man nach dem vollständigen Abkühlen der Masse schön mit Schokolade überziehen kann. Dazu

100 g Zartbitterkuvertüre oder dunkle Schokolade

im Wasserbad schmelzen, leicht abkühlen lassen und gleichmäßig auf der Mandelmasse verteilen. Wer mag, macht noch ein paar lustige Muster in die Schokolade. Wenn alles festgeworden ist, in mundgerechte Stücke schneiden.

Edit: Ich habe das Rezept seit dem ersten Posten noch mehrmals gemacht (das Zeug ist aber auch einfach zu lecker) und lasse seitdem das Orangeat bzw. Zitronat weg, weil ich dieses Gummizeug eh nicht so recht mag. Stattdessen reibe ich die Schale einer Bio-Orange in die Masse, bevor ich sie aufs Blech streiche. Dann hat alles einen leichten, frischen Geschmack, aber man hat nur Mandeln und Schokolade im Mund.

„Die Zentralgewalt im Deutschen Reich zerfiel im späten Mittelalter mehr und mehr und ging weitgehend an die Landesherren über. In England und Frankreich konnten die Könige ihre Machtposition dageben noch ausbauen. Dadurch orientierten sich Wirtschaft und Kultur verstärkt an den Hauptstädten London und Paris. Dieser Prozess trug maßgeblich dazu bei, dass sich in Frankreich und in England auch viel homogenere Esskulturen entwickelten und der Weg zu einer jeweiligen Nationalküche geebnet wurde. Im Gegensatz dazu begann im deutschen Sprachraum das Zeitalter der territorialen Sonderwege und damit auch das Zeitalter der regionalen Sonderküchen. (…)

Ebenfalls ins 11. Jahrhundert fällt der Beginn der abendländischen Kreuzzugsbewegung, die bis ins 12. und 13. Jahrhundert anhielt. Durch die Kreuzzüge kam es zu einem regen Kulturaustausch mit dem Orient; viele Kreuzritter lebten über längere Zeit hinweg im Heiligen Land. Dort übernahmen sie mit der Anpassung an die orientalische Lebensweise auch orientalische Essgewohnheiten. Eine der Neuerungen bestand im starken Würzen von süßem Gebäck. Safran, Ingwer, Zucker und Zimt gelangten auf diese Weise in immer größeren Mengen ins Abendland. Die Geschmacksrichtung moderner Weihnachtsbäckerei, besonders die des Spekulatius, geht auf den Kulturtransfer der Kreuzritter zurück.“

Gunther Hirschfelder, Europäische Esskultur – Geschichte der Ernährung von der Steinzeit bis heute, Campus-Verlag 2005, Seite 114

Bohnen-Kaiserschoten-Salat mit Haselnüssen und Orangenzesten

Langer Name, ich weiß. Ich hätte auch schreiben können „à la Ottolenghi“, denn das Rezept stammt aus seinem Kochbuch und gehört seit gestern zu den Mahlzeiten, die ich sofort nochmal essen könnte, sobald sie alle sind.

Laut Buch reicht die Menge für sechs. Ich habe mir ein Viertel davon gemacht und fand es genau richtig. Aber als Vorspeise reicht’s auch für sechs, denke ich.

70 g ungeschälte Haselnüsse

im auf 180° vorgeheizten Ofen für zehn Minuten rösten. Mit einem groben Handtuch abrubbeln, so dass der Großteil der Schalen abgeht, grob hacken (die Nüsse dürfen auch gerne ganz bleiben) und beiseite stellen.

400 g grüne Bohnen und
400 g Kaiserschoten

putzen und in kochendem, ungesalzenen Wasser blanchieren; die Bohnen für vier Minuten, die Kaiserschoten gerade mal für ein Minütchen. In ein Sieb abgießen und erkalten lassen. Mit einem Sparschäler (oder noch besser einem Zestenreißer) die Schale von

1 Orange

abschälen und in feine Streifen schneiden. Dabei das bittere Weiße nicht mitnehmen. Wie ich seit gestern weiß, ist mein Filetiermesser ein tolles Ding. Und ich habe leise geflucht, denn ich hatte mal einen Zestenreißer. Vor 20 Jahren im „Ach, ich lern jetzt Kochen“-Wahn gekauft und Jahre später bei irgendeinem Umzug weggeschmissen, weil ich eben doch nicht Kochen gelernt habe. Aber jetzt habe ich ja Fiffi, das Filetiermesser.

