„Ein Heldentenor ist kein Brüllaffe“

Sehr schönes Interview mit Klaus Florian Vogt, den ich in Bayreuth als Lohengrin gesehen habe und auf den ich mich sehr als Cavaradossi in Berlin im Januar freue.

Ist der Lohengrin Ihre Traumrolle?

Das jugendlich-dramatische Fach ist mein Traumfach, das macht riesig Spaß. Der Lohengrin ist eine meiner Traumpartien, er war auch meine Entwicklungspartie, an der ich gemerkt habe, wie es stufenweise weiterging. Und nach Pausen zu dieser Partie zurückzukommen, war immer auch ein Gradmesser, ob die gut verläuft.

Und jetzt liegt eine Zukunft als Wagner-Tenor vor Ihnen?

Ich bin sehr gerne Wagner-Tenor, aber ich möchte mir auch andere Möglichkeiten offenhalten. Meine Stimme ermöglicht es mir, ein bisschen zur Seite zu gehen – wie jetzt mit dem Cavaradossi in der Tosca. Das italienische Fach ist bislang total an mir vorbei gegangen – es hieß immer: deutsche Stimme, deutsches Fach. Dass ich jetzt doch nochmal ins italienische Fach komme, ist sehr reizvoll – ich bin gespannt darauf, wie es wird. Ich denke, im vermeintlich leichteren Fach kann man wieder ein paar andere Farben pflegen, die man auch für Wagner benutzen kann.

Warum präsentieren Sie sich auf Ihrer ersten CD auch mit Lortzing und Flotow?

Um zu zeigen, dass ein Heldentenor auch diese viel lyrischere Farbe singen kann. Ein Heldentenor ist nicht nur der Brüllaffe, der steif vorn an der Rampe steht und Sprechgesang von sich gibt.“

(via @shochi_hh, die auch so ein Vogt-Groupie ist)