Missbrauch missbrauchen von Pandoras Kekzdose. Sehr guter Text mit sehr guten weiterführenden Links zum Thema Zensursula und dem ganzen Rotz, der mir allmählich immer unsympathischer wird.

Aus „unverdächtig“ wird „noch nicht verdächtig“

Da wäre die Geschichte von der dänischen Sperrliste gegen Kinderpornografie, die hart kritisiert wurde, weil sie auch zahlreiche Internetseiten enthält, die KEINE Strafbaren Inhalte haben. Da wäre die Geschichte von Wikileak, die um eben dies zu beweisen diese Sperrliste veröffentlicht haben, woraufhin beim deutschen Seitenbetreiber eine Hausdurchsuchung vorgenommen wurde. Und da wäre die Geschichte von dem Blogger, der auf einen Blog verlinkte, der wiederum auf besagten Wikileakartikel verlinkte, und bei dem auch plötzlich die Polizei vor der Tür stand.

Es zeigt, dass der normale Durchschnittsbürger sehr wohl davon betroffen ist. Dass die Horrorstorys von mutmaßlichen und im Endeffekt dann doch unschuldigen „Terroristen“, die monatelang von der staatlichen Exekutive malträtiert wurden, quasi jedem passieren können. Ob das die unvorsichtige Verlinkung eines Blogs war, das zufällige Öffnen einer überwachten Website, das klicken auf Links, die via tinyurl o.ä. unkenntlich gemacht wurden. Es gibt unzählige Wege, ins Fadenkreuz zu geraten. Die Angst, ein weiterer Andrei Holm oder Khaled El Masri zu werden, ist keine Fiktion mehr, kein schlechter Film, den man einfach abschaltet.

Doch auch wenn das nur Einzelfälle sind, wenn es sich dabei um Ausnahmen, Missverständnisse oder nur paranoiden Scheiß handelt. Es bleibt dennoch die Frage, inwiefern wir sicher sein können, dass der paranoide Scheiß auch wirklich paranoider Scheiß bleibt.“