1 Knoblauchzehe, fein gehackt,
20 g Schnittlauch, ebenfalls fein gehackt,
grobes Meersalz,
schwarzen Pfeffer,
3 EL Olivenöl und
2 EL Haselnussöl

zu einem Dressing vermischen. Ich habe Walnussöl genommen, und weil ich schnarchigerweise den Schnittlauch beim Einkaufen vergessen hatte, eine kleine Schalotte.

Wie immer bei Ottolenghi: fünfzehn verschiedene Geschmacksrichtungen, und alles passt zusammen. Das knackige Gemüse, die spritzige Orange, die … äh … nussigen Nüsse, deren Röstaroma mich extrem beeindruckt hat, und dazu ein, wenn ich mich mal loben darf, perfekt abgeschmecktes Dressing – wie gesagt: Ich hätte davon gleich noch einen Berg essen können.

PS: Das Foto gibt’s in etwas größer auch auf Flickr, wo ich seit satten drei Tagen fotografiere, was ich so esse. Ich habe ja monatelang immer gerne bei coolcats “365 Days in What I Eat” rumgestöbert, daher dachte ich, ich mach das auch mal. (Bis ich keine Lust mehr habe. Wir werden sehen.)

And the nominees are …

Das freut mich sehr: Ich stehe zusammen mit neun tollen Blogs auf der Auswahlliste zur Bloggerin des Jahres bei der Mädchenmannschaft. Schon bei den Nominierungen habe ich eifrig rumgeklickt, denn da waren eine Menge dabei, die ich noch nicht kannte. Schau’n Sie doch mal rein.

Chocolate Peanut Butter Surprise Cookies

Vorweg: Ich habe das untenstehende Rezept gedrittelt, um die Kekse zuzubereiten. Vielleicht sind sie deshalb etwas trocken ausgefallen; ich werde das nochmal überprüfen. Geschmacklich sind sie aber top. Was soll bei Schokolade und Erdnussbutter auch schon schiefgehen.

In einer Schüssel

360 g Mehl, Type 405,
120 g ungesüßten Kakao,
1/2 TL Backpulver und
1/4 TL Salz

mischen. Beiseite stellen. In einer zweiten Schüssel

120 g Kristallzucker mit
120 g Rohrzucker und
120 g weicher Butter

zu einer cremigen Masse verschlagen (soweit das eben geht). Danach noch

60 g cremige Erdnussbutter und
1 Ei

dazugeben und weiterrühren. Wenn alles eine schöne Masse ist, die trockenen Zutaten dazugeben. Eigentlich sollte man jetzt einen halbwegs festen Teig in der Schüssel haben, bei mir waren es aber eher eine Menge brauner Krümel. Mit den Händen habe ich aber recht schnell einen Teig zurechtkneten können. Ein ordentlicher Schwung Vanillesirup hat das ganze noch teigiger und weniger trocken gemacht. Nun in einer letzten Schüssel

180 g Puderzucker mit weiteren
120 g cremiger Erdnussbutter

zu einer weichen Masse verschlagen. Auch hier: Krümel, allerdings in beige. Auch hier: Vanillesirup to the rescue.

Jetzt kommt das Zusammenbauen: einen Klecks vom Schokoteig nehmen, in der Hand flachpatschen und eine kleine Höhle formen. In diese Höhle (laut Rezept) einen Teelöffel der Erdnussbutterteigmasse geben. Bei mir war es eher ein Brocken, aber es hat trotzdem funktioniert. Den Schokoteig jetzt über der Erdnussfüllung zusammenschlagen und alles zu einer Kugel rollen. In Kristallzucker wälzen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Ich habe aus der gedrittelten Teigmenge zwölf Kekse rausbekommen, aber meine ersten zwei, drei Kugeln waren von einer Größe, mit der eine vierköpfige Familie über den Hungerwinter 42/43 gekommen wäre. Zum Schluss war ich bei Kugeln mit circa drei Zentimetern Durchmesser, und davon hätte ich wahrscheinlich um die 16 rausgekriegt.

Die Kugeln mit dem Boden eines Glases leicht plattdrücken, so dass sie ungefähr einen Zentimeter dick sind. Dann im auf 190° vorgeheizten Backofen für sieben bis neun Minuten backen.

Und das erste Dankeschön des Jahres geht an …

… Philipp, der mich mit Fables 2 – Animal Farm überrascht hat. Den ersten Band habe ich vor fast einem Jahr gelesen, und ich bin sehr gespannt auf den zweiten. Ich muss jetzt allerdings den ersten nochmal lesen, weil ich ihn schon ziemlich vergessen habe, weswegen ich quasi zwei Bücher in einem geschenkt bekommen habe. Vielen Dank, ich habe mich sehr gefreut.

Gefüllte Zwiebeln, Rosmarinkartoffeln vom Blech und warmer Karottensalat mit Senfkörnern

Oder wie die Fleischesser unter uns sagen: ne Beilagenplatte. Und dann auch noch eher kontrastarm fotografiert, aber ich wollte euch den Leckerkram nicht vorenthalten. Beim nächsten Mal mache ich Rosenkohl statt der Kartoffeln, dann ist noch ein anderer Farbklecks auf dem Foto.

Für vier Personen.

Zu den Rosmarinkartoffeln muss man nicht viel sagen: Kartoffeln schälen, in mundgerechte Stücke schneiden, mit Olivenöl, Meersalz, schwarzem Pfeffer, kleingehacktem Rosmarin und ein paar geschälten Knoblauchzehen aufs Blech und bei 200° eine knappe Stunde backen, je nachdem, wie dunkel man die Kartöffelchen haben möchte.

Und wenn der Ofen eh schon heiß ist, machen wir noch eine Runde gefüllte Zwiebeln dazu. Oder wie VegItalia die Dinger nennt: cipolle farcite. Dazu

4 geschälte Zwiebeln mittlerer Größe

in kochendes Wasser legen und 15 Minuten kochen. Abtropfen lassen, halbieren und etwa zwei Drittel des Zwiebelkerns mit einem Löffel heraushebeln. Die Innereien fein hacken und mit

100 g frisch geriebenem Parmesan,
3 Eiern,
40 g Butter,
Meersalz und
schwarzem Pfeffer

vermischen und wieder ins Innere der Zwiebeln verfrachten. Eine Auflaufform mit Butter auspinseln und die Zwiebeln mit

3 EL Brandy oder Weinbrand

beträufeln und zu den Kartoffeln bei 200° in den Ofen schieben. Die Racker sind nach 25 Minuten fertig. Ich habe mir den Alkohol gespart, weil ich ihn nicht im Haus hatte, und ich fand die Menge der Füllung auch sehr ambitioniert. Bei mir war einiges übrig.

Ich habe dazu noch einen warmen Karottensalat gemacht. Dazu in einer Pfanne

Olivenöl erhitzen und
3 EL gelbe Senfkörner

bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren anbraten, bis sie zu platzen beginnen und wild in der Gegend rumspringen. Bevor sie die ganze Küche einsauen, schnell noch

2–3 Karotten, in Streifen geschnitten, plus
Meersalz,
schwarzen Pfeffer und
Chiliflocken

dazugeben und für wenige Minuten mitbraten, bis sie bissfest sind.

Ich mochte die Möhren sehr gerne, vor allem, weil die Senfkörner so charmant im Mund rumknispern. Die Kartoffeln esse ich eh seit Jahren, weil man bei denen nichts falsch machen kann. Und die Zwiebeln werde ich auf jeden Fall nochmal mit Schnaps und weniger Füllung machen.